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Pakistan: Religiöse Minderheiten klagen über Zwangsbekehrungen

7. Juni 2006 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Mit einer internationalen Kampagne sollen Politiker auf die Situation von christlichen und hinduistischen Gemeinden aufmerksam gemacht werden.


Lahore (www.kath.net / Fides) Christen und Vertreter religiöser Minderheiten in Pakistan sorgen sich wegen der zunehmenden Zwangsbekehrungen zum Islam, wie der Fidesdienst meldete. Vor kurzem veröffentlichte ein Forum der Religionsvertreter ein Dokument zum Thema „Zwangsbekehrungen bei Frauen und Rechte der Minderheiten in Pakistan“.

Unter den Unterzeichnern des Dokuments ist auch Bischof Joseph Cutts von Faisalabad. „Es ist traurig, wenn man feststellen muss, dass religiöse Minderheiten und insbesondere Christen und Hindus nicht das Recht der Gleichberechtigung genießen, das von der pakistanischen Verfassung garantiert wird“, klagt er.

Betroffen sind vor allem die Provinzen Punjab, Nordwest Frontier und Sind. Dort ist ein extremistischer Islam weit verbreitet, der andere Religionsgemeinschaften als „Fremdkörper“ in der pakistanischen Gesellschaft betrachtet. Oft ist die niedrige soziale Stellung der Mitglieder der christlichen und hinduistischen Gemeinden und der Sikh ein Nachteil.

Die Großgrundbesitzer sind Muslime und fordern von den Bauern die Bekehrung zum Islam als Voraussetzung für einen Arbeitsplatz, wobei sie ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung ausnutzen. Dabei schrecken sie auch vor Entführungen von jungen Frauen nicht zurück, die sie ebenfalls zum Islam zwangsbekehren oder heiraten.

Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen in Pakistan mitteilen, ist das Phänomen der Zwangsbekehrungen zum Islam in Pakistan besonders besorgniserregend, weil keine Maßnahmen getroffen werden, um es einzuschränken und die Verantwortlichen straffrei bleiben. Vertreter von Bürgerinitiativen haben beschlossen, in einem gemeinsamen Papier die eklatantesten Vorfälle zusammen zu fassen und das Dokument politischen und zivilen Behörden vorzulegen und eine internationale Kampagne zu starten, mit der Druck ausgeübt werden kann.

Zu der Agenda gehört auch die Forderung nach Abschaffung des so genannten „Blasphemie“-Paragraphen, der als ungerecht und diskriminierend betrachtet wird. Von den insgesamt 156 Millionen Einwohnern Pakistans sind 96 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei 2,5 Prozent (rund 1,2 Millionen Katholiken), der Anteil der Hindus liegt bei 1,5 Prozent.



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