02 Oktober 2008, 07:21
Kein Unterhaltungsradio, sondern ein Radio der Verkündigung
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Mission'
Radio Maria Österreich – der Sender mit Sendung – feiert seinen 10jährigen Geburtstag - KATH.NET-Interview mit Andreas Schätzle

Wien (kath.net)
KATH.NET: Sie sind Programmdirektor von "Radio Maria Österreich", ein Sender der Mission und Verkündung. Diese Tage feiert der Sender das 10-Jahre auf Sendung. Wofür steht Radio Maria?

Andreas Schätzle: Die Gründung von Radio Maria geht auf das Jahr 1983 zurück. Zunächst ist es ein einfaches Pfarr-Radio, von denen es in Italien hunderte gibt: Der Pfarrer montiert eine Antenne auf seinen Kirchturm und versorgt sein Pfarrgebiet mit pfarrlichen Programmen. Als Emanuele Ferrario, einst Inhaber einer großen Molkereifirma, sich eines solchen Pfarrradios in der Nähe von Mailand annimmt, entsteht etwas ganz Neues: innerhalb weniger Monate deckt das Sendenetz von Radio Maria ganz Italien ab. Nicht mehr Pfarrnachrichten werden gesendet, sondern aus dem ganzen Land wird mit Hilfe von mobilen Studios und Telefon das kirchliche Leben eingefangen und über den Äther auf ganz Italien ausgestrahlt.

Werbung
benefizkonzert


KATH.NET: Nun ist aber Radio Maria weltweit auf Sendung?

Andreas Schätzle: Mit viel unternehmerischem Geschick und demütigem, aber ungeheuer wirkungsvollem marianischem Charisma verbreitet sich das Radio von Italien aus innerhalb weniger Jahre über die ganze Welt. 1998 wird die sog. Weltfamilie (WORLD FAMILY OF RADIO MARIA) gegründet, zu der heute fast 60 Radiostationen gehören. Radio Maryja Polen gehört übrigens nicht zur Weltfamilie von Radio Maria. Seine größte Ausbreitung erfährt das Radio derzeit in Afrika. In Tansania, mit ca 10 Millionen Hörern täglich, ist eine Mitarbeiterin von Radio Maria Österreich als Geschäftsführerin tätig. Daran wird deutlich, wofür Radio Maria steht: eine Mission, die der Himmel schenkt – wie Maria Christus heute zu den Menschen tragen, im eigenen Land und auf der ganzen Welt. Ein Sprachrohr der Evangelisation in der Welt von heute. Übrigens ist diese Mission hauptsächlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Die Finanzierung des Senders erfolgt ausschließlich durch die Spenden der Hörer. Keine kommerzielle Werbung, dafür eine hohe Qualität der Liebe und Hingabe von Hörern und Mitarbeitern!

KATH.NET: Wie kamen Sie dazu?

Andreas Schätzle: Ich war schon zuvor als Referent in einigen Sendungen des südtiroler und des als radio horeb bekannten deutschen Zweiges von Radio Maria tätig, als mich P. Clemens Reischl, der seit 1997 Programmdirektor in Österreich war, einlud, im Jugendprogramm mitzuwirken. Das gab mir die Möglichkeit, diverse missionarische Aufbrüche und Events, wie die Stadtmission in Wien oder den 'Mitteleuropäischen Katholikentag' medial bekannter zu machen. Die Stärke von Radio Maria liegt eben auch darin, dass Menschen überall durch diesen Sender live, lebendig, an kirchlichen Ereignissen teil nehmen können, von denen sie sonst nie erfahren hätten oder an denen sie sonst nie teilnehmen könnten.

Diese starke kirchliche und missionarische Präsenz war für mich – und für meinen Bischof, Kardinal Schönborn – die klare Motivation, mein Ja zu geben, als ich November 2004 gefragt worden bin, das Radio in Österreich zu leiten. Es ist eine große Freude, in ein solch weltweites und ungeheuer dynamisches Projekt involviert zu sein.

KATH.NET: Was ist das Ziel von Radio Maria in Österreich?

Andreas Schätzle: Das Herz des Radios, wie des christlichen Lebens überhaupt, ist und bleibt die tägliche Hl. Messe und das Gebet. Neben dem Stundengebet und dem Rosenkranz hält Radio Maria die einfachen Gebete des Volkes wach und lebendig. Das zweite Standbein ist die Katechese. Radio Maria ist kein Unterhaltungsradio, sondern ein Radio der Verkündigung. Aber das ist niemals langweilig, wenn Verkündigung mit katholischem Herzen und biblischer Frische geschieht. Last but not least stärkt Radio Maria in zahlreichen Sendungen des Formates 'Lebenshilfe' die Menschen in ihren alltäglichen Fragen und Herausforderungen, etwa was es heißt, den Glauben in Familie und Beruf zu leben. Radio Maria will ein konkreter, echter Begleiter durchs Leben sein. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer: „Das Evangelium ist eine Kraft, die jeden rettet, der glaubt!“ (Röm 1,16) Das Evangelium betrifft also jeden Lebensbereich und ist ein Anruf der Liebe an jeden einzelnen Menschen.

KATH.NET: Warum braucht es eigentlich katholische Medien? Genügt es nicht, wenn man versucht, die katholischen Anliegen in normale Medien unterzubringen?

Andreas Schätzle: Aus dem bisher Gesagten wird deutlich, dass Radio Maria nicht leicht mit einem 'normalen' Medium verglichen werden kann. Natürlich ist es nötig, auch in den herkömmlichen Medien quasi im Sauerteig-Prinzip präsent zu sein. Radio Maria ist aber ein 24-Stunden-Vollzeit-Missionsprojekt, eine Missionsstation on air, eine Hörerfamilie - weltweit. Eine Familie lebt davon, dass jeder dazu beiträgt. Derzeit läuft bei uns eine Sendereihe: 'Was wäre Paulus ohne seine Mitarbeiter?“ So sehen wir in jedem Hörer, in jeder Hörerin echte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in diesem Werk der Evangelisation – besonders durch ihr Gebet, ihr Opfer und ihr Lebenszeugnis.
Das Beste ist, Sie hören selbst einmal hinein. Den Internet-Live-Stream und alle Infos gibt’s auf www.radiomaria.at

Radio Maria feiert Geburtstag: 10 Jahre auf Sendung: Großes Fest der Begegnung –
am 11. Oktober, um 15 Uhr
in der Herz-Jesu-Kirche in Innsbruck (Maximilianstraße 8)


Foto: (c) Jerko/KathTube







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Der Skandal von Altomünster (202)

Papst Franziskus lehnt pastorale Handreichung der DBK ab! (101)

Die Freiheit der Kinder Gottes: nicht das Gesetz, der Heilige Geist! (64)

Bode: Dann auch verheiratete Priester in Deutschland? (57)

Kardinal Marx fordert „Denken im Horizont der Gegenwart“ (53)

Keine einsame Romreise für Kardinal Marx - Woelki und Genn kommen mit (45)

Bischof Feige greift Kardinal Woelki an (45)

Alfie: Krankenhaus stellte Geräte ab, doch ER will nicht sterben (41)

Bischof Ackermann greift die sieben Bischöfe an (33)

Berufungsgericht verweigert Ausreise von Alfie (32)

Welcher DBK-Maulwurf hat Joachim Frank den Brief zugespielt? (28)

Evangelisierung – von Situationen ausgehen, nicht von ‚Theorien’ (26)

Bayern: Künftig ein Kreuz in jeder staatlichen Behörde (25)

Moslems bitten katholischen Priester um Exorzismus (22)

Zu viel vorgetäuschte Harmonie zwischen Kirchen wäre kontraproduktiv (18)