Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  5. "Tun wir so als wäre da nichts"
  6. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  7. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  8. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  9. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  10. CoV: Mehrere Staaten verschärfen Schutzregeln für Gottesdienste
  11. US-Bischof: Die Kirche kann ‚objektiv unmoralische Beziehungen’ nicht akzeptieren
  12. Covid-19-Pandemie hat ‚neue Ekklesiologie, neue Theologie’ gebracht
  13. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  14. „Sind es nicht wir Katholiken, die sich für den bedingungslosen Schutz des Lebens einsetzen?“
  15. Das Bild Gottes – eingeprägt in die Würde des Menschen

Die geheimnisvollen drei Kreuzchen

16. Oktober 2020 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein tägliches Experiment: Wie eine Checkliste der heiligen Mutter Teresa auch dein Leben ein Stück heiler machen kann. Benedicta von Petra Knapp-Biermeier.


Linz (kath.net) Zusammengekauert sitzt sie da, der Rücken gekrümmt. Sie lauscht. Nickt, presst die Lippen zusammen. Führt ihre Hand zum Mund, senkt den Kopf, zeichnet mit dem Daumen rasch drei kleine Kreuze drauf. Schweigt weiter und hört zu.

Etwa eine Sekunde dauert das, und wer nicht scharf beobachtet hat, dem ist sie nicht aufgefallen, die kleine Geste, die ausschlaggebend dafür ist, ob Mutter Teresa etwas sagt oder ob sie schweigt und weiter zuhört.

P. Leo Maasburg, ihr langjähriger geistlicher Begleiter, erzählt von den geheimnisvollen drei Kreuzchen, jener inneren Checkliste, mit denen die Heilige ihr Reden regulierte. Jedes Kreuzchen stand für eine Frage. Erstens: Ist es wahr, was ich sage? Zweites: Ist es in der Liebe? Drittens: Ist es notwendig, dass ich das überhaupt sage bzw. dass ich das genau jetzt sage, zu diesem Zeitpunkt?

Immer wieder sprechen mich Erfahrungen an, wo es um die Macht unserer Worte geht. Und ich versuche in meinem Alltag, kleine Inseln zu schaffen, wo ich Sätze beginne mit den Worten „Ich ermutige dich, ...“ Allein dieser Satzanfang lässt Menschen aufhorchen, durchatmen, sich entspannen.


Worte können froh machen oder massiv entmutigen und kränken. Eine Freundin erzählte mir von ihrem Sohn, der eine schlechte Note auf eine Schularbeit bekommen hatte. Der Lehrer fragte ihn vor der Klasse „Hast du gelernt?“ Der Schüler nickte, weil er tatsächlich gelernt hatte. Der Lehrer legte ihm das Heft hin mit den Worten „Da habe ich aber nichts davon bemerkt.“

Hätte der Lehrer die drei Kreuzchen berücksichtigt, hätte er wohl geschwiegen. Welchen Effekt hatte sein Kommentar? Der Schüler ging beschämt, entmutigt und traurig nach Hause. Es gibt unzählige Geschichten, die unseren Alltag durchweben, wo durch Worte eine Situation schlagartig eskaliert und innerhalb von Sekunden in ein Schlachtfeld verwandelt.

Es ist schon Jahre her, als wir mit einer befreundeten Familie in einem Gasthaus zusammen saßen. Wir waren ins Gespräch vertieft, und meine Bekannte wurde im Minutentakt von ihrer achtjährigen Tochter unterbrochen und angequängelt. Irgendwann flüsterte die Mutter mir zu: „Puh, ich muss jetzt atmen und bis zehn zählen, sonst fange ich zum Schreien an...“ Sie schaffte sich mit dieser kleinen Übung innerlich wieder einen Freiraum, und bei der nächsten Unterbrechung schickte sie ihre Tochter mit einem klaren „Nein“ weg.

Es ist viel leichter, die passenden Worte zu finden, wenn wir entspannt und ausgeglichen sind. Aber wie schwer ist es, die Selbstkontrolle zu bewahren, wenn kurz vor dem Abendessen die offene Saftflasche umkippt und alles verklebt, während das Telefon läutet und dein Kind dich zum dritten Mal fragt, ob du seine Handyzeit verlängerst?

Wie oft kriegt mein Mann den Frust ab, der sich im Laufe der Stunden bei mir ansammelt, und mit dem er nichts zu tun hat? Wie oft lassen wir es andere spüren, wenn uns etwas nicht passt? Wie oft laden wir unseren Frust über die Politik ab oder über die Kirche, wie oft verbreiten wir Negatives und suchen dadurch Erleichterung?

Was auch immer dein persönliches Schlachtfeld ist, das dich zu negativen, entmutigenden, kränkenden Worten verleitet: Ich ermutige dich zu einem Experiment, das dein Leben ein Stück heiler machen wird. Bringe einmal am Tag eine herausfordernde Situation mit deinen Worten unter Kontrolle. Zeichne die drei Kreuzchen auf deine Lippen und checke, ob deine Worte wahr, liebevoll und nötig sind. Dann sprich – oder schweige. Mit deinen Worten hast du viel in deiner Hand, mit deinen Worten schaffst du Raum und ermöglichst neues Leben! „Freundliche Worte können kurz und leicht ausgesprochen werden, aber ihr Nachklang ist unendlich.“ (Heilige Mutter Teresa von Kalkutta)

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Rosenzweig 17. Oktober 2020 

Nachtrag ..

Ich habe eben- eigentl. zufällig/geführt!.. ein beeindruckendes Video geschaut.-(s.unten Link)-

P. Leo Maasburg spricht über Mutter Theresa u.ihre Mission in Russland - dazu zur gleichen Zeit + Tag (24. März 1984)-
an dem Pp.Joh.Paul II - die Weltweihe (einschl. Russland..!!)
an das "Unbefl. Herz Mariens" in Rom vollzogen hatte..!
-
Ist tief berührend + dazu echt spannend- die Fügungen GOTTES + Führung durch MARIA - mitzuerleben!
-
In dieser "geteilten" Freude - doppelt verbunden...

www.youtube.com/watch?v=THoDGXBrdis


4

0
 
 Rosenzweig 17. Oktober 2020 

Danke - liebe Frau Knapp-Biermeier...

Ihr schöner Artikel geht wirklich zu Herzen u. lässt zugleich das Gewissen anfragen:

Wie steht`s mit meinen Worten gesprochen oder auch geschrieben..?
Auch unbedachtes Reden- manchmal besser bewusstes Schweigen u. ZU + HIN- HÖREN..?

Und man spürt, viell. sogar überraschend, Wertvolles u. Schönes in den Worten des Anderen, was mich eingentl. beschenken möchte..- statt reden oder zu „zerreden“!

Es gilt auch, dass unsere Worte ein Spiegel unserer Seele sein möchten?!

Ein wertvoller Auftakt- gleich heute die “geheimnisvollen Kreuzchen“ der hl. Mutter Theresa,
u. mit IHRER Hilfe-
besd. bei unseren Allernächsten, wieder bewusster zu beherzigen!

In diesem frohen Bemühen mit einem „Herzl. vergelts GOTT“ - dankb. verbunden,,


5

0
 
 lesa 17. Oktober 2020 

Höre, mein Sohn (Beginn d. Benediktusregel)

@Stephanus 2: Gut gesagt!
Die Bibel ist voller Hinweise auf das Reden und Schweigen. "Herr, stelle eine Wache vor das Tor meiner Lippen", betet der Psalmist. Das kann allerdings auch dazu führen, im rechten Moment den Mund aufzumachen, weil es auch heißt: "Halte zur rechten Zeit dein Wort nicht zurück (Jes Sir 4, 24) Versäumnisse dieser Art kommentiert die Bibel so:
"Die Wächter des Volkes sind blind, sie merken allesamt nichts. Es sind lauter stumme Hunde, sie können nicht bellen. Träumend liegen sie da und haben gern ihre Ruhe." (Jes 56, 10)
Vor derart unverantwortlichem Schweigen hat sogar der kontemplative Sel. Charles de Foucauld gewarnt.
Tägliche Bemühung: Zuerst hören, was Gott gerade will und das Kreuz nicht scheuen - ob es heißt, still zu bleiben oder zu reden. Wer müsste nicht oft beten "Gott sei mir Sünder gnädig". Heilige Mutter Teresa bitte für uns!
Der hl. Joh. Paul II, betete täglich "O Heiliger Geist, gib mir ein, was ich sagen soll und was ich verschweigen soll".


5

0
 
 stephanus2 16. Oktober 2020 
 

Ich finde..

..den Inhalt dieses Artikels schön und finde ihn schön geschrieben. Wenn sogar die Heilige Mutter Teresa sich immer wieder täglich diese drei Kriterien -rede ich wahr, liebevoll, nötig- vor ihr inneres Auge führen musste unter Zuhilfenahme von Berührungen (drei kleine Kreuze auf dem Handrücken)...Das sagt mir, wie eminent wichtig für sie die Bedeutung der Worte waren und wie sie unbedingt verhindern wollte,sich je verletzend und entmutigend zu äußern. Es sagt mir, dass man nicht einfach irgendwann heilig ist und quasi selbstlaufend nur noch Gottes Wort hört und befolgt und ständig in Seinem Geist lebt...nein, immerwährende aktive Bemühung steckt dahinter, die auch ihre Zeifel und Brüche hat.Und der Artikel gibt mir Ansporn, besser Motivation, in die richtige Richtung, was meine eigenen Worte betrifft. Meinen herlichen Dank.


6

0
 
 Diadochus 16. Oktober 2020 
 

Nachklang

Der Artikel gefällt mir. Worte wollen bedacht sein. Was den Mund verlassen hat, kann nicht mehr zurückgeholt werden. Die Wort von Mutter Teresa klingen unendlich nach.


6

0
 
 J. Rückert 16. Oktober 2020 
 

Mundschutz

Nicht gescholten ist genug gelobt!
Oh, muss ich mir jetzt den Mund verbieten? Erst wenn der Ärger kratzt, kommt der Mensch in Bewegung!


0

6
 
 Montfort 16. Oktober 2020 

Danke, Frau Knapp-Biermeier,

das haben Sie so geschrieben, dass es zu Herzen geht!

+++ :-)


7

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Denn Gott ist anders!
  2. Frau und Mutter bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands unerwünscht?
  3. "Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken!"
  4. "Wer Gott vorauseilt, folgt ihm nicht"
  5. Der Gang über das Wasser
  6. "Tötungswillige Ärzte gesucht!"
  7. Ich glaube an … Engel?
  8. Ich gotte, du gottest, er gottet …
  9. Drei Minuten, die dein Leben verändern
  10. Herzliche Grüße aus Schilda! Oder: die Schlepper der Dunkelheit







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  5. "Tun wir so als wäre da nichts"
  6. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  7. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  8. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  9. 'We are pro Life' - Als Kommissar Rex den Wiener Lebensschützern helfend beistand.
  10. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  11. Die Hybris des Jesuitenpaters James Martin
  12. "Kirche, du sollst nicht lügen!"
  13. Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen
  14. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  15. "Es gibt mittlerweile sehr gute Gottesdienstkonzepte" angesichts von Corona!

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz