Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Liegt ein Schisma in der Luft?
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  7. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  8. Adios Toni!
  9. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  10. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  11. Medien spekulieren weiter über möglichen Beginn des Seligsprechungsprozesses für Benedikt XVI.
  12. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  13. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  14. Die offenen Türen des Glaubens, der Kirche und des Herzens
  15. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam

Wie kann ein Gott der Liebe so etwas zulassen?

15. März 2011 in Aktuelles, 34 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach jeder großen Katastrophe stellen sich Christen wie Nichtchristen diese Frage. Der evangelische Theologe Prof. Dr. Werner Thiede von der Universität Erlangen-Nürnberg versucht eine Antwort.


Erlangen (kath.net/idea) Die Naturkatastrophe in Japan ist in ihren Auswirkungen besonders desaströs, weil sie mit einer von Menschen gemachten Katastrophe verschränkt ist. Bekanntlich haben die Japaner sowohl das negative Potenzial der Naturgewalten als auch das mögliche Versagen der Atom-Technologie sträflich unterschätzt.

Gleichwohl stellt sich angesichts dieses furchtbaren Geschehens nicht nur die Frage nach menschlicher Schuld. Vielmehr drängt sich ähnlich wie schon bei früheren Naturkatastrophen – namentlich bei den Seebeben von Lissabon im Jahr 1755 und bei dem noch folgenreicheren, unvergessenen von 2004 – eine Anklage gegenüber Gott auf: Wie kann der angeblich gute Schöpfer solch unermessliches Leid zulassen? Sind derartige Ereignisse nicht Indizien dafür, dass es keinen Gott gibt, der „Liebe“ ist, wie es doch in 1. Johannes 4,8 und 4,16 heißt?

Am Ende wird sich es zeigen ...

Nun stehen diese Bibelstellen freilich in einem Zusammenhang, in dem auf das Kreuz Jesu Christi Bezug genommen wird. Gerade von daher, ja nur von daher lässt sich eine Antwort auf die Frage nach Gottes Schuld oder nach Gottes „Abwesenheit“ erschließen.


Selbst wenn fromme Menschen oft geneigt sind zu sagen, es gebe in dieser unserer Welt einfach keine solche Antwort und sie könne erst jenseits dieser Weltzeit erhofft werden, so unterstellen sie damit immerhin, dass sie dereinst möglich sein werde.

Anders ausgedrückt: Es muss einen – wenngleich uns noch verborgenen – Sinnzusammenhang geben, der Gott als Liebe und das Leid in seiner Schöpfung auf einen Nenner zu bringen vermag. Wer das abstreitet, der leugnet den guten Gott – und damit jeglichen übergreifenden Sinn des Lebens und der Welt. Will man so weit nicht gehen, sollte man die Möglichkeit offenhalten, dass dieser Sinnzusammenhang sich schon inmitten dieser Weltzeit kundgetan haben könnte.

Christlicher Glaube beansprucht, dass genau dies mit dem Kommen, Sterben und Auferstehen Jesu geschehen sei. Gerade am Kreuz des einen Gottessohnes ist darum auch ablesbar, dass Gott trotz und inmitten größten Leids sich als Liebe erkennen und festhalten lässt. Der Tod des von Gott Gekommenen offenbart, dass Gott dort nicht fern ist, wo gelitten wird. Und seine Auferstehung offenbart, dass Gott unterwegs ist, die Vergänglichkeit seiner Schöpfung zu besiegen. Am Ende wird sich zeigen, dass die vollendete Schöpfung in ihrer ewigen Herrlichkeit alles zuvor geschehene Leid weit mehr als aufwiegt.

Warum Gott diesen schwierigen Weg mit der von ihm geschaffenen Welt gehen musste, erschließt sich gerade von seinem Wesen als Liebe her.

Der Verzicht auf Allmacht

Indem der Schöpfer eine eigenständige Welt als – vorerst unvollkommene, leidvolle – Schöpfung setzt, konstituiert er ein Gegenüber, das ihn selbst begrenzt. Er muss sich selbst zurücknehmen, um der unvollkommenen Welt jenseits seiner eigenen Heiligkeit Raum zu geben.

Das schließt einen spürbaren Verzicht auf die Ausübung seiner Allmacht ein. Doch dieser für ihn wie für die Welt schmerzliche Verzicht ist so vorläufig wie die Unvollkommenheit der Weltgestalt überhaupt. Er ist so wenig endgültig, wie das Kreuz es gewesen ist. Wenn Gott dereinst „alles in allem“ sein wird, wird die Allmacht seiner Liebe am Ziel sein.

Christlicher Glaube darf noch inmitten erschütternden Leids auf den Sieg der Liebe Gottes vertrauen. Und er vertraut keineswegs nur blind: Von Jesu Kreuz und Auferstehung her ist er verstehendes Vertrauen.

Katastrophen rufen zum Umdenken auf

Jesus zufolge rufen Katastrophen zum Umdenken auf: nicht nur zur Umorientierung hinsichtlich der Verbesserungsmöglichkeiten etwa in Richtung einer menschenfreundlicheren Technologie, sondern vor allem zur Umkehr hin zu Gott.

Nicht der Schöpfer ist der Angeklagte, sondern wir Geschöpfe sind es. Wir sind es gerade dann, wenn wir uns dadurch zu entschuldigen suchen, dass wir Gott beschuldigen oder verleugnen. Aber Gott erweist sich im Zeichen des Gekreuzigten als Liebe, indem er die fällige Anklage in Gnade verwandelt.

Die berechtigte Frage nach dem Zusammenhang von Gott und Leid kann hier auf tiefste Antwort stoßen. Die Erfahrung von schrecklicher Sinnlosigkeit kann hier zum Anlass werden, letzten Sinn zu entdecken. Möge das Wort vom Kreuz nun im heimgesuchten Japan vermehrt Gehör finden – und auch hierzulande die nachdenklich Gewordenen neu bewegen!

kathTube: Prayer for Japan




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  2. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  3. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  4. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  5. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  6. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  7. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  8. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  9. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"
  10. Roma locuta causa finita






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  6. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  9. Adios Toni!
  10. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  11. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  12. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  13. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  14. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  15. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz