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Weltjugendtags-Vigil: Wie Elija im Sturm

21. August 2011 in Jugend, 10 Lesermeinungen
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Ein heftiges Unwetter unterbrach die Vigil - Zwei Millionen pitschnasse Pilger knieten in den Schlamm, um Jesus Christus im Altarsakrament zu ehren. Von Petra Lorleberg


Madrid (kath.net/pl) Ein schweres Unwetter unterbrach die Jugendvigil, zu welcher sich fast zwei Millionen Weltjugendtagspilger mit Papst Benedikt XVI. auf dem Madrider Flughafengelände versammelt hatten. Der Anfang konnte noch programmgemäß und stimmungsvoll durchgeführt werden. Auch konnten noch Jugendliche aus verschiedenen Teilen der Welt ihre beeindruckenden Worte des Glaubenszeugnisses an den Papst richten. Doch Papst Benedikt selbst wurde bei seiner Predigt nach wenigen Sätzen durch das Unwetter unterbrochen.

Laute Donner rollten über den Platz, Sturm zerrte am Bühnenaufbau und Starkregen durchnässte die jungen Pilger in kürzester Zeit bis auf die Haut. Benedikt XVI. unterbrach seine Ansprache und wartete, mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen, bis das Schlimmste vorüber war. Zeitweise verschwand der Papst nahezu hinter den vielen Regenschirmen, mit denen man ihn notdürftig zu schützen suchte. Die Verantwortlichen dürften dabei noch von ganz anderen Sorgen geplagt worden sein, nämlich von dem Gedanken, ob der wie ein riesiges Segel im Wind stehende Bühnenaufbau halten würde. Doch er hielt - auch wenn man wenig später technisches Personal auf Leitern arbeiten sah, u.a. weil ein Lichtmast gebrochen war.


Die Weltjugendtagspilger ließen sich davon ihre "Papststimmung" nicht verderben. Im Gegenteil, nach der Madrider Gluthitze der letzten Tage setzte die Abkühlung von oben neue Kräfte frei und überall waren pitschnasse Jugendliche zu sehen, welche jubelten und sangen. Als das Schlimmste vorüber war, konnte die Vigilfeier verkürzt fortgeführt werden. Ein zerzauster Papst musste erst einmal seine Brille putzen.

Doch dann geschah das wirklich Erstaunliche: In der eucharistischen Anbetung senkte sich gesammelte Stille über den Platz. Die Jugendlichen knieten nieder, mitten in den Schlamm. Zwei Millionen Menschen ehrten Jesus Christus, der im Altarsakrament gegenwärtig war. Tief konzentriert wirkten die Jugendlichen, als sie der Papst dem Heiligsten Herzen Jesu weihte.

Man fragte sich unwillkürlich: Haben sich die Jugendlichen beeindrucken lassen von der Deutlichkeit der Mahnung, dass nicht alles im Leben planbar ist, sondern dass es Kräfte gibt, welche die eigenen Pläne durchkreuzen können? Und dass es dann gut ist, wenn man weiß, woran man sich fest gemacht hat, nämlich am Glauben, an Jesus Christus, wozu ja das Weltjugendtagsmotto aufruft?

Und man fühlte sich zugleich erinnert an jene alttestamentliche Stelle über den Propheten Elija, der zum Gottesberg Horeb gepilgert war (1 Kön 19, 1-13). Dem Prophet war verheißen, ihm würde Gott begegnen. Der Gottesbegegnung gingen Sturm und Feuer voraus, „doch der Herr war nicht im Sturm“, heißt es in der biblischen Erzählung. Danach aber hörte Elija ein „sanftes, leises Säuseln“ – und der Prophet wusste: hier ist der Herr. Bei der Jugendvigil waren diese durchnässten Jugendlichen, welche vor Christus ehrfürchtig im Schlamm knieten, die Propheten.


Kurzvideo auf kathTube: KATH.NET-Reporterin Victoria Fender berichtet vor Ort über ihre Eindrücke bei der Vigil


Kurzvideo WJT: Schweres Unwetter unterbricht die Jugendvigil


 


Weltjugendtag: Die vom Unwetter unterbrochene Gebetsvigil in voller Länge - Erster Teil:



Kurzvideo WJT: Ankunft des Papstes zur Vigil



KathTube: Ein Gruß von der Gebetsvigil. VIELE WEITERE AKTUELLE WJT-VIDEOS auf kathTube!


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