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Die Chance auf etwas Außergewöhnliches

vor 3 Tagen in Jugend, keine Lesermeinung
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Aber eines ist sicher – wenn das Ende der Welt nicht vorher eintritt, so wird Weihnachten dennoch stattfinden - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Viktoria Samp


Berlin (kath.net)

Dieses Jahr ist alles anders. Auch Weihnachten wird wohl nicht so sein, wie wir es kennen. Nach einer langen Zeit von Beschränkungen und Restriktionen im Zusammenhang mit dem Coronavirus wird es uns fast seltsam erscheinen, wenn wir uns im großen Familienkreis zusammensetzen. Einige von uns werden vielleicht die Distanz zu dem Anderen so sehr verinnerlicht haben, dass sie auch im Familienkreis mit großer Vorsicht dem Anderen begegnen werden oder gar große Treffen meiden. Und die ganzen Vorbereitungen? Auch diese werden anders aussehen. In einigen Ländern haben große Einkaufsgalerien und -zentren bereits jetzt geschlossen. Wer weiß, was noch alles im Dezember auf uns zukommen wird? Ob die Gottesdienste wie gewohnt stattfinden werden? Heute weiß es noch keiner.

Aber eines ist sicher – wenn das Ende der Welt nicht vorher eintritt, so wird Weihnachten dennoch stattfinden. Unabhängig davon, wie wir es in diesem Jahre begehen werden, wird der Geburt Christi wie jedes Jahr am 25. Dezember gedacht. Die Menschenwerdung Gottes, die Tatsache, dass Gott Mensch wurde, um mitten unter uns einer von uns zu sein. In völliger Freiheit entschied sich Gott dazu, die Konsequenzen der Sünde auf Sich zu nehmen, um mit uns Leid und Schmerz zu ertragen. Und Maria nahm trotz der schwierigen Umstände das Kreuz auf sich, jammerte nicht über die Verhältnisse, sondern legte ihr Leben und die Geburt Christi voll Vertrauen in Gottes Hand. Sie wusste, dass Er alles zum Guten wenden und ihr beistehen wird. Weihnachten ist wahrhaftig ein Fest der Liebe, ein Fest, das uns Trost und Hoffnung schenkt, ein Fest, das uns zeigt, dass jeder von uns so wichtig für Gott ist, dass Er immer bei uns und unter uns ist.


Den Umstand, dass das diesjährige Weihnachtsfest anders sein wird als jedes andere, können wir als große Chance begreifen. Die geschlossenen Einkaufszentren stellen für mich eine wunderbare Symbolik dar – der üblichen Jagd nach Geschenken schon Wochen vor Weihnachten wurde ein Strich durch die Rechnung gezogen. Der Umstand ist auch eine Anregung nachzudenken, auf welche andere Weise man den anderen Menschen beschenken kann. Vielleicht können wir uns dieses Jahr mehr darauf konzentrieren, die Menschen „innerlich“ zu beschenken, nicht äußerlich. Vielleicht geben wir ihnen etwas selbstgemachtes, etwas persönliches, etwas von Herzen. Dazu braucht es nicht viel – ein paar gute Worte von Herzen sind eine wunderbare Überraschung. Ein handgeschriebener Brief, in dem wir zum Ausdruck bringen, was die andere Person für uns und unser Leben bedeutet, kann so viel mehr Freude schenken als das nächste im Supermarkt gekaufte Buch, Kleidungsstück oder Gesellschaftsspiel. Wir haben jetzt die Zeit und Ruhe, die wir oft vor Weihnachten vermisst haben, um uns wirklich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und vielleicht wird diese Idee auch eine Anregung dazu, wieder in Kontakt zu treten mit Menschen, die lange in Vergessenheit geraten sind, mit Menschen, denen wir noch einen Rückruf schuldig geblieben sind, oder gar mit Menschen, mit denen wir uns noch versöhnen sollten, bevor es zu spät wird.

Wenn wir den anderem Menschen zwar äußerlich mit Distanz begegnen müssen, lassen wir uns wenigstens die innerliche, herzliche Nähe nicht nehmen. Wir beschweren uns oft über die uns aufgeworfenen Pflichten oder Verbote, sehen aber nicht die vielen Chancen, die wir selber verpassen, um in eine wahre innerliche Nähe mit den Mitmenschen zu treten. Auch das zu realisieren ist ein „Talent“, den wir nicht vergraben dürfen, sondern den wir nutzen und zum Dienste unserer Mitmenschen und Gott einsetzen sollten!

Menschen, die im Sterben liegen, bereuen oft, den Anderen nicht (oft genug) gesagt zu haben, dass sie sie lieben. Jetzt ist die Chance, diese so besonderen, aber doch selten ausgedrückten Worte zu äußern.


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