05 Juli 2012, 12:00
Homosexualität als 'größte Sünde'?
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Homosexualität'
Undifferenziert zu behaupten, homosexuelle Sünden seien der „Supergau des Bösen“, ist ein schwerer Irrtum eines möglicherweise „schuldhaft irrenden Gewissens“! - Ein KLARTEXT von Bischof Andreas Laun

Salzburg (kath.net)
Es gibt Christen, die unter Berufung auf eine unselige Tradition meinen, die „größte Sünde“, also der „worst case“ aller Sünden, bestünde in homosexuellen Akten. Es ist hier nicht der Platz, diese Behauptung historisch zu belegen und ausführlich zu widerlegen! Aber mit aller Entschiedenheit ist festzuhalten: Obwohl diese These in der Tradition tatsächlich, auch von „prominenten“ Autoren, ab und zu behauptet wurde: Sie ist falsch und sollte auf der Müllhalde der peinlichen Irrtümer entsorgt werden!

Werbung
KiNAT onlinekapelle


Dem Irrtum liegen zwei andere Irrtümer zugrunde: Erstens ist die Bibelauslegung der biblischen Geschichte von Sodom und Gomorra falsch, als wäre die Sünde der Bewohner dieser Städte vor allem und eigentlich nur die gelebte Homosexualität gewesen. Zweitens wussten frühere Generationen zwar, dass es Menschen gibt, die homosexuelle Akte vollziehen, aber sie wussten kaum etwas über das Wesen homosexueller Neigungen und deren Ursachen und darum auch nichts darüber, wie differenziert und behutsam sie zu werten sind!

Derjenige aber, der geneigt ist, die genannte historische Verurteilung für „die eigentliche Wahrheit“ zu halten, braucht nicht einmal wissenschaftliche Studien anzustellen, es genügt der einfache Hausverstand, wenn er vergleicht: Die Sünde homosexueller Männer, die, alles in allem, liebevoll miteinander umgehen und die Sünde von Leuten, die die Menschen in der Dritten Welt ausbeuten, die Sünde von Triebtätern und vielen, vielen anderen Verbrechern…! Wenn er Christ ist, könnte er sich auch noch erinnern lassen, dass Jesus vor allem ganz andere, nicht vorrangig sexuelle Sünden, angeprangert hat: die „Sünde gegen den Heiligen Geist“, sie Sünde des „Klein- und Unglaubens“, die Sünde der „Verstockung“. Zu behaupten, homosexuelle Sünden seien, ganz ohne Differenzierungen zuzulassen, der „Supergau des Bösen“, ist ein schwerer Irrtum eines möglicherweise „schuldhaft irrenden Gewissens“!

kathTube: Film über Sodom und Gomorrah in englischer Sprache



Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Bischof von Graz-Seckau möchte Pfr. Roger Ibounigg rauswerfen! (83)

Erzbischof Viganò: 'Homo-Mafia' verhindert Missbrauchs-Aufarbeitung (47)

Wiener Theologe Tück: Papst Franziskus spricht zu oft vom Teufel (43)

Gebet kann Dinge verändern! (33)

Schönborn: Öffnung des Priesteramtes löst nicht alle Probleme (30)

Papst fordert Loyalität von seinen Diplomaten (25)

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Nacktselfie-Bischof (25)

Als 10.000 Menschen für Sebastian Kurz beteten (21)

Die ‚inkulturierte Liturgie’ (18)

Traditionsorientierter Schwesternorden de facto aufgelöst (17)

Hilflos vor den Erfolgen der Grünen (16)

Die Thesen Schockenhoffs bei der DBK stellen eine Herausforderung dar (15)

Vom Missbrauch der Steuer des Kirchenvolkes (14)

Dialog mit Ideologen? (13)

Kasper: „Deutschland nicht der allerlebendigste Teil der Weltkirche“ (12)