02 Oktober 2004, 12:36
Die Heilung der Maria Zita Gradowska
 
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Hintergründe über das Wunder, das durch Kaiser Karl bewirkt wurde - Von Martin Kugler

Niemand wird nur wegen eines Wunders seliggesprochen. Im Verfahren zur Seligsprechung muss zunächst die Heiligmäßigkeit des Lebens erwiesen werden. Erst wenn diese festgestellt ist, wird ein Wunder, das auf die Fürsprache der betreffenden Person geschah, aufs genaueste geprüft. Im Falle Kaiser Karls ging es dabei um die Heilung der Maria Zita Gradowska, einer aus Polen stammenden Ordensfrau, die in Brasilien tätig war. Es ging dabei nicht um die bloße Heilung von Krampfadern (der Ausdruck alleine bietet sich für halblustig-spöttische Bemerkungen ja geradezu an...) Schwester Maria Zita litt bereits in jungen Jahren unter starken Schmerzen in den Beinen. Seit 1944 kam es zu inneren Blutungen und drei Jahre später zum ersten offenen Geschwür. Eine Operation schloss das Geschwür, verminderte aber weder Ödeme noch Schmerzen. Es traten weitere offene Geschwüre auf. Eines davon galt als inoperabel und schloss sich auf keine Therapie hin. Schwester Maria Zita war schließlich ans Bett gefesselt.

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Eine Mitschwester riet ihr, sich um die Fürbitte Kaiser Karls I. von Österreich, zu bemühen. Das wollte Schwester Maria Zita aber nicht, da sie den Habsburgern eher ablehnend gegenüberstand. Im Dezember 1960, als Schwester Maria Zita trotz Beruhigungsmittel wieder einmal nicht einschlafen konnte, entschloss sie sich doch zu einer kurzen, ängstlichen Fürbitte an Kaiser Karl und versprach, am nächsten Tag eine Novene zu beginnen. Der Schmerz hörte auf, die Schwester schlief ein. Am folgenden Tag erwachte Maria Zita Gradowska ohne Schmerzen. Die vorher offene Wunde war trocken verschorft. Die Schwester konnte aufstehen, in die Kapelle gehen und dort zum Gebet niederknien. Die Wundkruste fiel wenig später ab. Das Geschwür war völlig abgeheilt, die Schmerzen waren und blieben bis zu Tode Maria Zitas im Jahre 1989 (im Alter von 95 Jahren!) verschwunden. Es traten keine weiteren Probleme des venösen Kreislaufs mehr auf und Schwester Maria Zita konnte ungehindert ihrer Arbeit nachgehen. Es gibt auch in Seligsprechungsverfahren nicht sehr viele Fälle derart offensichtlicher, sichtbarer Wunderheilungen.

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