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Indische Bischöfe in brennender Sorge

13. November 2008 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Zehntausende Heimatlose und viele bewaffnete Kriminelle auf freiem Fuß, die Christen in Angst und Schrecken versetzen


Indien (kath.net/Zenit.org)
Zehntausende Heimatlose und viele bewaffnete Kriminelle auf freiem Fuß, die Christen in Angst und Schrecken versetzen, das versetzt die Bischöfe von Orissa in brennende Sorge.

Jetzt legten legten die Bischöfe von Orissa dem Premierminister des ostindischen Unionsstaates Shri Naveen ein ausführliches „Cahier de doléance“ vor.

Bei einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten am Dienstag wollten die Bischöfe in ihrem Schreiben vor allem „ein Wort der Wahrheit“ zur Situation im Verwaltungsdistrikt Kandhamal äußern, wo sich die meisten Übergriffe gegen Christen richten und es zunehmend zu mehr Gewaltanwendung kommt.

Das Schreiben ist von Erzbischof Raphael Cheenath von Cuttak-Bhubaneswar, Bischof Thomas Thiruthalil von Balasore und von Bischof Sarat Mayak von Berhapur unterzeichnet.


Ein brennendes Anliegen ist den indischen Oberhirten die große Zahl der Vertriebenen. „Tatsächlich ist die Zahl der Vertriebenen von 24.000 auf 11.000 gesunken“, so die Bischöfe in ihrem Brief, aber die Tatsache dass sich weniger Vertriebene in den Aufnahmecamps aufhalten, derzeit sind es rund 15.000 -11.000 bedeute nicht, dass diese in ihre Dörfer und Wohnungen zurückkehrten.

Viele seien in anderen Flüchtlingslagern in Cuttak, Bhubaneswar oder in anderen Teilen des Staates übergesiedelt: mindestens 15.000 lebten heute außerhalb des Verwaltungsdistrikts. Außerdem hätten viele sogar außerhalb der Staatsgrenzen Zuflucht gesucht und seien nach Andra Pradesh, Tamil Nadu, Kerala und Karnataka geflohen.

Die Bischöfe nennen auch die Gründe für die Flucht: viele befürchten, dass es zu weiteren Übergriffen seitens extremistischer Hindu-Gruppen kommt. Sie verlangten von Christen, dass diese zum Hinduismus übertreten und drohen ihnen mit dem Verlust ihres Eigentums oder gar mit dem Tod. „Es gibt immer noch viele bewaffnete Kriminelle auf freiem Fuß, die Christen in Angst und Schrecken versetzten“, so die Bischöfe.

Ein weiterer Punkt auf den die Bischöfe hinweisen ist die Ungerechtigkeit und die Diskriminierung, unter denen christliche Gemeinden leiden: es sei sogar das Beisetzen eines Christen in seinem Heimatort verboten worden. Und es finde eine ausgedehnte Einschüchterungskampagne statt, die der Staat stoppen müsse.

Außerdem habe der Staat Orissa den Bauern, die kein Land mehr besitzen, neues Land versprochen, doch dies sei bisher nicht geschehen.

Die Bischöfe fordern dass der Wiederaufbau der zerstörten oder beschädigten Einrichtungen und Gebäude spätestens am 1. Dezember beginnt, damit die christlichen Gemeinden das Weihnachtsfest feiern können. Hierzu erwarte man auch die Stationierung von Polizeibeamten, so die Bischöfe, die die Rückkehr der christlichen Gemeinden zur Normalität tatsächlich garantieren.

Die Bischöfe betonten abschließend, dass es sich bei den jüngsten Auseinandersetzungen nicht um ethnische Konflikte zwischen verschieden Volksstämmen handle, wie einige Beobachter behaupten: vielmehr wolle man die Präsenz und jede Spur christlicher Gemeinden in Orissa auslöschen.

Erst anfang des Monats hatten Vertreter der Landesregierung des indischen Unionsstaates Orissa zugegeben, dass die Ausschreitungen extremistischer Hindu-Gruppen gegen die Christen bisher mindestens 500 Tote gefordert haben.


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