25 November 2004, 00:02
Rocco Buttiglione: 'Für Freiheit der Christen kämpfen'
 
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Man müsse auf "schleichend totalitäre" Institutionen wie das EU-Parlament Druck ausüben - Gründung einer christliche Bewegung angekündigt - Vom Ausgang der US-Wahl ermutigt

Rom (kath.net/idea)
- Der wegen seiner christlichen Überzeugungen gescheiterte Kandidat für die EU-Kommission, der Italiener Rocco Buttiglione, will eine politische Bewegung ins Leben rufen, um "für die Freiheit der Christen" in Europa zu kämpfen. Man müsse Druck auf "schleichend totalitäre" Institutionen ausüben wie etwa das Europäische Parlament, sagte der Politologe. Der Katholik sieht die Meinungsfreiheit der Christen bedroht. Er war wegen seiner Glaubensüberzeugungen zur Abtreibung, zur Rolle der Frau und zur Homosexualität auf heftigen Widerstand bei sozialdemokratischen, liberalen und "grünen" EU-Parlamentariern gestoßen. Angesichts eines drohenden Scheiterns der gesamten EU-Kommission (Regierung) hatte der designierte Justiz-Kommissar seine Bewerbung zurückgezogen. Der Professor, der zu den Vertrauten von Papst Johannes Paul II. gehört, hatte in einer EU-Anhörung unter anderem erklärt, aufgrund seines christlichen Glaubens halte er Homosexualität für Sünde. Wie die britische Sonntagszeitung Sunday Telegraph (London) berichtete, will Buttiglione keine neue Partei gründen, sondern eine christliche Bewegung oder Vereinigung. Nach seinem Scheitern im EU-Parlament sei er mit Tausenden wohlwollenden Briefen und E-Mails geradezu überschwemmt worden. Politiker, nicht nur aus Italien, sondern auch aus Spanien, Großbritannien und Deutschland, hätten ihm Solidarität bekundet. Sympathie für seine ethische Grundhaltung habe er auch aus jüdischen und muslimischen Kreisen erhalten.

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Ermutigung durch US-Wahl

Buttiglione ist nach Darstellung des Sunday Telegraph in seiner Initiative für eine neue christlich-politische Bewegung vom Ausgang der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl ermutigt worden. Präsident George W. Bush verdankte seinen Sieg vor allem wertkonservativen und christlichen Wählern. In der italienischen Zeitung "Il Foglio" (Das Blatt) schrieb Buttiglione: "Unsere Intellektuellen in Europa waren immer überzeugt, daß die Moderne zum Aussterben der Religion führen werde. Nun zeigt uns Amerika, das fortschrittlichste Land der Welt, daß Religion ein fundamentales Element einer freien Gesellschaft und modernen Wirtschaft nicht nur sein kann, sondern tatsächlich auch ist."

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