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Nichts ist spießiger als der Anti-Katholische Affekt

12. August 2010 in Interview, 18 Lesermeinungen
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Kath.Net-Interview mit Prälat Wilhelm Imkamp, Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild: "Tatsächlich gibt es eine 'Wagenburgmentalität' des Akademie- und Rätekatholizismus. Ihre Vertreter fordern den Dialog, sind aber in der Praxis Dialogverweiger"


Augsburg (kath.net)
Kath.Net: Grüß Gott Hr. Prälat Imkamp. Sie sind Wallfahrtsdirektor vom Wallfahrtsort Maria Vesperbild, der regelmäßig an großen Festen tausende Besucher anlockt. Was ist die Faszination an Maria Vesperbild? Warum kommen dort doch deutlich mehr Menschen als an andere deutsche Wallfahrtsorte?

Prälat Imkamp: Gott sei Dank gibt es auch im deutschen Sprachraum ein sehr lebendiges Wallfahrtsleben. Deutschland und besonders Süddeutschland kann man als Sakrallandschaft sehen und in diese Sakrallandschaft gehört Maria Vesperbild hinein. Alle kennen die Frage nach dem Wirtschaftsstandort, wir hier aber fragen konsequent nach dem „Gebetsstandort“. Maria Vesperbild als Gebetsstandort hat eine wachsende Bedeutung. Unser Gnadenbild, die Pietá, das Vesperbild, hat etwas Einmaliges: der Zeigefinger unseres Herrn Jesus Christus, der tot in den Armen seiner Mutter liegt, deutet auf den Tabernakel, bzw. auf den Priester, der am Altar das hl. Messopfer darbringt. Die Figur Unserer Lieben Frau von Fatima schließlich in der Grotte geht buchstäblich zu Herzen.

In unserer Verkündigung gilt: Klares Profil, klare Kante; in der Liturgie: keine Experimente, und im Seelsorgskonzept: traditionelle Volksfrömmigkeit. Dabei sind wir für mediale Aufmerksamkeit dankbar, denn die Menschen können nur nach Vesperbild kommen, wenn sie wissen, dass es Vesperbild gibt. Wir Katholiken sollten für alle Medien offen sein, unsere Inhalte aber nicht von ihnen bestimmen lassen!

Kath.Net: Am 15. August feiert die Kirche das Fest Maria Himmelfahrt. Was sagt uns dieses Fest?

Prälat Imkamp: Die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel zeigt deutlich, dass die Kirche weder frauen- noch leibfeindlich ist. Eine Frau ist der erste im vollen Wortsinn erlöste Mensch. Die Einheit von Leib und Seele ist ganz entscheidend und typisch katholisch.


Kath.Net: Sie befinden sich im "heißen Bistum Augsburg". Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation nach dem Bischofswechsel und der wochenlangen Aufregung rund um Bischof Mixa? Ist das Bistum wirklich gespalten wie nicht wenige Lokalmedien schreiben?

Prälat Imkamp: So heiß ist es hier gar nicht. Da sind manchmal „gefühlte“ Temperaturen mit den meteorologischen Realitäten verwechselt worden. Bei aller menschlichen Tragik, die ein intensives pastorales Bemühen, vor allem aber auch Gebet erfordert, sollte man dankbar sein, wie schnell der hl. Vater reagiert hat und auch dankbar anerkennen, das die Pfingsterklärung mit ihrer Unterschriftsliste durchaus als ein wertvoller Beitrag zur „Unterscheidung der Geister“ gelesen werden kann.

Bei den Kirchendiskussionen der letzten Wochen haben immer wieder einige Medien überdurchschnittlich mitgemischt und haben versucht, Einfluss auf die Kirche zu nehmen. Wie beurteilen Sie diese mediale Mitwirkversuche?

Prälat Imkamp: Man sollte nicht vergessen, dass es auch in diesem Fall Journalisten gab, die sehr sachlich und korrekt berichtet haben. Ich halte nichts von einer allgemeinen Medienschelte, wenn ich einen wirklich verzerrenden Artikel lese, muss ich sofort an die Frage Jesu aus der Johannespassion denken: „Sagst Du das von dir aus oder haben es dir andere von mir gesagt?“ (Joh. 18,34).

Medien haben sich z. Tl. von innerkirchlichen Kreisen instrumentalisieren lassen. Im Übrigen ist das, was wir in diesen Monaten erleben, nichts Neues. Lesen sie von Manuel Borutta das Buch „Antikatholizismus“, Göttingen 2010.

Ein hochspannendes Werk, das jeder Journalist, der sich mit der katholischen Kirche beschäftigen will, unbedingt gelesen haben sollte: Nichts ist simpler, nichts ist altmodischer, nichts ist spießiger als der Anti-Katholische Affekt!

Kath.Net: Der Präsident des Zentralkomitees der deutsche Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat vor einigen Tagen eine "Wagenburgmentalität" innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland beklagt. Es würden "wieder Fragen tabuisiert, etwa zur Sexualmoral oder zum kirchlichen Amt". Was sagen Sie zu den Behauptungen und Vorwürfen von Herrn Glück?

Prälat Imkamp: In Kath.net hat Monika Metternich dazu einen geistreichen und wirklich geistlichen Text veröffentlicht, der eigentlich alles sagt. Tatsächlich gibt es eine „Wagenburgmentalität“ des Akademie- und Rätekatholizismus.

Ihre Vertreter fordern den Dialog, sind aber in der Praxis Dialogverweigerer. Ein echtes Zeichen des Dialogs wäre z. B. ein ausführliches Interview der „Tagespost“ mit dem ZK Präsidenten. Gerne lade ich ihn auch zu einer (diskreten) Wallfahrt nach Maria Vesperbild ein. Es würde ihm sicherlich helfen. Aber Dialoge finden in der Regel in eine andere Richtung statt, sind eher Selbstgespräche einer „geschlossenen“ Gesellschaft.

Natürlich werden auch Fragen tabuisiert, etwa die Frage: Brauchen wir das Zentralkomitee? Wie viel Räte brauchen wir überhaupt? Oder einfach ganz schlicht, was kosten die Räte vom Etat des ZK bis zu den Kosten für die Wahlen der Pfarrgemeinderäte. Welche Arten von Evaluation gibt es hier? Viele, die als „Vor“- und „Quer“-Denker gelten, sollten es vielleicht einmal mit „Nach“-denken versuchen.

Noch besser, wenn diese Nachdenkversuche vor dem Tabernakel stattfinden würden. Für mich ist das von Ihnen angesprochene Interview ein Dokument der Selbstreferenzialität, eine missionarische Mentalität sieht jedenfalls anders aus.

Kath.Net: Was ist Ihr Lieblingsheiliger und warum?


Prälat Imkamp: Im Kontext eines (Priester-)Lebens kann sich ein Beziehungsgeflecht mit vielen Heiligen ergeben. Das sind bei mir mein Namenspatron und die Heiligen, die aus dem Kollegium Germanikum hervorgegangen sind. Aber auch „verdrängte“ und „beschwiegene“ Heilige, wie z. B. der hl. Petrus von Arbues.

Ich halte es für eine gute Idee das Martyrologium täglich zu beten. Ich hänge es immer an die Vesper an und es hilft. Man erlebt die Heiligkeit als feste Größe im Leben der Kirche und man fühlt sich dabei klein und gleichzeitig beschützt. Ein letzter Tipp in diesem Zusammenhang, jeder sollte sich sein persönliches „Face-book“ der Heiligen zusammenstellen.

Kath.Net: Eine persönliche Frage: Fahren Sie auch auf Urlaub und wenn JA, wohin?

Prälat Imkamp: Ein Priester ist immer im Dienst.

Hinweis: 15. August in Maria Vesperbild - Große Prozession um 19.00 Uhr

Lesetipp: (Leider nicht ganz billig!)

Manuel Borutta
Antikatholizismus: Deutschland und Italien im Zeitalter der europäischen Kulturkämpfe
Gebundene Ausgabe: 488 Seiten
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht;
60,-- EURO

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten.

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Foto: (c) privat


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