Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. Ein Signal des Himmels?
  3. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  4. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  5. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  6. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  7. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  8. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  9. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  10. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  11. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  12. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  13. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  14. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  15. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“

'Ich nehme ihn sofort auf'

25. Februar 2010 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor 65 Jahren versteckte der tiefgläubige bayerische Bauer Wolfgang Meier den Jesuitenprovinzial Augustinus Rösch auf seinem Hof vor den Nazis und starb dafür mit zweien seiner Söhne in Dachau.


München (kath.net/ok) Wolfgang Meier hatte nicht irgendwen versteckt: Pater Rösch war einer der maßgeblichen Männer des Kreisauer Kreises, einer bürgerlich-christlichen Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, und wurde nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 im gesamten Reich gesucht.

Meier lebte als Schlossbauer in Hofgiebing, Gemeinde Oberornau im Landkreis Mühldorf am Inn, und war Vater von elf Kindern. Er war ein einfacher Bauer, aber tiefgläubig. Sein Leben änderte sich schlagartig, als er auf Vermittlung von Schwester Zacharia Mayrhofer gefragt wurde, ob er Pater Rösch aufnehmen könne. Mayrhofer leitete als Hausoberin ein Heim der Armen Schulschwestern im Kloster Moosen bei Dorfen. Zunächst hatten die Schwestern den Provinzial in einem Turmzimmer der Kirche versteckt, das später nicht mehr sicher erschien.


„Ich nehme ihn sofort auf“, antwortete Meier spontan, denn der Pater „muss gerettet werden, er kann viel mehr tun als ich“. Meier brachte Rösch im zweiten Stock seines Hauses unter. Den Herbst 1944 und die ersten Wintertage blieben der Bauer und der Jesuit unbehelligt.

Doch am 11. Januar 1945 stürmten 24 Männer der Gestapo und der SS mit vorgehaltenen Pistolen das Haus Meiers. Bei Schnee und eisiger Kälte wurden Rösch, der Bauer und seine Söhne Wolfgang und Martin sowie der Ortspfarrer Oberornaus Johann Neumaier und der spätere Domkapitular Franz Stadler zunächst auf einem offenen Lastwagen nach München gebracht. Während die Priester nach Berlin überstellt wurden, wurden Meier und seine Söhne direkt ins Konzentrationslager Dachau deportiert.

Meier erhielt die KZ-Nummer 138060. Offiziell starb er am 22. Februar 1945 an Typhus. Sehr wahrscheinlich erlag er jedoch den Folgen schwerer Misshandlungen durch die Nazi-Schergen. Die Leiche des Bauern wurde verbrannt, seine Asche verstreut. Im Lager hatte Meier seinen Mithäftlingen immer wieder gesagt. „Wenn nur der Pater Rösch wieder heim kommt.“

Der Jesuitenprovinzial und die anderen beiden deportierten Priester kamen aufgrund der chaotischen Ereignisse im Berlin der letzten Kriegswochen mit dem Leben davon und wurden aus dem Berliner Gefängnis Moabit am 25. April 1945 entlassen. Rösch wurde später Landesdirektor der bayerischen Caritas und Mitglied des bayerischen Senats.

Ein Gedenkgottesdienst am Sonntag, 28. Februar, um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Oberornau, Landkreis Mühldorf, erinnert an den heldenhaften Bauern.

Foto: © www.erzbistum-muenchen.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Märtyrer

  1. 50 Priester und Laien des NS-Widerstands in Paris seliggesprochen
  2. US-Erzbischof Cordileone: An die „Märtyrer des Kommunismus“ sollte mehr erinnert werden
  3. Vatikan-Kommission beschäftigt sich mit neuen Märtyrern
  4. "Für Glauben gestorben": In Spanien getöteter Mesner beigesetzt
  5. Mit Glaubenszeugen durch das Jahr
  6. Kinofilm zum Schicksal der 21 christlich-koptischen Märtyrer in Libyen: Drehbeginn steht bevor
  7. Märtyrer von heute – Kraftquelle für bedrängte Christen
  8. Vor fünf Jahren wurden die koptischen Märtyrer in Libyen ermordet
  9. 2019 weltweit 29 katholische Missionare getötet
  10. Papst erkennt weitere spanische Bürgerkriegsopfer als Märtyrer an






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Ein Signal des Himmels?
  3. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  6. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  7. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  8. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte
  9. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  10. Heute, nicht morgen! Der heilige Expeditus – Patron gegen das Aufschieben
  11. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  12. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  13. Joan Leslie: Das Hollywood-Glaubenszeugnis einer echten Heldin
  14. Medjugorje: Mladifest startet mit Papstappell zur Rückkehr zu Christus
  15. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz