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Ministerium fördert neuen Down-Syndrom-Test: 'Schlicht ein Skandal!'

31. August 2011 in Deutschland, 36 Lesermeinungen
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Proteste: CDU-Ministerium sponsert neuen Test zur Früherkennung des Down-Syndroms, für das es keine Therapie gibt, der also nur der leichteren vorgeburtlichen Selektierung diene – 'Programm zur Förderung der Abtreibung'


Stuttgart (kath.net/idea/ALfA/BVL) Das deutsche Bundesforschungsministerium fördert mit 230.000 Euro ein Verfahren, mit dem bereits in der zehnten Schwangerschaftswoche ein Down-Syndrom (Trisomie 21) erkannt werden kann. Zuständige Ministerin ist die CDU-Politikerin Annette Schavan. Gegen das Vorhaben gibt es massiven Protest von Politikern, Kirchen und Behindertenverbänden, weil die Feststellung einer Behinderung in der Regel zur Abtreibung führt.

Nach Ansicht des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), verfolgt das Testverfahren das Ziel, „Menschen mit Behinderung auszusortieren und zu töten“. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer (CSU), bezeichnet die Tests als ein „Programm zur Förderung der Abtreibung und zur Diskriminierung von Menschen mit Behinderung“. Der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) befürchtet, dass die Tests den Druck auf Schwangere vergrößern werden, ein möglicherweise behindertes Kind abtreiben zu lassen.


Auch die Diakonie äußert sich kritisch. Weil die neue Früherkennungsmethode für Mutter und Kind weniger Risiken berge als die bisher übliche Fruchtwasseruntersuchung, bestehe die Gefahr, dass die Hemmschwelle zur Anwendung vorgeburtlicher Diagnoseverfahren weiter sinken werde, sagte die Behinderten-Referentin im Diakonischen Werk Württemberg, Irene Kolb-Specht (Stuttgart), gegenüber idea. Benötigt würden mehr Gelder zur Erforschung von Therapien.

Auch die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Claudia Kaminski (Köln), weist darauf hin, dass der Test ausschließlich dazu gemacht ist, ein Down-Syndrom zu erkennen, für das es aber keinerlei Aussicht auf Heilung gebe. Die Feststellung dieser Erkrankung führt in über 90 Prozent der Fälle zu einer Abtreibung. Sie fordert, dass “mit den Steuergeldern der Bürger nur noch solche Tests gefördert werden, die Krankheiten diagnostizieren, für die es auch bereits eine Therapie gibt. Die Förderungen von Tests, die Krankheiten oder Behinderungen zu diagnostizieren helfen, für die es keinerlei Aussicht auf Heilung gibt, muss von Bürgern als Anstiftung der Regierung zum Rechtsbruch verstanden werden.”

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann (Bonn) ist entsetzt: „Das ist schlichtweg ein Skandal und eine weitere Perfektionierung der Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben.“ Es erschrecke ihn, „dass man hierfür in einem von einer Christdemokratin geführten Ressort so genannte Forschungsgelder freimacht“. Dadurch werde die Schwelle zur Missachtung des unantastbaren Lebensrechtes eines jeden Menschen noch niedriger, betont Lohmann.

Forschungsministerium weist Kritik zurück

Unterdessen hat das Forschungsministerium die Kritik zurückgewiesen. Es sei ethisch unvertretbar, die Weiterentwicklung einer in Deutschland angewandten Untersuchungsmethode nicht fördern zu wollen, die das ungeborene Leben und die werdende Mutter besser schützen könnte, so der Parlamentarische Staatssekretär im Forschungsministerium, Thomas Rachel (CDU). Rachel ist auch Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) von CDU/CSU.



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