Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  4. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  5. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  6. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  7. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  8. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  9. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  10. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  11. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  12. Die Stunde der Heuchler
  13. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs

Vatikan verhängt schwere Disziplinarstrafe gegen polnischen Kardinal Hendryk Gulbinowicz

7. November 2020 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


97-Jähriger verliert Recht auf Nutzung der Bischofsinsignien und auf Bestattung im Dom von Wrocław (Breslau), darf keine öffentlichen Gottesdienste mehr feiern – Deutliche Reaktion aus dem Erzbistum: Dies bestätigt Richtigkeit der Anklagen


Wrocław (kath.net/pl) Der Vatikan verhängt eine schwere Disziplinarstrafe gegen den polnischen emeritierten Erzbischof Hendryk Kardinal Gulbinowicz. Der 97-Jährige verliert das Recht auf Nutzung der Bischofsinsignien und auf Bestattung im Dom von Wrocław (Breslau). Er darf nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten und keine öffentlichen Gottesdienste mehr feiern. Das gibt die Apostolische Nuntiatur in Warschau in einem Kommuniqué bekannt. Einen Grund für diese empfindliche Bestrafung nennt die Nuntiatur nicht. Allerdings wird die weitere Bemerkung der Nuntiatur weithin als Hinweis gewertet: Der Kardinal müsse einen „angemessenen Beitrag“ für die Stiftung St. Józef leisten, die „von der polnischen Bischofskonferenz gegründet wurde, um die Aktivitäten der Kirche zugunsten von Opfern sexuellen Missbrauchs“ zu unterstützen, die „psychologische Hilfe sowie Prävention und Aufklärung von Personen, die für den Schutz von Minderjährigen verantwortlich sind“, anbiete.


Das Erzbistum Wrocław (Breslau) reagiert in einer Stellungnahme mit deutlichen Worten. Das Erzbistum schreibt wörtlich:

„Die Ankündigung der Apostolischen Nuntiatur in Bezug auf den Priester Henryk Kardinal Gulbinowicz ist für uns als Kirche in Breslau schmerzhaft, da sie zeigt, dass in der Vergangenheit einige Menschen von dem Geistlichen, der unsere Diözese leitete, ernsthaft verletzt worden waren. Diese Menschen verdienen die Worte „Es tut mir leid“. Wir drücken unseren Respekt für sie aus und erklären unsere Bereitschaft zur Unterstützung und Hilfe.

Die Schwere der gegen den Kardinal verhängten Sanktionen zeigt, dass die Untersuchung die Richtigkeit der Anklagen gegen den Kardinal im öffentlichen Raum bestätigte. Die Tatsache, dass die Angelegenheit aufgegriffen, geklärt und zum Abschluss gebracht wurde, bestätigt, dass es in der Kirche keine Nachsichtigkeit für diese Art von Verbrechen gibt und dass es niemals erlaubt sein wird, sie zu tolerieren. Trotz der Tatsache, dass es sich um Taten handelt, die vor Jahrzehnten stattgefunden haben, werden sie in der Kirche niemals als verjährt angesehen. Dies erlaubt uns auch zu vertrauen, dass die Kirche fest reagiert und solche Situationen heute und in Zukunft nicht wieder auftreten lässt.“

Gulbinowicz war 1976-2004 der Erzbischof von Wrocław gewesen. Papst Johannes Paul II. hatte Gulbinowicz am 25. Mai 1985 in das Kardinalkollegium aufgenommen. 2019 erhob der Dichter Przemysław Kowalczyk den Vorwurf, dass Gulbinowiczihn drei Jahrzehnte zuvor sexuell belästigt habe. Nach polnischem Strafrecht gab es keine Verhandlung, weil die mutmaßliche Tat bereits als verjährt galt. Nach den aktuellen Reaktionen aus dem Vatikan und aus dem Erzbistum können diese und/oder ähnliche Vorwürfe wohl als bestätigt gelten.

Das Kommuniqué der Apostolischen Nuntiatur

Mehr dazu auf kathtube:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Rosenzweig 7. November 2020 

In der Tat - eine schwere Disziplinarstrafe..

für den nun bereits 97jhrg(!) poln. Erzbischof Gulbinowicz!
Drei Jahrzehnte liegt die mutmaßl. Straftat zurück, warum erst JETZT 2019 die wohl erneute Klage des Opfers?
Und die aktu. Reaktion aus Vatikan u. Erzbistum..?!

Mich berührt es schmerzlich- sollte man diese mutmaßl. Straftat vor Jahrzenten + die erst JETZT erfolgten Sanktionen für diesen 97.jhrg. EB. in seinem hohen Alter nicht so Öffentl. machen?!
--
Jesus sprach zu ihnen(Jüngern): "Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige.
BITTET den HERRN der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!" -Luk.10

Tun wir das wieder bewusster..-
Der monatl. Priester Donnerstag/ Herz-Jesu Freitag + heute MARIÄ-SÜHNE-Samstag!

In der Gebetst. Marienfried + sicher auch vieler anderer Orts werden diese Gnadentage auch intensiv gefeiert.
Leider durch die erneut. Cor.Einschrkg. ist heute wieder Tein.Zahl begrenzt-
aber um so dankb. können wir zu Hause die Liturgie live mitfeiern! So verbunden..

www.youtube.com/watch?v=UNtKPhyCrXo


4
 
 aronia 7. November 2020 
 

Und wenn der Kardinal unschuldig ist?!

Wieso hat der Ankläger mit seiner Anzeige solange gewartet bis der Kardinal fast das hundertste Lebensjahr erreicht hat? Das ist alles mehr als suspekt und nicht sehr glaubwürdig. Sollte man nicht erst einmal die Unschuldsvermutung Gulbinowiczs aufstellen?


4
 
 Chris2 7. November 2020 
 

Und wieder war es ein männliches Opfer.

Man kann nur hoffen, dass die weltweiten Päderastensümpfe wenigstens im nächsten Pontifikat endlich trockengelegt werden...


2
 
 Aquae 7. November 2020 

Auch unter Päpsten, Bischöfen und Priestern gibt es grosse Sünder

Trotz aller Abscheu gegen Pädophilie und jegliche Arten von Missbrauch soll doch gesagt sein, dass die Kirche aus Menschen besteht und deshalb nicht frei von Sünde(r)n ist. Nur unsere Liebe Frau war ohne Sünde, das wissen wir. Nur wenige Päpste wurden über die Jahrhunderte heilig gesprochen! Und die grössten Häresien kamen immer aus dem Klerus. Wenn wir an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche glauben, dann können wir auch mir diesen Unvollkommenheiten umgehen, wir müssen sie aber benennen und Schuldige aus dem Verkehr ziehen. Das ist oft schmerzhaft, weil man das, was man liebt, schützen will. Wir wissen aber auch, dass der Zweck die Mittel nie heiligen darf. Hoffentlich wird der McCarrick-Bericht nichts beschönigen!


2
 
 J. Rückert 7. November 2020 
 

Gewissen erst auf Druck?

Es stimmt traurig, dass die Umkehr der Kirche von außen kommen musste. Früher wurden solche Vorkommnisse verborgen, um Schaden von der Kirche abzuwehren. Heute wird geahndet, um Schaden von der Kirche abzuwehren?


1
 
 Octavianus 7. November 2020 
 

@kathleser
Sie wissen aber schon, dass McCarrick härter bestraft worden ist, als jemals ein Kardinal zuvor. Zu Recht!


3
 
 kathleser 7. November 2020 
 

Gleiches Recht für alle

Eigentlich müsste diese Strafe auch für andere Kardinäle und Bischöfe gelten .
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass etliche ‚Kandidaten‘ im Vatikan Unterschlupf bzw. Schutz gefunden haben.(Mc Carrick etc)


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  7. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  8. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  9. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  10. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  11. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  12. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  13. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  14. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  15. Die Stunde der Heuchler

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz