Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

Verräter im Bräter

10. November 2009 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Warum die Gänse am Martinstag ihren Kopf verlieren - Von Carola Renzikowski (KNA)


Puchheim (kath.net/KNA)
Treffen sich zwei Gänse. Fragt die eine: «Kennst du 'Spiel mir das Lied vom Tod?'» - «Klar», sagt die andere: «Sankt Martin, Sankt Martin...». Rund zehn Millionen Gänse landen in Deutschland jedes Jahr zwischen Kirchweih und Weihnachten knusprig gebraten auf den Festtagstellern. Sollte der heilige Martin von Tours aber wirklich schuld daran sein, dass zu seinem Namenstag am 11. November Gänse geschlachtet werden?

Es ist einfach eine schöne Legende: Der barmherzige Martin teilt als Soldat seinen Mantel mit einem Bettler, lässt sich danach taufen und unterstützt fortan arme und kranke Menschen. Der Gründer des ersten französischen Klosters sollte nach dem Willen der Bürger von Tours ihr neuer Bischof werden. Bescheiden wie er ist, so die Legende, will Martin diese Verantwortung nicht annehmen und versteckt sich in einem Gänsestall, um der Wahl zu entgehen. Doch das Geschnatter der Gänse verrät ihn: Im Jahr 371 wird der Widerstrebende zum Bischof geweiht.


«Sie haben Sankt Martin verraten, drum müssen sie jetzt braten», heißt es lakonisch im Volksmund über die Martinsgänse. Statt für ihre Geschwätzigkeit geehrt zu werden, geht es ihnen bis heute an den Kragen. Allerdings nicht mehr so oft: «Früher sind nicht die Geburtstage, sondern ausschließlich die Namenstage gefeiert worden», vermutet Margret Maier, die auf ihrem Hof in Puchheim bei München um die 200 Gänse hält. Weil es viele Martins gab, sei eher mal die eine oder andere Gans zum Namenstag geschlachtet worden. Und heute? Weil der Tag der Laternenumzüge meist unter der Woche ist, «verschieben die Leute ihren Gänsebraten auf Kirchweih oder auf Weihnachten».

Seit dem frühen Mittelalter war der Martinstag hingegen zugleich Zinstag und Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Zum Ende des bäuerlichen Jahres wechselten die Mägde und Knechte ihre Arbeitsstellen und wurden von ihren Gutsherren oft mit einer Gans zum Abschied beschenkt. Ihr Blut und Fett verfügte angeblich über heilende Kräfte bei Fieber und Gicht. Ebenso wurden mit den Vögeln Zinsen und Pacht bezahlt - schon um die Tiere im Winter nicht durchfüttern zu müssen. Als letzter Festschmaus vor der langen Fastenzeit kamen in vielen Familien die schlachtreifen Gänse auf den Tisch.

Es gibt allerdings auch ziemlich gruselige Bräuche rund um die Martinsgans - zum Beispiel das in Nordrhein-Westfalen so beliebte wie umstrittene «Gänsereiten» oder auch «Gänseköppen». Bei dem über 400 Jahre alten Reiterspiel wird eine tote Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Die Reiter müssen versuchen, dem Vogel im Galopp den Kopf abzureißen. Wer es schafft, ist «Gänsereiterkönig». Zwar werden seit einigen Jahren in immer mehr Orten Gänse-Attrappen verwendet - wegen des Tierschutzes und weil Gegner das gewaltverherrlichende Potenzial kritisieren. Noch bis 1806 waren bei dem Spiel lebende Gänse aufgehängt worden.

Bei dem Gedanken daran schaudert es Margret Maier, die ihren Gänsen von Juli bis Weihnachten viel Auslauf auf der großen Wiese gönnt und sie beim Einfangen unterm Bauch packt, statt grob an den Flügeln. Bei manchen Vögeln kommt es aber gar nicht so weit: Vom «Fuchs, du hast die Gans gestohlen», kann die Bäuerin wahrlich ein Lied singen. Zwar verhalten sich die Gänse schlau, wenn Gefahr droht: Um den Feind zu verwirren, bilden sie ein dichtes Knäuel, der sich ständig im Kreis dreht. Diese Taktik hilft aber eher gegen Greifvögel als gegen den roten Räuber: Der hält sich auch nicht ans Kinderlied und reißt statt einer gleich bis zu 25 Gänse auf einmal.

(C) 2009 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tiere

  1. Laun zum Welttierschutztag : "Gott liebt auch die Tiere"
  2. Moraltheologe kritisiert fehlende Rücksicht gegenüber Almtieren
  3. Hund an Altar einer katholischen Kirche angebunden und ausgesetzt
  4. Theologe: Kirche muss Tierschutz zum Thema machen
  5. Moraltheologe: 'Weniger, dafür hochwertiges Fleisch konsumieren'
  6. ´Bruder Schnauzer´ erobert die Herzen
  7. 'Vier Pfoten' kritisieren Papstevent mit jungem Tiger
  8. Kirchen gegen gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier
  9. Sollten evangelische Pfarrer Tiere segnen?
  10. Die Klänge des Windes







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. "Derselbe Polarstern"
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz