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PDS-Politiker Gysi: Gesellschaft braucht ein religiöses Fundament

17. März 2005 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Die Linke sei gescheitert, moralische Grundsätze können "nur aus der Religion kommen", meint der ehemalige PDS-Parteivorsitzende Gregor Gysi.


Köln (www.kath.net) Die Gesellschaft braucht ein religiöses Fundament, ist der ehemalige PDS-Vorsitzende und Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi überzeugt. Auch als „Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft”, sagte Gysi am Sonntag bei der Tagung des „Politischen Clubs” der Evangelischen Akademie Tutzing, wie das Kölner „Domradio“ berichtete.

„Ich glaube, dass Religion die Grundlage für allgemeinverbindliche, eine Mehrheit erreichende Moralnormen ist“, sagte Gysi im Interview mit dem „Domradio“. Die politische Linke sei im letzten Jahrhundert mit ihren Gesellschaftsentwürfen gescheitert, sie sei „im Moment nicht in der Lage, eine Moral für die Mehrheit der Gesellschaft zu entwickeln“.

„Moralische Grundsätze können bei uns eigentlich nur aus der Religion kommen. Dieses Fundament muss man erkennen und da hätten die Kirchen eine Aufgabe, von der ich meine, dass sie sie nicht ausreichend wahrnehmen.“ Wie soll diese Aufgabe verwirklicht werden? „Man darf sich als Kirchen, finde ich, nicht dem Zeitgeist unterwerfen“, schlug Gysi vor.

„Was mich ärgert, wenn in letzter Zeit auch von der katholischen und zum Teil auch von der evangelischen Kirche Erklärungen kommen, die so wirtschaftspolitisch und sozial in dieselbe Richtung gehen wie das, was die Parteien im Bundestag machen, also dass Sozialabbau erforderlich sei und so weiter.“ Die Kirchen müssten „ein Gegenpol sein“ und sich „in Konfrontation“ begeben.

„Wenn es andere als die Kirchen versuchen, werden sie höchstwahrscheinlich scheitern“, meinte Gysi. „Die Kirchen können noch relativ allgemeinverbindlich für Mehrheiten solche Dinge setzen in der Gesellschaft.“ Er selbst sei zwar nicht gläubig, anerkenne jedoch den Wert und die Bedeutung von Religionen. Sie würden alle politischen Systeme überdauern, auch wenn sich die Menschen immer wieder von Gott und ihrem Glauben entfernten – das habe ihm sein Vater schon beigebracht.



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