06 April 2010, 21:58
Historiker: Hitler wollte Turiner Grabtuch rauben
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Grabtuch'
1939 wurde die Reliquie in die süditalienische Benediktiner-Abtei Montevergine verlegt, vermutlich um das Grabtuch dem Zugriff der Nazis zu entziehen, sagte Cardin, Direktor der Staatlichen Bibliothek Montevergine.

Rom (kath.net/KNA)
Die Nationalsozialisten wollten möglicherweise das Grabtuch Jesu rauben. Nach zeitgenössischen Dokumenten habe der damalige Erzbischof von Turin, Kardinal Maurilio Fossati (1931-1965), Grund zu der Befürchtung gesehen, Adolf Hitler wolle die Reliquie an sich bringen. Das sagte der Benediktiner-Historiker Andrea Davide Cardin in einem Interview der italienischen Zeitschrift «Diva e donna» (Mittwochsausgabe). So hätten die NS-Größen bei Hitlers Italienbesuch 1938 «ungewöhnliche und hartnäckige» Fragen nach dem legendären Leinen und seiner Aufbewahrung gestellt.

Werbung
KiN Fastenzeit


Die Verlegung der Reliquie in die süditalienische Benediktiner-Abtei Montevergine im Jahr 1939 sei zwar offiziell wegen einer befürchteten Bombardierung Turins erfolgt; das wahre Motiv könne aber gewesen sein, das Grabtuch dem Zugriff der Nazis zu entziehen, sagte Cardin, Direktor der Staatlichen Bibliothek Montevergine.

Das merkwürdige Interesse der Deutschen während des Hitlerbesuchs habe das damals in Italien regierende Königshaus Savoyen und den Vatikan alarmiert. Das Leinen mit dem rätselhaften Abbild eines Gekreuzigten sei schließlich unter Vermittlung von Giovanni Battista Montini, dem späteren Papst Paul VI., in einer Geheimaktion über Rom nach Montevergine gebracht und dort in einem Choraltar versteckt worden.

Als 1943 deutsche Wehrmachtssoldaten die Abtei inspizierten, versammelten sich laut Cardin die Mönche zum Gebet an dem betreffenden Altar. Daraufhin habe der Kommandoleiter die Anweisung gegeben, den Gottesdienst nicht zu stören. Erst nach dem Ende der Monarchie in Italien, gelangte das Grabtuch am 29. Oktober 1946 wiederum unter großer Diskretion nach Turin zurück.

Das Leinen, das von Gläubigen als Grabtuch Jesu verehrt wird, ist nach zehn Jahren erstmals wieder vom 10. April bis 23. Mai öffentlich zu sehen. Am 2. Mai will Papst Benedikt XVI. als Pilger zu der Reliquie nach Turin reisen.





(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Soll in Deutschland die katholische Sexualmoral abgeschafft werden? (121)

Nach der Vollversammlung der DBK: Deutscher Katholizismus am Abgrund? (50)

Kardinal Pell zu sechs Jahren Haft verurteilt (49)

Nackt-Selfie-Bischof Zanchetta nimmt an Exerzitien mit Papst teil (44)

Der Abschied von der Moral (38)

Historisch-kritische Bibelauslegung zerstört Grundlagen des Glaubens (36)

Norwegische evangelische Kirche entschuldigt sich für Lebensschutz (34)

Heimlicher „Höhepunkt“ des Evangelischen Kirchentags: „Vulven malen“ (34)

Papst Franziskus über 'Verschiedenheit der Religionen' (31)

Wir sind „wirklich in tiefe Schuld geraten“ (31)

"Die Schönheit Christi, des einzigen Erlösers" (25)

Das Bistum Chur steht dieser Sache „machtlos gegenüber“ (23)

"So eine Gesinnungsterrror gab es wohl zuletzt in der Nazizeit" (23)

Jesus-Anspielung im neusten Asterixfilm – ein Grund zum Ärgern? (20)

Missbrauch: US-Katholiken überdenken Zugehörigkeit zur Kirche (20)