07 Januar 2005, 12:56
KPE-Webmaster erhebt schwere Anschuldigungen gegen SJM und Hönisch
 
Hildegard13
 
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Pfarrer Martin Leitner, ehemaliger Bundeskurat der "Katholischen Pfadfinderschaft Europas" und Webmaster der österreichischen Pfadfinderwebsite, im Gespräch mit KATH.NET.

Wien (www.kath.net)
„Der österreichische Bund ‚Katholische Pfadfinderschaft Europas’ (KPE) in Österreich’ hatte schon über viele Jahre mit dem Ruf zu kämpfen, der P. Hönisch anhaftet – Nähe zum Engelwerk, etcetera. Daher war eine Ausbreitung der Pfadfinderschaft nur in sehr kleinem Rahmen möglich, weil wir immer wieder auf Ablehnung seitens der Verantwortlichen in Pfarre oder Diözese stießen.“

Dies betonte Pfarrer Martin Leitner, ehemaliger Bundeskurat der Gruppe „Katholische Pfadfinderschaft Europas“ und Webmaster der Pfadfinderwebsite, am Donnerstag im Gespräch mit KATH.NET. Leitner erinnerte daran, dass auch im Sektenreferat der Erzdiözese Wien bei Aufzählungen von Sekten und fragwürdigen Gemeinschaften die KPE und SJM („Servi Jesu et Mariae“) genannt worden seien.

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Leitner bestätigte, dass es seit längerer Zeit Spannungen zwischen der SJM und der KPE-Österreich gegeben habe, insbesondere seitdem sich die SJM in Blindenmarkt (Niederösterreich) ansiedelte und mit der Betreuung einiger Pfadfindergruppen begann. „Es stellte sich für uns im österreichischen Bund die Frage nach der Registrierung dieser Gruppen, da ja jede KPE-Gruppe eines Landes bei der nationalen Bundesführung registriert sein musste“, betonte der Pfarrer.

Seitens der SJM-Mitglieder sei eine wirkliche Zusammenarbeit nicht möglich gewesen, berichtete er. „So waren die letzten vier Jahre keine gemeinsamen Pfadfinderlager möglich, die unter SJM-Führung stehenden Gruppen im Bereich Niederösterreich waren der Bundesführung und auch mir als Bundeskurat in pfadfinderischer und spiritueller Hinsicht weitgehend entzogen.“ Leitner erinnerte auch, dass neu hinzukommende Gruppen aus Wien so negativ behandelt wurden, dass sie von einem Beitritt wieder absahen.

„SJM-Angehörige versuchten, das religiöse Programm des österreichischen Bundes in der ihnen eigenen Engführung zu beeinflussen, gegen Mitglieder der österreichischen Bundesführung wurden Anschuldigungen getätigt, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würden.“

Laut Angaben von Pfarrer Leitner gab es im Oktober 2004 ein Treffen des Vorstandes der KPE-Österreich mit zahlreichen interessierten Pfadfinderführern. „Dabei wurde der Beschluss gefasst, die derzeitige gespannte Situation in ein ‚versöhntes Nebeneinander’ von SJM-geführten Gruppen und KPE-Österreich zu führen, um so eine Lösung dieser Blockade, die für alle Beteiligten nicht befriedigend ist, herbeizuführen“, sagte er.

Die Entscheidung sei seitens der SJM-nahen Pfadfinderführer hintertrieben worden, die Weisungen des Bundesfeldmeisters nicht zur Kenntnis genommen worden. Am 23. Dezember folgte schließlich der Bruch, da der Vereinspräsident, der Bundesfeldmeister und der Bundeskurat erkennen mussten, dass – so Leitner – „hinter ihrem Rücken (gegen die Statuten des Vereines ‚Katholische Pfadfinderschaft Europas- Österreich’) eine Führerinvestitur stattfand“ und „seitens des Federal Commissioners aus Frankreich Weisungen kamen, die als Vertrauensbruch gegenüber der österreichischen Bundesführung aufgefasst wurden“. Deshalb habe man sich zum Austritt bzw. Rücktritt von allen Ämtern entschieden.

Martin Leitner kündigte gegenüber KATH.NET auch an, dass es am kommenden Montag ein Gespräch zwischen dem ehemaligen Bundeskuraten und dem Federal Comissioner geben werde. KATH.NET erwartet in den nächsten Tagen auch eine Stellungnahme von P. Hönisch (SJM).

Diskussion im KATH.NET-Forum über KPE







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