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'Anti-marktwirtschaftliche Ideologie' und 'Fehleinschätzungen über Globalisierung'

7. Oktober 2020 in Chronik, 35 Lesermeinungen
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Deutscher ifo-Chef Fuest kritisiert 'Fratelli tutti': Die Behauptung des Papstes, dass die Globalisierung den Schwachen nicht genützt habe, sei für ihn eine "glatte Unwahrheit".


München  (kath.net) "Das Wettern gegen Märkte und angeblichen Neoliberalismus ist die größte Schwäche des Papiers." Mit klaren Worten hat Clemens Fuest, der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, die Enyzklika "Fratelli tutti" von Papst Franziskus kritisiert. Fuest betont, dass heute so gut wie niemand glaube, dass der Markt alle Probleme lösen könne, hier wettere der Papst gegen ein System, das es so gar nicht gebe. In keinem Land der Welt gebe es eine ungeregelte Marktwirtschaft ohne staatliche Einflüsse. Für Fuest stehe aber fest, dass es kein Land gäbe, in dem Wohlstand, Naturschutz und Humanität ohne Marktwirtschaft gedeihen können. Die Behauptung von Franziskus, dass die Globalisierung den Schwachen nicht genützt habe, sei für ihn eine "glatte Unwahrheit". Hier werde laut dem Ifo-Präsidenten  Vorurteile vorgetragen und die tatsächliche Entwicklung ignoriert. Die Enzyklika strotze vor "anti-marktwirtschaftlicher Ideologie" und "Fehleinschätzungen über Globalisierung". Auch die Einschätzung von Franziskus über die "Rolle von Privateigentum" wird vom ifo-Chef kritisiert. Die Marktwirtschaft habe laut Fuest in den letzten Jahrzehnten hunderte Millionen von Menschen aus Armut und Elend befreit.


Die Aussagen von Franziskus seien auch deshalb gefährlich, weil sie Menschen dazu verleiten können, Diktatoren mit sozialistischen Heilsversprechen zu unterstützen wie beispielsweise Hugo Chavez in Venezuala. Dieser habe laut Fuest aus dem Land ein Armenhaus gemacht, sein Nachfolger Maduro setze dieses Werk fort. Der info-Präsident sieht es fast schon als einen Skandal, dass Franziskus diesen Chavez-Maduro-Sozialismus nicht anprangere, aber gegen die Marktwirtschaft zu Felde ziehe.


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Lesermeinungen

 Zeitzeuge 8. Oktober 2020 
 

Werter Philipp,

danke für den Hinweis auf St. Thomas von Aquin;

im Link ein Aufsatz von

Prof.Dr. Anton Rauscher SJ zum Thema

Privateigentum.

Prof. Rauscher (1928) war von 1963-2010 (!)

der unmittelbare Nachfolger des bekannten

kath. Sozialethikers

Prof.Dr. Gustav Gundlach

als Leiter der kath. Sozialwissenschaftlichen

Zentralstelle Mönchengladbach, er gilt als

ein Vertreter der klassischen kath. Soziallehre!

ordosocialis.de/pdf/arauscher/Privateigentum/priveideua4neu.pdf


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 JoSeee 8. Oktober 2020 
 

Ist es denn evtl nicht genau umgekehrt ...

... und wir haben eher zu wenig freie Marktwirtschaft? Ich beobachte, dass Konzerne gerne über Regulierung (immer zum Schutz des Konsumenten versteht sich) Hürden aufbauen, um Wettbewerber abzuschütteln. Es entstehen Quasi-Monopole die Preise diktieren. Ich fürchte wir werden das bald u.a. bei Medikamenten für jedermann sichtbar spüren.


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 phillip 8. Oktober 2020 
 

Wie ist die Erkenntnis von Thomas v Aquin zum Eigentum

Thomas von Aquin erkennt das Privateigentum als die Berechtigung des einzelnen, Güter „zu erwerben und zu verwalten" als Voraussetzung für ein geordnetes Gesell­schaftsleben an. „Es ist erlaubt, daß der einzelne Dinge als Eigentum besitzt.“ Seine Notwendigkeit begründet er konkret mit drei Argumenten: Jeder Mensch behandelt die Dinge, die sein alleiniges Eigentum sind, wesentlich sorgfältiger als gemeinschaftlichen Besitz. Für Gemeineigentum fühlt sich dagegen niemand verantwortlich. Daneben wer­den Ge­schäfte gewissenhafter abgewickelt, wenn sie das Privateigentum betreffen. Kollektiv­eigentum würde in diesem Fall zum Chaos führen. Schließlich ermöglicht das Privatei­gentum ein friedlicheres Zusammenleben als das Gemeinschaftseigentum, da bei gere­gelten Besitzverhältnissen weniger Konflikte entstehen
(v. Aquin, T., Schriften, 1923, S. 131ff). Pf und seinen Befreiungstheologen scheint diese Erkenntnis verborgen.


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 phillip 8. Oktober 2020 
 

Was aber wenn ein Papst in ihr politisiert und ...

... in einer ihm fremden Materie wie Wirtschaftswissenschaften ideologisierte Positionen vertritt? Das ist spaltend! sagt J Rückert. Nein Verehrtester, das ist niemals spaltend, sondern ein Unfug, dem zu folgen ebenso wenig verpflichtend ist wie im Fall von Häresien oder Apostasie. Lassen Sie ihn einfach reden oder schreiben und üben Sie sich in der Kunst zur Unterscheidung der Geister.


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 phillip 8. Oktober 2020 
 

Kleiner Beitrag aus der Feder PBXVI

"Während die Armen der Welt noch immer an die Türen der Üppigkeit klopfen, läuft die reiche Welt Gefahr, wegen eines Gewissens, das bereits unfähig ist, das Menschliche zu erkennen, jene Schläge an ihre Tür nicht mehr zu hören. Gott enthüllt dem Menschen den Menschen; die Vernunft und der Glaube arbeiten zusammen, ihm das Gute zu zeigen, wenn er es nur sehen wollte; das Naturrecht, in dem die schöpferische Vernunft aufscheint, zeigt die Größe des Menschen auf, aber auch sein Elend, wenn er den Ruf der moralischen Wahrheit nicht annimmt." (caritas in veritate)


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 phillip 8. Oktober 2020 
 

Laiengremien verwalten das Kirchenvermögen.

In der Erzdiözese Wien ist das nicht anders; hier wurde - allerdings entgegen dem CIC und dem universalen Vertretungsrecht des Papstes über das gesamte Kirchenvermögen - für jede Pfarre ein sogenannter Vermögensverwaltungsrat (man bedenke die Wortschöpfung: VermögensverwaltungsRAT eingerichtet und dem auch - den Pfarrer bindende Entscheidungsbefugnisse und Verantwortung übertragen wurden. Mit der kürzlich erlassenen "Neuen Instruktion über pastorale Umkehr der Pfarreien", die die diözesane Regelung materiell derogiert des Papstes - was in der ED offenkundig (noch) nicht wahrgenommen oder bewusst ignoriert wird - wurde der Vermögensverwaltungsrat wieder zu einem bloßen Beratungsgremium und der Pfarrer wieder zum Alleinvertretungsberechtigten statuiert.


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 Konrad Georg 8. Oktober 2020 
 

Zum Naturrecht gehört das Privateigentum

Es schafft Ordnung. Es ermöglicht Freiheit. Der Mensch ist das Problem.
Die "sozialistische" Anwandlung in der Urkirche brachte den Beweis für meine Behauptung. Das Ehepaar hätte nicht geben müssen, tat aber so, als ob es den ganzen Erlös gegeben hätte. Deswegen tötete sie Gott vor Petrus.
Wo keine Ordnung ist, herrscht Willkür. Warum gibt es Feldgeschworene? Nur diese wissen die geheimen Zeichen unter den regulär gesetzten Grenzsteinen. Schließlich ist es je einfach, einen solchen zu versetzen zum Nachteil des Nachbarn.


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 Zeitzeuge 8. Oktober 2020 
 

Im Link der unvergessene Kardinal Höffner, der auch ein sehr bedeutender

Vertreter der kath. Soziallehre war, zum Thema

"Wirtschaftsordnung"!

ordosocialis.de/pdf/jhoeffner/Wirtschafsordn%20u%20ethik/ecodeua4neu.pdf


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 galil?a! 7. Oktober 2020 
 

Der Apostel erzählt aber, dass die, welche das Wort angenommen hatten, Häuser und Grundstücke verkauften, um ihren Brüdern Nahrung zu spenden.

Man sollte wissen, dass alles sein Eigentum ist, du und das Deine. Weiße du nicht, dass er deinen Leib gebildet, deine Seele mit Gnade beschenkt, dir das ganze Weltall zu Diensten gestellt hat? Von ihm hast du die ganze Schöpfung zum Nutzgenuss, du hast diesen Erdkreis zum Wohnen. Und sagt nicht das Evangelium, dass wir reichlich Almosen geben sollen?


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 J. Rückert 7. Oktober 2020 
 

Schuster, bleib bei deinem Leisten

Eine Enzyklika ist eine Rechtleitung der Gläubigen, die diese zu beachten haben. Was aber wenn ein Papst in ihr politisiert und in einer ihm fremden Materie wie Wirtschaftswissenschaften ideologisierte Positionen vertritt? Das ist spaltend!


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 Diadochus 7. Oktober 2020 
 

@SCHLEGL, @wedlerg

Herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Einlassungen zu meinem Kommentar zu Privateigentum/Umverteilung. Sie haben die Lehre der Kirche ausführlich dargelegt, so wie es Papst Franziskus hätte darlegen müssen oder können. Mit Fratelli tutti entsteht ein völlig falscher Eindruck über die Soziallehre der Kirche, bzw. es entsteht der Eindruck, als habe die katholische Kirche mit der bisherigen Soziallehre gebrochen. Ihren Einlassungen würde der Deutsche ifo-Chef Herr Fuest ganz gewiss wieder zustimmen können.


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 Fink 7. Oktober 2020 
 

Google, Amazon, Microsoft, Apple, Facebook- DAS sind die großen

Probleme heute. Wie kann Geld, Macht und Einfluss dieser Mega-Konzerne (sitzen alle in USA) eingedämmt werden? Ganz unabhängig, ob ich links oder rechts bin, ob ich sozialistisch oder marktwirtschaftlich orientiert bin, DAS muss uns interessieren! Also ehrlich, Papst Franziskus mit seiner Sympathie für den Sozialismus ist da sowas von gestern.


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 JBE 7. Oktober 2020 
 

Sozialismus pur

Sozialismus /Marxismus pur und kein Wort darüber wieviel Leid und wieviele Millionen Leben auch dieser ungöttlichen Ideologie zum Opfer gefallen sind. Muss die Kirche wirklich solche Systeme verherrlichen anstatt ihrer Aufgabe treu zu sein.?
Eine sozialistische Kirche? Nein Danke!
Öffnet die Tore weit für Christus! Schützt das Leben zu jedem Zeitpunkt! Wenn die Kirche die 10Gebote und die Inhalte der Bergpredigt zu jedem Zeitpunkt vertreten würde,wäre es um sie besser gestellt!


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 wedlerg 7. Oktober 2020 
 

@Diadochus: Sie haben vollkommen recht -4-

Würde der Papst mit Thomas von Aquin betonen, dass PRIMÄR die Verherrlichung Gottes vor dem Eigentum steht, dann hätte er kein Problem damit, 100%ige Zustimmung zu erringen. Denn unter dieser Warte, sind seine Gedanken völlig richtig. Dadurch, dass er aber Gott in seinen Betrachtungen hier weglässt, entsteht der Eindruck, dass die Umverteilung verherrlicht werden muss und das Privateigentum dabei beschnitten werden soll. Aber genau das ist christlich gesehen Götzendienst am Marxismus und wirtschaftlich gesehen nichts anderes als die Zerstörung von Ressourcen, Rechtssicherheit und Verantwortung.

Nicht umsonst scheitern in den Musterländern päpstlicher Überlegungen wie Venezuela oder dem Brasilien unter Lula Umverteilungen an "Kleinigkeiten": Enteignungschaos ist üblich, weil Grundbücher fehlen, Erdöl kann nicht mehr gefördert werden, weil das Know How dazu "umverteilt" wurde und Parteisoldaten, Öl nicht verflüssigen können.


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 wedlerg 7. Oktober 2020 
 

@Diadochus: Sie haben vollkommen recht -3-

Was die Kirche dazu lehrt, klingt sehr ähnlich zu dem, was Papst Franziskus schreibt:

„Gott hat die Erde mit allem, was sie enthält, zum Nutzen aller Menschen und Völker bestimmt;
darum müssen diese geschaffenen Güter in einem billigen Verhältnis allen zu statten kommen; dabei hat die Gerechtigkeit die Führung, Hand in Hand geht mit ihr die Liebe. Wie immer das Eigentum und seine nähere Ausgestaltung... eingebaut sein mag, immer gilt es, achtzuhaben auf diese allgemeine Bestimmung der Güter.“ II. Vatikanisches Konzil: „Gaudium et spes“, Ziff.69

„Im Ergebnis muss die Verteilung der Erdengüter, die heute durch den ungeheuren Gegensatz von
wenigen Überreichen und einer unübersehbaren Masse von Eigentumslosen aufs schwerste gestört
ist – keiner, der das Herz am rechten Fleck hat, kann sich darüber einer Täuschung hingeben –
wieder mit den Forderungen des Gemeinwohls bzw. der Gemeinwohlgerechtigkeit in Übereinstimmung gebracht.“ Pius XI.: Enzyklika „Quadragesimo anno“ (1931), Ziff. 58


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 wedlerg 7. Oktober 2020 
 

@Diadochus: Sie haben vollkommen recht -2-

sein Eigentum als Verpflichtung ansehen, abzuhelfen. Man kann sagen: in extremer Not muss das Eigentum verteilt werden.

So hat der freie (eigenbedachte) Gebrauch des Eigentums zwei Grenzen: Dort wo ein standesgemäßes, tugendhaftes, für die Familie sorgendes Leben in Überfluss ausartet und dort, wo der existenziellen Not anderer nicht abgeholfen wird, liegt ein Fehlgebrauch von Eigentum vor - weil wir dort nicht mehr Gott lieben sondern uns selbst vergötzen.

Betrachten sie den Abschnitt 120, den Sie zitiert haben, nochmals unter dieser Warte, dann ist er nicht per se falsch. Er KANN aber - so wie er steht - nicht mehr richtig verstanden werden.

Denn das "Prinzip der gemeinsamen Nutznießung" ist nicht entscheidende und es ist auch kein kollektivistisches Prinzip, wie hier suggeriert. Ganz im Gegenteil. Privateigentum ist PRIMÄR gegenüber Kollektivismus und der richtige Gebrauch von Privateigentum ist entscheidend, nicht das Abdriften in ein abzulehnendes kollektivistisches Prinzip.


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 wedlerg 7. Oktober 2020 
 

@Diadochus: Sie haben vollkommen recht

Papst Franziskus zitiert hier völlig einseitig.

Das 7.Gebot, Du sollst nicht stehlen, wird von PF stets so dargelegt, als ob es hier um Verteilungsgerechtigkeit ginge.

Aber so einfach ist es dann doch nicht.

Thomas von Aquin lehrt Privateigentum, nicht Kollektiveigentum. Nur Privateigentum ermöglicht sorgfältigen Umgang mit den Gütern, Verantwortung im Austausch von Gütern und friedliche Koexistenz, so Thomas. Kollektiveigentum stellt all das in Frage - und genau deshalb ist das 7.Gebot so formuliert und nicht als Umverteilungsgebot.

Aber das 7. Gebot ist nur das 7.Gebot und es gibt auch das 1.Gebot. Und so sieht die Kirche - ganz mit Thomas von Aquin, wie Msgr. Schlegl völlig zu recht anführt, den Eigentümer als Verwalter der Güter Gottes: alles zur Ehre Gottes, zur Erkenntnis Gottes, zu Verherrlichung Gottes. Daraus leitet sich dann auch der Gebrauch des Eigentums ab. Was Überfluss ist, was nicht tugendhaft ist, ist abzulehnen, wo Not besteht, muss der Eigentümer...


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 Dottrina 7. Oktober 2020 
 

Herr Fuest hat sicher recht.

Als Nachfolger des bekannten Ökonomen Professor Sinn hat Hr. Fuest auch die notwendige Kompetenz, über Wirtschaftsfragen seine Meinung zu verkünden. Papst Franziskus ist als Argentinier leider sehr linkslastig/sozialistisch und eher als Peronist einzuordnen. Von sozialer Marktwirtschaft versteht er rein gar nichts. Leider wird selbige immer mehr ausgehebelt durch staatliche Interventionen in die Weltwirtschaft, siehe immer neuere EU-Vorschriften, immer mehr Beschränkungen durch irrsinnige Verbote durch den Staat, die einem Unternehmen das Leben extrem erschweren. Wer aber stellt die meisten Arbeitsplätze bereit? Überwiegend der Mittelstand. Und nur gesunde Unternehmen können Arbeitnehmer längerfristig beschäftigen.


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 ThomasR 7. Oktober 2020 
 

@zsupan

ich bewundere stets das Interesse von allen Protestanten und von ihren Symphatikern an dem katholischen Papst
Frau Dr. Käßmann (Bischöfin ad) meldete sich auch immer wieder insbesondere in den Fernsehsendungen zum Thema Papst....


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 exnonne 7. Oktober 2020 
 

@Diadochus. Privateigentum

"Aber sage mir: Was ist denn dein? Woher hast du es bekommen? ... So gebärden sich die Reichen: Gemeinsame Güter nehmen sie zuerst in Beschlag und machen sie zu ihrem Privateigentum. Würde jeder nur so viel nehmen, als er zur Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse braucht ..., so gäbe es weder Reiche noch Arme." (Basilius von Cäsarea, Predigt über die Habsucht)

"Ihr sagt, dass ihr nicht geben könnt ..., aber eure Hand verrät euch, denn obwohl sie nicht sprechen kann, erklärt das Funkeln an eurem Finger, dass ihr lügt. Wie viele Leute könnte dieser eine Ring von euch schuldenfrei machen? Wie viele zerfallene Häuser könnte er instand setzen? ... Dem Hungernden gehört das Brot, das bei dir zu Hause verdirbt. Dem Barfüßigen gehören die Schuhe, auf die sich unter deinem Bett Schimmel setzt. Dem Nackten gehört die Kleidung, die ungenutzt in deinem Kleiderschrank hängt. Dem Elenden gehört das Geld, das in deiner Schatulle an Wert verliert." (Basilius von Cäsarea, Predigt an die Reichen)


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 SCHLEGL 7. Oktober 2020 
 

@ Diadochus

Thomas von Aquin, so glaube ich mich erinnern zu können, hat einmal gesagt/geschrieben: "Wenn jemand einen Armen etwas gibt, überlässt er ihm eigentlich nur etwas, was ihm durch die (göttliche) Naturordnung bereits zusteht.
Die theologische Ethik der katholischen Kirche hat immer wieder darauf hingewiesen, dass Eigentum Dienstcharakter hat und deshalb auch zu sozialem Handeln verpflichtet.
Interessant ist in diesem Zusammenhang das "ZINSVERBOT" der Kirche, (lat.usura), welches sogar noch im Codex von 1917 steht.


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 Zeitzeuge 7. Oktober 2020 
 

Johannes Messner SJ und andere Naturrechtsethiker

waren auch kompetente Wirtschaftsethiker!

Aber ich konnte in "Tutti Fratelli" keinen

konkreten Hinweis auf das klassische

Naturrecht finden, leider!

Als die Mitglieder der Jesuiten wirklich noch

"schlaue Jungs" waren, gab es allein unter

den deutschen Sozialethikern mehrere Jesuiten,

die das Naturrecht als eine der Quellen auch

der Wirtschaftsethik lehrten, z.B.

die Professoren

Gundlach, Messner, Nell-Breuning, Rauscher!

Für Papst Pius XII. war das Naturrecht das

Fundament, auf dem die kath. Soziallehre

ruht (Ansprache vom 25.09.1949 "Sein und Sollen".)

www.duncker-humblot.de/_files_media/leseproben/9783428555765.pdf


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 SCHLEGL 7. Oktober 2020 
 

@Zsupan

Danke für die Blumen! Da sind andere User aber nicht Ihrer Meinung, wie die regelmäßigen "Roten Daumen "beweisen, sogar, wenn ich Kardinal Müller oder einen Text eines Kirchenvaters zitiere :) !


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 Gandalf 7. Oktober 2020 

Kompetente LAIEN statt Kleriker bei diesem Thema!

Das ist wirklich ein Bereich, wo für die Kirche wirklich kompetente Laien aus der Wirtschaft sprechen sollten, die Kirche hat hier einfach keine Kompetenz. Dh. bitte, liebe Kirche, holt hier gute Wirtschaftsleute mit Praxis, dh. Unternehmer, die auch sozial engagiert sind. So kompliziert ist die Wirtschaft gar nicht, das sage ich als Absolvent einer Wirtschaftsschule ;-) Nur diese Enzyklika ist in diesem Wirtschaftsbereich leider wirklich so realitätsfremd, leider...


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 Stephaninus 7. Oktober 2020 
 

Kritik des Papstes ist allerdings auch nicht unberechtigt

Ich habe auch meine liebe Mühe, wenn sich die Kirche "in die Wirtschaft" einmischt. Allerdings war die Kirche diesbezüglich in historischen Zeiten auch sehr erfinderisch, ja geradezu Trendsetter - denken wir zum Beispiel an das durch die Kurie von Avignon entwickelte Finanzsystem.

Aber der Papst hat eben auch recht. Unsere globale Wirtschaft scheint doch offenkundig vielerorts das Mass verloren zu haben. Und nicht nur in den ärmeren Ländern des Südens. Auch hier sieht sich zusehends der Mittelstand seiner Ersparnisse beraubt. Eine Entwicklung, die einerseits Populisten und andererseits Sozialisten Wind in die Segel bläst...nicht zum Guten in der Gesellschaft. Der Papst ist sicher kein Sozialist. Aber ist er vielleicht in wirtschaft. Fragen zu naiv?

@Msgr Schlegl: Eigentlich ist es in der Schweiz ja ähnlich: Laiengremien verwalten das Kirchenvermögen. Das hatte in der Vergangenheit viele Vorteile Aber auch das kann Probleme mit sich bringen - vor allem wenn der Glaube erodiert.


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 Zsupan 7. Oktober 2020 
 

@Schlegl

Monsignore Schlegl, ich bin immer wieder begeistert darüber, was man so alles an Interessantem aus Ihren Beiträgen erfährt.


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 Diadochus 7. Oktober 2020 
 

Privateigentum nur sekundär?

Papst Franziskus macht den Glauben lächerlich. Er bringt Leute gegen den Glauben auf, die ihm gerne zugetan wären. So einen Quark muss Herr Fuest einfach ablehnen. In Punkt 120 in Fratelli tutti vermeldet der Papst: "Das Prinzip der gemeinsamen Nutznießung der für alle geschaffenen Güter ist das »Grundprinzip der ganzen sozialethischen Ordnung«,[96] es ist ein natürliches, naturgegebenes und vorrangiges Recht.[97] Alle anderen Rechte an den Gütern, die für die ganzheitliche Verwirklichung der Personen notwendig sind, einschließlich des Privateigentums und aller anderen, »dürfen seine Verwirklichung nicht erschweren, sondern müssen sie im Gegenteil erleichtern«, wie der heilige Paul VI. betonte.[98] Das Recht auf Privateigentum kann nur als ein sekundäres Naturrecht betrachtet werden," Papst Franziskus ist ein typischer Sozialist. Privateigentum ist für ihn nur "sekundär". Das sind Sätze von vielen, über die ich stolpere und mir denke: Das gibt's doch nicht.


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 SCHLEGL 7. Oktober 2020 
 

Kirche und Ökonomie

Ich glaube mich erinnern zu können, dass es der berühmte Kardinal Pietro Gasparri (1852-1934) gewesen ist, der gesagt hat, in Fragen der Wirtschaft sei die katholische Kirche "agnostisch".
Der Durchblick durch die Weltwirtschaft ist dermaßen kompliziert geworden, dass sogar Fachleute manchmal damit ihre liebe Not haben.
Immer wieder haben Fachleute auch dem Klerus den Rat gegeben, sich aus der Verwaltung der irdischen Güter herauszuhalten. Ahnungslosigkeit und Leichtgläubigkeit haben schon eine Menge angerichtet.
Es ist interessant, dass in der armenischen Kirche die Laien die Güter der Kirche verwalten und nicht der Katholikos und die Bischöfe. Natürlich müssen diese Verwalter auch der kirchlichen Obrigkeit jederzeit Rechenschaft ablegen können.
Ich weiß, wie vielen Pfarrern die Verwaltung des Kirchenbesitzes eine Last ist.


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 petrafel 7. Oktober 2020 
 

Wenn man bedenkt,

dass in den letzten dreißig Jahren die Weltbevölkerung grob geschätzt um 1 Milliarde Menschen gewachsen ist und gleichzeitig die Zahl der akut von Hunger Betroffenen um mehrere hundert Millionen gesunken ist, kann man weder Globalisierung noch Marktwirtschaft verdammen.
In vielen Teilen der Welt würden ohne den globalen Nahrungsmittelmarkt, der sehr schnell auf Notsituatinen reagieren kann, viel mehr Menschen verhungern.
Dass das System nicht perfekt ist, weiß jeder. Und jährlich weltweit 2 Mio verhungerte Kinder sind eine nicht in Worte zu fassende Katastrophe.
Wie "toll" Leben und Versorung allerdings ohne Marktwirtschaft und Globalisierung funktionieren, kann man sich bis heute an real existierenden Beispielen anschauen.
Im Übrigen: Vor 200 Jahren lebten noch ca. 90% der Weltbevölkerung in absoluter Armut, heute sind es ca. 15%.Die Analphabetenrate ist von 85% auf 15% gesunken, die Kindersterblichkeit von 45% auf 4%.
Die größten Verbesserungen hat es seit 1950 gegeben ...


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 Zsupan 7. Oktober 2020 
 

@ThomasR

Jemand, der sich zu einer Enzyklika äußert, ist nicht allein deswegen disqualifiziert, weil er Sympathie für Protestanten hat.


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 Winrod 7. Oktober 2020 
 

Warum nennt der Papst nicht den Sozialismus beim Namen?


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 Gandalf 7. Oktober 2020 

Es ist leider Fakt...

dass die meisten Kirchenvertreter bei Wirtschaftsfragen überhaupt keine Ahnung haben und irgendwie trotzdem mitreden möchten...


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 ThomasR 7. Oktober 2020 
 

dass Herr Prof Fuest eher viel Sympathie

fuer unsere evengelische Brüder und Schwester hat, ist Tatsache (s.link)

Andererseits ein Papst hat sich eher mehr in Glaubensfragen auszukennen als in der Volkswirtschaftslehre .....

www.ev-akademie-tutzing.de/zitate-zum-jubilaeum-prof-dr-dr-h-c-clemens-fuest/


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 Chris2 7. Oktober 2020 
 

Sehr richtig, denn

der "realexistierende Sozialismus" den viele Linke noch in den 80ern bewundert hatten, hat in fast allen der unzähligen Länder weltweit, in denen er gewütet hatte, Mangel, Hunger, Verfolgung, Unfreiheit, Bürgerkrieg und insgesamt zigmillionenfachen Tod gebracht.
Aber offenbar hat man das in Argentinien nicht so mitbekommen...


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 Zsupan 7. Oktober 2020 
 

Leider hat Herr Fuest recht

Dieser Aspekt stört mich schon lange an dem Pontifikat von Papst Franziskus.

Wenn die Kirche etwas zu Wirtschaft sagen möchte, dann soll sie dies bitte auf Basis der Empirie tun. Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass sich mit Globalisierung und Marktwirtschaft die Situation von Millionen, gar Milliarden von Menschen zum Besseren gewendet hat. Wenn wir jetzt in eine Krise schlittern und es in den armen Ländern wieder schlechter gehen wird, dann hat das vor allem mit Irrationalität zu tun; man denke hier nur an die Bemerkungen von Entwicklungsminister Müller vor einigen Tagen.

Leider sagt Papst Franziskus zu wenig, wenn er sollte, und zu viel, wenn es nicht wirklich vordringlich scheint. Auch in der Coronakrise hat er kaum Worte gefunden, die über das hinausgehen, was auch sonst gesagt wird.


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