Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  3. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  4. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  5. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  6. Der entschärfte Gott
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Realitätsverlust im Bistum Chur
  11. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  12. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  13. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  14. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  15. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“

Das ist nicht der Jesus der Bibel

7. Dezember 2011 in Kommentar, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ungeachtet der großen Vielfalt von Autoren beschränken sich die Beiträge des 'Spiegel Geschichte'-Sonderheftes über Jesus auf die liberal-kritische Bibelauslegung. Ein idea-Kommentar des evangelikalen Theologen Rolf Hille.


Hamburg (kath.net/idea) So sicher wie am 24. Dezember der Heilige Abend gefeiert wird, so gewiss finden sich zur Adventszeit religiöse Themen in der weltlichen Publizistik. Das ist gut so. Es zeigt sich, dass Jesus bis heute ein breites Publikum fasziniert.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ greift dieses Interesse mit einem 146 Seiten starken Sonderheft zu „Jesus von Nazareth und die Entstehung einer Weltreligion“ (siehe Foto) auf. Das Heft ist populärwissenschaftlich konzipiert, ansprechend illustriert und für den Laien gut verständlich.

Doch ungeachtet der großen Vielfalt von Autoren und Informationen beschränken sich die Beiträge mit konsequenter Ausschließlichkeit auf die liberal-kritische Bibelauslegung der letzten 250 Jahre. Man muss diese Voraussetzung ständig bedenken, um die Einzelartikel richtig einzuordnen.


Charakteristisch für die vorliegende „Spiegel“-Sonderausgabe ist die Konzentration auf das religionswissenschaftliche Verständnis der Person und Geschichte Jesu und seiner Jünger.

Die Religionswissenschaft untersucht die Religionen unter dem Vorzeichen, als ob es Gott nicht gäbe. Alle Lebensäußerungen des Glaubens werden aus der Soziologie, Psychologie usw. erklärt. Dass Gott als Person redet und handelt, wird damit praktisch ausgeschlossen.

Jesus wird durchgängig säkular vom Menschen und seinen Möglichkeiten her bedacht. Dass es außer religiöser Intuition und Fantasie auch eine objektiv fassbare Offenbarung Gottes in der Geschichte geben könnte, ist nicht im Horizont der Autoren.

Jesus wird vom „Spiegel“ islamisiert

Besonders deutlich wird dies an der Frage nach der Gottessohnschaft von Jesus sowie seiner Auferstehung. War Jesus lediglich ein charismatischer Prophet, dessen Scheitern am römischen Galgen nachträglich zum Sühnopfer umgedeutet und durch die Legenden von der Auferstehung überhöht wurde?

Die Rede von dem Nazarener, der nur als Prophet und Wundertäter auftrat, läuft dann allerdings auf eine Islamisierung Jesu hinaus: Denn der Koran behauptet, erst die späteren Christen hätten die Botschaft von Jesus verfälscht und aus ihm einen Gottessohn gemacht. Jesus selbst habe jedoch nur Prophet sein wollen.

Jesus wird zum Märchen reduziert

Die Tragik besteht darin, dass mit der säkularen und islamischen Deutung Jesu all das, was das Glaubensbekenntnis von Christus aussagt, zum Märchen gerinnt. Übrig bleibt ein Mensch, der seine Zeitgenossen provoziert hat und der gegen alle Erwartungen eine steile Karriere als Religionsstifter gemacht hat.

Ein hilfreicher Gegenentwurf zur Sicht des „Spiegel“ sind die beiden Jesus-Bücher von Papst Benedikt XVI. Entsprechendes findet sich auch in der neueren evangelischen Forschung von Rang.

Ich hoffe, dass in den Gottesdiensten am Heiligen Abend viele Menschen durch eine biblische und ansprechende Verkündigung dem Mensch gewordenen Gottessohn begegnen.

Der Autor, Dr. Rolf Hille (Heilbronn), ist Vorsitzender des Arbeitskreises für evangelikale Theologie.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jesus Christus

  1. Mariä Lichtmess - Das Fest der Begegnung und Darstellung des Herrn im Tempel (2. Febr.)
  2. Warteschlangen vor den Kinos: Der Film „Sacré Coeur“ bricht in Frankreich Zuschauerrekorde!
  3. 1.167 Beichten in 65 Stunden
  4. Jesus first! - 'Gott kann nur bis 1 zählen'
  5. "Jesus ist der gute Hirt - nicht ich"
  6. Kardinal in Fastenpredigt an Kurie: Konzentriert euch auf Jesus
  7. Jesus. Eine Weltgeschichte
  8. Die göttliche Dreifaltigkeit nämlich nimmt in uns Wohnstatt am Tag der Taufe
  9. Man kann auch sagen, dass niemand außer Christus in den Himmel aufsteigt
  10. Englischer Priester: Jesus, nicht der NHS, ist Herzstück des Landes






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. Vom Elend der Fürbitten
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  8. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  11. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  12. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  13. Der entschärfte Gott
  14. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  15. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz