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Die Eucharistiefeier ist keine ökumenische Feier

1. Juni 2004 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Interview mit Kardinal Arinze über die Instruktion "Redemptionis Sacramentum": Es ist klar, dass die Eucharistiefeier kein Gottesdienst für einen Juden, einen Muslim, Hindu oder Angehörigen der traditionellen Religionen ist.


Vatikan (kath.net/Zenit.org
„Die Eucharistie ist der größte Schatz, den die Kirche hier auf Erden hat: Sie ist Christus selbst. Kann es dann überraschen, dass die Kirche darauf bedacht ist, die Feier dieses erhabenen Mysteriums zu bewahren, zu sichern und dessen Verehrung zu fördern?“, fragt Kardinal Francis Arinze. Der nigerianische Prälat ist der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, jenes Dikasterium des Heiligen Stuhls, das am 23. April 2004 die Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ herausgegeben hat.
Im Interview mit ZENIT spricht der Kardinal über die Motive, die zur Erstellung dieses Dokumentes geführt haben.

Zenit: Wenn man die Instruktion liest, erhärtet sich der Eindruck, dass die Praxis der Eucharistie in den letzten Jahrzehnten in den liturgischen Formen vernachlässigt und in ihrer tiefsten Bedeutung geschwächt wurde. Welche Ziele sollen mit der Instruktion erreicht werden?

Kardinal Arinze: Das Ziel der Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ ist eine stärkere Einhaltung der Normen in Bezug auf die Feier der Eucharistie sowie eine Ausweitung der Verehrung der Heiligen Eucharistie auch außerhalb der Messe – wie die Anbetung, die eucharistische Stunde, die Segnungen, die Prozessionen und die eucharistischen Kongresse. Die Instruktion ist auch als Antwort auf die Enzyklika des Heiligen Vaters „Ecclesia de Eucharistia“ zu verstehen, der in Absatz 52 fordert, dass die Instruktion auch speziell auf einige Missbräuche hinweisen und auf deren Vermeidung hinwirken soll.

Zenit: Sie haben gegenüber Radio Vatikan erklärt, dass die Eucharistiefeier kein ökumenischer Akt ist und schon gar nicht interreligiös. Könnten sie Ihren Standpunkt diesbezüglich näher erläutern?

Kardinal Arinze: Die Eucharistiefeier ist keine ökumenische Feier, weil sie eine interne Feier der katholischen Kirche ist. Sie ist die höchste Feier der Kirche und der Katholiken, die darin in vollkommener Glaubens- und Sittengemeinschaft mit dem Papst und den Bischöfen stehen. Eine ökumenische Feier ist etwas Gutes, wenn sie von den Obersten der beteiligten christlichen religiösen Gemeinschaften gebilligt wird. Ein Beispiel dafür ist ein Gebet oder ein Bibelstunde, die gemeinsam von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern, Lutheranern und Presbyterianern durchgeführt wird. Eine ökumenische Feier ist etwas ganz anderes als eine Messe. Es ist klar, dass die Eucharistiefeier kein Gottesdienst für einen Juden, einen Muslim, Hindu oder Angehörigen der traditionellen Religionen ist. Das, woran wir glauben, bestimmt die Art unseres Betens.

Zenit: In den Vereinigten Staaten und in Europa wurde die Diskussion über die Kohärenz katholischer Politiker losgetreten. Darin geht es um Fälle, in denen Politiker sich zum katholischen Glauben bekennen, sich in ihrer Haltung jedoch offen gegen die Lehre der Kirche stellen; etwa bei Gesetzen, die die Abtreibung ermöglichen, die Euthanasie, homosexuelle Ehen oder die Verbreitung von Verhütungsmitteln fördern, die sich gegen das Leben richten. Der Empfang der Kommunion dieser in der Öffentlichkeit stehenden Menschen erregt Anstoß bei den Gläubigen. Spricht die Instruktion dieses Problem an? Welche Lösungen bietet ihre Kongregation an?

Kardinal Arinze: Die Moraltheologie und das kanonische Recht legen fest, welche Katholiken die heilige Kommunion empfangen dürfen und welche nicht. Die Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ geht in den Absätzen 81 und 82 auf einige dieser Details ein, erläutert aber nicht direkt die Frage, die Sie aufgeworfen haben. Es obliegt den Bischöfen, diese Disziplin in den Diözesen und Ländern den Gläubigen zu erklären sowie die Lehre, auf der sie gegründet ist.

Zenit: Die Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ spricht mehr von der zentralen Bedeutung der Eucharistie als dass sie die Fehler aufzählt. Welche Bedeutung hat die Eucharistie für das Leben der Kirche?

Kardinal Arinze: Das eucharistische Opfer ist „die Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ („Lumen Gentium“, 11). Die Eucharistie steht im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens („Ecclesia de Eucharistia“, 3). Die Eucharistie ist der größte Schatz, den die Kirche auf Erden hat: Sie ist Christus selbst („Presbyterorum Ordinis“, 5). Kann es dann überraschen, dass die Kirche darauf bedacht ist, die Feier dieses erhabenen Mysteriums zu bewahren, zu sichern und dessen Verehrung zu fördern?



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