11 Juni 2010, 10:58
Atheisten packt 'blankes Entsetzen' über Kandidat Wulff
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Politik'
Konfessionslose attackieren CDU-Politiker wegen Kontakten zu Evangelikalen

Hannover (kath.net/idea)
Wegen seiner Kontakte zu Evangelikalen gerät Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bei Atheisten unter Druck. Er wäre als Bundespräsident „nicht akzeptabel“, schreiben führende Konfessionslose und Atheisten im Internetmagazin wissenrockt.de. Vor allem stoßen sie sich daran, dass der 50-jährige Katholik dem Kuratorium des Evangelisationswerks ProChrist (Kassel) angehört. Wulff ist Kandidat von Union und FDP für die Bundespräsidentenwahl am 30. Juni in Berlin. Er tritt gegen den DDR-Bürgerrechtler und früheren Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Pfarrer Joachim Gauck, an, der von SPD und Grünen aufgestellt wurde. Für die Links-Partei bewirbt sich die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks, die Bundestagsabgeordnete Lukrezia Jochimsen (74), um die Nachfolge des am 31. Mai überraschend zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler.

Werbung
christenverfolgung


„Religiöse Wahnideen“

Unter Konfessionslosen und Atheisten rege sich „blankes Entsetzen“ über Wulffs Kandidatur, schreibt der Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon (Beßlich bei Trier). Ein Bundespräsident, „der Gruppierungen unterstützt, die aufgrund religiöser Wahnideen die Evolutionstheorie leugnen und Schwulenhetze betreiben“, sei untragbar. Der zweite Vorsitzende des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten, Rudolf Ladwig (Hagen) befindet, dass hinter Wulffs „bieder-leutseligen Schwiegersohn-Fassade“ ein „Unterstützer knallharter evangelikaler Missionare“ stecke.

Nach Ansicht von Prof. Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbands Deutschlands (Berlin), lässt Wulff ein klares Bekenntnis zur verfassungsmäßigen Trennung von Staat und Kirche vermissen. Da wäre Pfarrer Gauck noch eher akzeptabel, wenn er seine Vergangenheit als Geistlicher hinter sich ließe, so Wolf.

„Erbärmliches“ Politik-Niveau

Für Schmidt-Salomon ist es „erbärmlich“ für das intellektuelle Niveau der Politik, wenn man die Wahl zwischen einem protestantischen Pfarrer und einem bibeltreuen Christdemokraten habe. Auch der scheidende Bundespräsident Horst Köhler habe sich bei vielen Religions- und Konfessionslosen unbeliebt gemacht. So habe der Protestant die Bibel als das wichtigste Buch, das er kenne, empfohlen. Mit den Worten „Kämpfen Sie um jeden Einzelnen“ habe Köhler noch kurz vor seinem Rücktritt die Kirchen aufgefordert, sich verstärkt der religiösen Überzeugungsarbeit zu widmen.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück! (71)

"Hohmann sollte lieber die antikirchliche Haltung der AfD kritisieren" (66)

St. Martin-Reiter nennt das Fest „christlich“ und fliegt deshalb raus (51)

„Warum die Pachamama-Verehrung im Vatikan keine Belanglosigkeit war“ (50)

Papst wünscht Stärkung der Laien (47)

Das Logo unter der Lupe (43)

"Es war nie meine Absicht, Papst Franziskus persönlich anzugreifen" (40)

Mexikanischer Bischof meint: Pachamama-Ehrung ist keine Götzenanbetung (38)

‘Sünden gegen die Umwelt’ könnten Teil kirchlicher Lehre werden (27)

Ein Gitter schützt den Reichtum (26)

Altbischof Kamphaus: „Ich habe schwere Schuld auf mich geladen“ (24)

Von Götzen und billigen Ablenkungsmanövern (22)

'Wir hatten Angst vor der öffentlichen Meinung und flohen' (22)

Zusammenhang zwischen Verhütungsmentalität und Gender-Ideologie (14)

„An den eigentlichen Problemen vorbei“ (12)