07 Juni 2006, 14:52
Pakistan: Religiöse Minderheiten klagen über Zwangsbekehrungen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Pakistan'
Mit einer internationalen Kampagne sollen Politiker auf die Situation von christlichen und hinduistischen Gemeinden aufmerksam gemacht werden.

Lahore (www.kath.net / Fides) Christen und Vertreter religiöser Minderheiten in Pakistan sorgen sich wegen der zunehmenden Zwangsbekehrungen zum Islam, wie der Fidesdienst meldete. Vor kurzem veröffentlichte ein Forum der Religionsvertreter ein Dokument zum Thema „Zwangsbekehrungen bei Frauen und Rechte der Minderheiten in Pakistan“.

Werbung
syrien1

Unter den Unterzeichnern des Dokuments ist auch Bischof Joseph Cutts von Faisalabad. „Es ist traurig, wenn man feststellen muss, dass religiöse Minderheiten und insbesondere Christen und Hindus nicht das Recht der Gleichberechtigung genießen, das von der pakistanischen Verfassung garantiert wird“, klagt er.

Betroffen sind vor allem die Provinzen Punjab, Nordwest Frontier und Sind. Dort ist ein extremistischer Islam weit verbreitet, der andere Religionsgemeinschaften als „Fremdkörper“ in der pakistanischen Gesellschaft betrachtet. Oft ist die niedrige soziale Stellung der Mitglieder der christlichen und hinduistischen Gemeinden und der Sikh ein Nachteil.

Die Großgrundbesitzer sind Muslime und fordern von den Bauern die Bekehrung zum Islam als Voraussetzung für einen Arbeitsplatz, wobei sie ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung ausnutzen. Dabei schrecken sie auch vor Entführungen von jungen Frauen nicht zurück, die sie ebenfalls zum Islam zwangsbekehren oder heiraten.

Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen in Pakistan mitteilen, ist das Phänomen der Zwangsbekehrungen zum Islam in Pakistan besonders besorgniserregend, weil keine Maßnahmen getroffen werden, um es einzuschränken und die Verantwortlichen straffrei bleiben. Vertreter von Bürgerinitiativen haben beschlossen, in einem gemeinsamen Papier die eklatantesten Vorfälle zusammen zu fassen und das Dokument politischen und zivilen Behörden vorzulegen und eine internationale Kampagne zu starten, mit der Druck ausgeübt werden kann.

Zu der Agenda gehört auch die Forderung nach Abschaffung des so genannten „Blasphemie“-Paragraphen, der als ungerecht und diskriminierend betrachtet wird. Von den insgesamt 156 Millionen Einwohnern Pakistans sind 96 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei 2,5 Prozent (rund 1,2 Millionen Katholiken), der Anteil der Hindus liegt bei 1,5 Prozent.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

"Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu missbrauchen!" (157)

AfD-Abgeordneter auf offener Straße zusammengetreten (94)

Kardinal Marx gegen Begriff "christliches Abendland" (58)

Europäischer Gerichtshof zum deutschen „Homeschooling“-Verbot (44)

Nackte 'Pieta' und Lesbenbild im Pfarrhof des Wiener Stephansdoms (34)

Johannes Hartl: „Auch Christen können Depressionen haben“ (31)

Strebt die Mehrheit der deutschen Diakone ein Schisma an? (27)

Ex-Vatikandiplomat fordert McCarrick zu öffentlicher Reue auf (26)

Kardinal Wuerl wusste seit 2004 von Missbrauchsfällen durch McCarrick (25)

Geld regiert die Kirchenwelt (22)

'Wir haben keine Meinungsfreiheit in Deutschland!' (19)

Marx verleugnet zum wiederholten Mal das Christentum (19)

Polen: 38 Prozent der Katholiken nehmen an Sonntagmesse teil (18)

Päpstliche Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt wird ausgeweitet (17)

Überfall auf Wiener Kirche: Immer mehr spricht für Racheakt (16)