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Die Kommunion ab jetzt im Stehen

18. Juni 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Vatikan approbiert Statuten des Neokatechumenalen Wegs - Ein Hintergrundbericht von Guido Horst / Die Tagespost


Rom (kath.net/DT) Der Vatikan hat die Statuten des Neokatechumenalen Wegs endgültig anerkannt. Am vergangenen Freitag händigte der Präsident des Päpstlichen Laienrats, Kardinal Stanislaw Rylko, das Anerkennungsdekret den Gründern des Wegs, Kiko Argüello und Carmen Hernandez, sowie dem Priester Mario Pezzi aus, der gemeinsam mit den beiden Gründern das Leitungsteam des Wegs bildet. Das neue Regelwerk ersetzt die Statuten aus dem Jahr 2002, die damals „ad experimentum“, das heißt für eine Probezeit von fünf Jahren anerkannt worden waren.

Augenfälligster Unterschied zu den bisherigen vorläufigen Statuten ist die in Artikel 13 enthaltene Bestimmung, dass bei den Messfeiern der Gemeinschaften des Neokatechumenalen Wegs am Samstagabend die Kommunion wie bisher unter beiderlei Gestalten, aber jetzt im Stehen und nicht mehr wie bisher im Sitzen zu empfangen ist. Noch im April hatte der Sekretär des für den Neokatechumenalen Weg zuständigen Laienrats, Bischof Josef Clemens, gegenüber dem italienischen Internet-Dienst „Petrus“ erklärt, dass eine endgültige Anerkennung der Statuten nicht so schnell kommen werde. Wie es in Rom hieß, war die Prüfung des Direktoriums des Wegs für die Katechesen durch die Glaubenskongregation noch nicht abgeschlossen. Dieses Direktorium wird in den nun approbierten Statuten zwar immer wieder genannt, ist aber jetzt nicht veröffentlicht worden und liegt weiterhin zur Untersuchung in der von Kardinal William Levada geleiteten Kongregation für den Glauben.


Auch die Gottesdienstkongregation war an der Prüfung der Statuten beteiligt und forderte die Berücksichtigung einiger Anmerkungen, die ihr Präfekt, Kardinal Francis Arinze, in einem Brief an die Leitung des Neokatechumenalen Wegs vom Dezember 2005 zum Ausdruck gebracht hatte. Dies betraf unter anderem die monatliche Teilnahme der Mitglieder des Neokatechumenalen Wegs an der Sonntagsmesse der Pfarrei vor Ort. Dieser Brief wird in den jetzt genehmigten Statuten erwähnt, aber nicht im Detail zitiert.

Im Mai muss es dann zur endgültigen Einigung über die Statuten des Neokatechumenalen Wegs gekommen sein. In einer Erklärung im „Osservatore Romano“ würdigte der Vatikan in der vergangenen Woche die „zahlreichen Früchte, die der Neokatechumenale Weg der Kirche hinsichtlich der Neuevangelisierung durch ihre katechetische und liturgische Praxis hervorbringt“.

Besondere Gestaltung der Liturgie

Der Weg versucht, im Rückgriff auf Elemente der frühen Kirche sowie durch die musikalische und inhaltliche Gestaltung der Eucharistiefeier gerade katholischen Christen, die einen Weg zurück in die Gemeinden finden wollen, entgegenzukommen. Die besondere Gestaltung der Liturgie zielt den Verantwortlichen des Wegs zufolge darauf ab, der Eucharistiefeier die ganze Kraft und die sakramentale Fülle der Zeichen zurückzugeben.

Im Januar 2006 erklärte Papst Benedikt XVI. gegenüber einigen Vertretern des Neokatechumenats: „Eure apostolische Tätigkeit soll vom Herzen der Kirche ausgehen. Sie soll in vollkommener Übereinstimmung mit ihren Richtlinien und in Gemeinschaft mit den Teilkirchen, in denen ihr tätig sein werdet, erfolgen, wobei der Reichtum an Charismen, die der Herr durch die Initiatoren des Neokatechumenalen Weges geweckt hat, zur Geltung kommt.“

Papst Benedikt war es auch, der die Kirche dazu aufforderte, sich dem Charisma der neuen Gemeinschaften zu öffnen. Vor 150 Bischöfen, die auf Einladung des Laienrats in Rocca di Papa zusammengekommen waren, sagte er am vergangenen 17. Mai: „Geht hinaus, und begegnet den Bewegungen und neuen Gemeinschaften mit viel Liebe... Bemühen wir uns darum, ihr Wesen gut kennenzulernen, ohne oberflächliche Eindrücke oder vorschnelles Urteilen“. Es sei hilfreich, so der Papst weiter, Gemeinschaften und Bewegungen nicht als ein Problem oder ein besonderes Risiko zu sehen. „Nein! Sie sind eine Gabe des Herrn“, so Benedikt XV. „Sie stellen eine wertvolle Ressource dar, damit die ganze christliche Gemeinde durch ihre Charismen bereichert werden. Deshalb darf es an einem vertrauensvollen Willkommen, das ihren Beitrag am Leben der Ortskirchen Raum gibt und ihn schätzt, nicht fehlen.“

Kurz darauf fiel die Entscheidung für die endgültige Approbierung der Statuten des Neokatechumenalen Wegs.

Dem Weg gehören nach eigenen Angaben etwa zwanzigtausend Gemeinschaften in 105 Ländern an, die sich auf neunhundert Bistümer und sechstausend Pfarreien verteilen. Dem Neokatechumenalen Weg folgen etwa eine Million Menschen auf der ganzen Welt, darunter dreitausend Priester.

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