Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  11. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  12. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  13. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  14. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  15. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität

Radio Horeb: Zu katholisch für München?

25. Mai 2004 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Radio Horeb" bewirbt sich um eine UKW-Frequenz in München. Kurz vor der Entscheidung schwingt die "Süddeutsche" die Fundamentalismus-Keule. Ein Bericht von Markus Reder / DIE TAGESPOST.


Würzburg (www.kath.net / tagespost)
Der Vorwurf ist massiv. „Einseitig, fundamentalistisch, frauenfeindlich“ titelte die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) jüngst in ihrem Münchner Lokalteil. Gemeint waren nicht etwa Islamisten, die die bayerische Landeshauptstadt unterwandern, sondern der katholische Privatsender „Radio Horeb“. Bislang zu empfangen über Astra-Satellit und etliche Kabelnetze, hat sich „Radio Horeb“ um die freie Münchner UKW-Frequenz 92,4 beworben. Und die Chancen auf einen Zuschlag stehen nicht schlecht: Der Hörfunkausschuss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat dies mit großer Mehrheit ausdrücklich begrüßt. Entschieden ist damit aber noch nichts. Bei dem Votum des Hörfunkausschusses handelt es sich um eine Empfehlung für den Medienrat der Landeszentrale, der am 27. Mai endgültig über die Vergabe der Frequenz befindet.

Dann doch besser die Türken

Eine Entscheidung, die – so fürchtet die SZ – tatsächlich zu Gunsten der katholischen Radiomacher aus Balderschwang ausgehen könnte. Mit im Wettbewerb um die freie Frequenz sind ein Sender für türkisch stämmige Münchner und ein Messe- und Flughafensender, bei dem auch Karl-Otto Sauer mitwirkt. Sauer war in den achtziger Jahren Leiter des Medienressorts eben jener Zeitung, die jetzt schweres Geschütz gegen „Radio Horeb“ aufgefahren hat: der „Süddeutschen“.

Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche würden die Pro-Horeb- Entscheidung des Hörfunkausschusses scharf kritisieren, hieß es in der SZ vom 11. Mai. Gemeint waren nicht etwa der bayerische Episkopat und die evangelische Landeskirche, sondern der Sendlinger Gemeindepfarrer Klaus Mucha und Anke Geiger, die für die evangelischen Frauenorganisationen in der Landeszentrale für neue Medien sitzt. Mucha, seit 34 Jahren zuständig für die Hörfunkbeiträge der Erzdiözese München und Freising im Bayerischen Rundfunk, brandmarkte „Radio Horeb als „sehr einseitig“ und „fundamentalistisch“. Im Übrigen fand Mucha, dass es ausreiche, wenn die Kirche im öffentlich-rechtlichen Programm vertreten sei.

Eine Äußerung, die Medienexperten verwundert: Hält der Geistliche tatsächlich, dass, gesamte bereits bestehende kirchliche Engagement im privaten Hörfunk für unnötig? Und was ist mit den Kürzungen kirchlicher Sendezeit beim Bayerischen Rundfunk? Alles kein Problem für die Kirche? Was auch immer Mucha gemeint haben mag, den katholischen Sender „Radio Horeb“ will er jedenfalls nicht in München haben. Auch Anke Geiger nicht. Die streitbare Protestantin ist die Vorsitzende des BLM-Hörfunkausschusses. Über die SZ ließ sie wissen, dass sie „Radio Horeb“ „abstoßend“ für ein modernes Großstadtpublikum findet.

Geiger glaubt – wie Mucha – fundamentalistische Tendenzen zu erkennen. Besonders kritisiert sie das Frauenbild. Eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des Hörfunkausschusses sieht das offensichtlich anders als die Vorsitzende und hat sich für „Radio Horeb“ ausgesprochen. Was die SZ dazu veranlasste, der Landeszentrale für neue Medien eindringlich zu raten, die Finger von „Radio Horeb“ zu lassen. Da seien denn doch die Türken ein passenderes Angebot für München, war zu lesen.

Warum der katholische Privatsender keinen Platz in der Landeshauptstadt haben soll, blieb dabei unklar. Den Anschuldigungen folgten keine Fakten, die die Vorwürfe belegt hätten. Dabei geben sich die katholischen Radiomacher aus Balderschwang alles andere als zugeknöpft. Im Internet informiert „Radio Horeb“ ausführlich über sein Sendeschwerpunkte. Liturgie, Katechese, Lebenshilfe, Soziales, Musik und Nachrichten seien die Säulen eines Programms, das sich bewusst am Lehramt der katholischen Kirche orientiere, heißt es da.

Als „völlig absurd“ bezeichnet Pfarrer Richard Kocher, Gründer und Programmverantwortlicher von „Radio Horeb“ die Vorwürfe. „Es hat nie eine einzige offizielle Beschwerde oder Rüge gegen uns gegeben“, hebt Kocher hervor. Bei den entscheidenden Sendungen dürfen Zuschauer anrufen und sich einschalten. Der Dialog mit den Hörern sei ausdrücklich gewünscht, so der Geistliche. Kocher sieht die große Mehrheit des bayerischen Episkopates auf seiner Seite.

„Zahlreiche Bischöfe setzen sich für ,Radio Horeb‘ ein“, sagt er. Nicht nur in Bayern. Zum Beispiel gehöre auch Kardinal Ratzinger zu den Unterstützern des Senders, so der Pfarrer aus Balderschwang. Die Nähe zum kirchlichen Lehramt drückt sich denn auch in zahlreichen Übertragungen von Pontifikalämtern und Sendungen mit Bischöfen und Kardinälen aus.

Ein Sendeprofil, das Kritiker schäumen lässt

Dass ein solches Programm Gegner auf den Plan ruft, ist für Kocher nicht neu. Er weiß von Kritikern, die es bereits für einen Ausdruck von Fundamentalismus halten, wenn Rosenkranz und heilige Messe von „Horeb“ übertragen werden. Das kommentiere sich selbst, meint der Geistliche. Wer für den Lebensschutz ungeborener Kinder ist, sei auch keineswegs frauenfeindlich, schickt er nach.

Gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit haben sich auch die elf Mitarbeiterinnen des Senders gewandt. In einem Brief an die Vorsitzende des Hörfunkausschusses, Anke Geiger, weisen sie deren Angriffe entschieden zurück und fragen: „was an unserem Frauenbild (dem der katholischen Kirche) so problematisch sei.“

Auch in Österreich hatte es vor einiger Zeit Auseinandersetzungen um eine freie UKW-Frequenz gegeben. Zugesprochen wurde sie schließlich „Radio Maria“. Ein Sender, der wichtige Teile seines Programms von „Radio Horeb“ bezieht. Für Kocher ein Erfolg, den er auch auf die Unterstützung der Kardinäle Schönborn und König zurückführt.

Das Erzbistum hält sich aus dem Streit heraus

Das Erzbischöfliche Ordinariat München hält sich aus dem Streit um „Radio Horeb“ heraus. Der Sender sei keine „offizielle kirchliche Einrichtung, sondern eine private Initiative katholischer Christen“, betont Winfried Röhmel, Pressesprecher des Erzbistums gegenüber dieser Zeitung. Die Äußerungen des Rundfunkbeauftragten, Pfarrer Mucha, seien dessen persönliche Ansicht, sagt Röhmel. „Es gab kein Mandat, für das Erzbistum zu sprechen.“

Von Seiten des Ordinariates gebe es gegenüber „Radio Horeb“ weder „Berührungsängste“ noch „Gegnerschaft“, aber auch kein „Parteiergreifen“, hebt Röhmel hervor. Für den Pressechef des Ordinariates stellt „Radio Horeb“ einen „Ausschnitt des Katholischen dar, nicht die gesamte Bandbreite.“

Wenn der Sender den Schritt von der „Nische“ in die „freie Wildbahn“ tue, müssen sich zeigen, ob er die „notwendige Professionalität und katholische Offenheit“ mitbringe, um ein weiteres Spektrum anzusprechen und zu bestehen, sagt Röhmel. „Dafür kann man nur alles Gute wünschen“, meint er weiter. „In einem solchen Projekt stecken auch große Chancen. Wir werden das vorurteilsfrei beobachten.“

(c) DIE TAGESPOST/ Markus Reder



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  2. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  3. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  4. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  5. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  6. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  7. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  8. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  9. "Hassprediger und Hofnarr"
  10. Die BBC hatte eine Trump-Rede gezielt frisiert, so dass sie zum angeblichen Gewaltaufruf wurde






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  3. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  9. Vertrauenskrise in der Kirche
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  14. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  15. 'Gut' gebrüllt, Löwe?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz