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YOUCAT: ein verhängnisvoller Übersetzungsfehler

12. April 2011 in Jugend, 38 Lesermeinungen
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In der italienischen Ausgabe des neuen Jugendkatechismus wird bejaht, dass ein christliches Ehepaar auf Empfängnis verhütende Methoden zurückgreifen darf. Von Armin Schwibach - UPDATE: Verkauf von YOUCAT in Italien vorübergehend eingestellt!


Rom (kath.net/as) Offiziell wird der neue Jugendkatechismus YOUCAT am morgigen Mittwoch Vormittag in Anwesenheit des Wiener Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn im Vatikan vorgestellt werden. Doch bereits im Vorfeld wurde auf einen schwerwiegenden Übersetzungsfehler in der italienischen Ausgabe des Katechismus hingewiesen, wie die „Catholic News Agency“ (CNA) am 11. April berichtete.

Es geht um die Frage 420, die in der deutschen Version heißt: „Darf ein christliches Ehepaar Empfängnisregelung betreiben?“ Der Katechismus antwortet: „Ja, ein christliches Ehepaar darf und soll verantwortlich mit der Gabe, Leben schenken zu dürfen, umgehen [KKK 2368-2369, 2399]“. Die italienische Übersetzung der Frage lautet: „Può una coppia cristiana fare ricorso ai metodi anticoncezionali?“, was nur mit : „Darf ein christliches Ehepaar auf empfängnisverhütende Methoden zurückgreifen?“ wiedergegeben werden kann.


Somit ist die italienische Version nicht nur mehr als zweideutig, sondern verhängnisvoll falsch, da sie nicht sofort klar und deutlich den Unterschied zwischen natürlicher Empfängnisregelung und Empfängnisverhütung hervortreten lässt.

Gegenüber CNA hatte eine anonyme vatikanische Quelle erklärt, dass sich das Problem der Übersetzung aus dem deutschen Originaltext des Katechismus ergeben habe. Diese Behauptung ist falsch, wie sich aus der im deutschen Original zitierten Stelle ergibt: „Empfängnisregelung betreiben“ ist etwas anderes als „Empfängnis verhütende Methoden zu nutzen“.

Die Antwort auf die Frage 421 („Warum sind nicht alle Mittel, die Empfängnis eines Kindes zu verhindern, gleich gut?“) lautet: „Als Methoden bewusster Empfängnisregelung verweist die Kirche auf die verfeinerten Methoden der Selbstbeobachtung und -> natürliche Familienplanung (NFP/NER). Sie entsprechen der Würde von Mann und Frau; sie respektieren die inneren Gesetze des weiblichen Körpers; sie verlangen Zärtlichkeit und achtsamen Umgang miteinander und sind daher eine Schule der Liebe. [2370-2372, 2399]“.

„Die Kirche achtet sorgfältig auf die Ordnung der Natur und sieht in ihr einen tiefen Sinn. Für sie ist es deshalb nicht gleichgültig, ob ein Paar die Fruchtbarkeit der Frau manipuliert oder ob es sich den natürlichen Wechsel von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen zunutze macht. Nicht umsonst heißt die -> natürliche Familienplanung natürlich: sie ist ökologisch, ganzheitlich, partnerschaftlich und gesund. Überdies gilt sie bei korrekter Anwendung sogar als effektiver als die Pille (höherer Pearl-Index). Hingegen weist die Kirche alle künstlichen Mittel der Empfängnisverhütung zurück - gemeint sind die chemischen Mittel ("Pille"), die mechanischen Mittel (z.B. Kondom, Spirale etc.) und die chirurgischen Mittel (Sterilisation) -, da sie manipulativ in die ganzheitliche Einheit der Vereinigung von Mann und Frau eingreifen. Manche Mittel können sogar die Gesundheit der Frau gefährden, eine frühabtreibende Wirkung entfalten und das Liebesleben des Paares auf Dauer beeinträchtigen.“

UPDATE: In Italien ist am Dienstag am Nachmittag der Verkauf von YOUCAT aufgrund des Übersetzungsfehlers kurzfristig gestoppt worden. Dies berichtet die CNS-News, die offizielle Nachrichtenagentur der US-Bischöfe. Derzeit werde die Angelegenheit untersucht.




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