Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Österreich: Ab Montag verpflichtender Mund-Nasenschutz bei Gottesdiensten
  2. Vatikan gegen Mahlgemeinschaft von Katholiken und Protestanten
  3. 27 deutsche Ärzte ersuchen Bischöfe um Erlaubnis der Mundkommunion
  4. USA: Zweiter Fall eines ungültig getauften Priesters
  5. Berlin: „Antisemitismus-Beauftragter“ will Pacelli-Allee umbenennen
  6. 'Kirche, Sex und Sünde' - Fake-News-Alarm durch Kardinal Marx & Friends
  7. 'Synodaler Weg' braucht (fast) kein Mensch
  8. Linke US-Verfassungsrichterin Ginsburg an Krebs gestorben - Kommt katholische Höchstrichterin?
  9. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  10. Berliner Christenverfolgung
  11. "Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!"
  12. Bischof Oster kritisiert Unterstützung von „She decides“ durch Maria Flachsbarth/Kath. Frauenbund
  13. Diesen Corona-Irrsinn versteht niemand mehr
  14. Schönstatt-Gründer Pater Kentenich ein Missbrauchstäter?
  15. Kardinal Woelki warnt vor Entstehung einer deutschen Nationalkirche

Bischof Küng: "Gottvergessenheit" ist größte Sünde unserer Zeit

vor 6 Tagen in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


St. Pöltner Altbischof: "Jede(r) bastelt sich seine eigene Vorstellung von Gott und Welt in Über­einstimmung mit der eigenen Lebensweise, was aber nicht unbedingt zur 'Erlösung' führt" - "Vielleicht ist Beten lernen überhaupt das Wichtigs­te"


St.Pölten (kath.net/KAP) Kritik an der gegenwärtigen "Gottvergessenheit" und einer Lebensorientierung, "die vor allem auf Erfolg, Geld, Konsum und Befriedigung ausgerichtet und nicht selten von einer fast suchtartigen Verhaltensweise gekennzeichnet sind", hat der St. Pöltner Altbischof Klaus Küng geübt. "Jede(r) bastelt sich seine eigene Vorstellung von Gott und Welt in Über­einstimmung mit der eigenen Lebensweise, was aber nicht unbedingt zur 'Erlösung' führt", so Küng in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung "Kirche bunt" auf die Frage nach der "größten Sünde unserer Zeit". Helfen könnten Vorbilder und kirchliche Angebote wie Exerzitien, zeigte sich der Bischof überzeugt. Küng leitete die Diözese St. Pölten von 2004 bis 2018, am 17. September wird er 80 Jahre alt.

"Die Menschen brauchen Hilfe, um in den heutigen Verhältnissen verbunden mit Gott leben zu lernen", betonte Küng. Orte und Schulen des Gebetes seien für ihn daher von größter Bedeutung und "vielleicht ist Beten lernen überhaupt das Wichtigs­te".


Die Glaubensweitergabe werde in Zukunft aber vor allem von Gläubigen wahrgenommen werden - auch "wenn nach dem Verständnis des Zweiten Vatikanums Priester zum Wesen der katholischen Kirche gehören". Jedoch werde die Seelsorge nicht nur von Priestern und Diakonen getragen, sondern "von vielen". Küng zeigte sich dabei überzeugt, dass eine "dass eine gesunde bzw. gesund gewordene Seelsorge christliche Familien, christliche Mitarbeiter und auch genügend Priester (samt Zölibat) hervorbringt". Aktuell bedürfe die Seelsorge jedoch einer Veränderung in Richtung mehr Spiritualität.

Anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums, des 50. Jahrestages seiner Priesterweihe, bezeichnete der St. Pöltner Altbischof die Entscheidung, Priester zu werden, als "Lernprozess, der bis zum Tod andauert". Küng wurde am 23. August 1970 in Madrid als damals bereits seit 1964 promovierter Mediziner geweiht. Als persönlich schwierigsten Entschluss seines Lebens nannte er dabei den Verzicht auf die Ehe. "Da ging es nicht darum, Priester zu werden, wohl aber um volle Verfügbarkeit." Dass er einmal Bischof in Feldkirch - von 1989 bis 2004 - und später in St. Pölten werden sollte, "wäre mir sicher nicht eingefallen".

Einen unfruchtbaren Aktivismus, Selbstdarstellung, Eitelkeit oder Achten den eigenen Vorteil bezeichnete Küng dabei als große Gefahren für Priesters - "oder fast noch mehr des Bischofs". Gebet oder persönliche Einkehr seien daher von größter Bedeutung. "Mit all dem ist ein Läuterungs- und Reifungsprozess verknüpft, der unerlässlich ist, um nicht sehr bald den Schwung zu verlieren oder in irgendeiner Weise unter die Räder zu kommen."

Vom Opus Dei ins Bischofsamt

Klaus Küng wurde als Kriegskind 1940 in Bregenz geboren und wuchs in Feldkirch als Sohn eines Arztes auf. 1958 maturierte er dort gemeinsam mit einem bekannten Mitschüler - dem späteren Bischof Erwin Kräutler. Küng studierte zunächst in Innsbruck und Wien Medizin sowie Philosophie und Theologie. Im Alter von 22 Jahren schloss er sich dem Opus Dei an, von 1976 bis 1989 leitete er später die Personalprälatur der katholischen Kirche als Regionalvikar. Als Dr. med. setzte er seine theologischen Studien in Rom an der Lateranuniversität fort. Zwischenzeitlich arbeitete er als Arzt am Kaiserin-Elisabeth-Spital in Wien sowie am Landeskrankenhaus in Graz und war später als Kaplan in der Wiener Peterskirche tätig.

Am 5. März 1989 wurde Klaus Küng von seinem Amtsvorgänger Bruno Wechner zum Bischof von Feldkirch geweiht. Nach St. Pölten kam er in der Krisenzeit der Ära Kurt Krenn zunächst als Päpstlicher Visitator und Administrator, 2004 wurde er zum Diözesanbischof von St. Pölten ernannt. Nach 14-jähriger Amtszeit folgte ihm 2018 Alois Schwarz, nach.

Küng war in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Themen Ehe und Familie, Bioethik und Lebensschutz zuständig. Im Vatikan fungierte er als Konsultator des Päpstlichen Rates für Familie sowie Mitglied der Klerus-Kongregation.


Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Bischof Küng (c) Diözese St. Pölten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 6 Tagen 

Die Gottvergessenheit

Die "Gottvergessenheit" ist größte Sünde unserer Zeit!
Wie wahr! Wenn wir nicht wieder ganz bewusst Gott ins Zentrum stellen, sind nicht nur all unsere Bemühungen umsonst. Wir riskieren damit auch, dass wir dabei unser ewige Heil vernachlässigen, wenn nicht gar gefährden.


4

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu









Top-15

meist-gelesen

  1. Berliner Christenverfolgung
  2. Schönstatt-Gründer Pater Kentenich ein Missbrauchstäter?
  3. Österreich: Ab Montag verpflichtender Mund-Nasenschutz bei Gottesdiensten
  4. 'Kirche, Sex und Sünde' - Fake-News-Alarm durch Kardinal Marx & Friends
  5. Vatikan gegen Mahlgemeinschaft von Katholiken und Protestanten
  6. Diesen Corona-Irrsinn versteht niemand mehr
  7. Priester in Italien auf offener Straße erstochen
  8. Bischof Oster kritisiert Unterstützung von „She decides“ durch Maria Flachsbarth/Kath. Frauenbund
  9. USA: Zweiter Fall eines ungültig getauften Priesters
  10. Berlin: „Antisemitismus-Beauftragter“ will Pacelli-Allee umbenennen
  11. Linke US-Verfassungsrichterin Ginsburg an Krebs gestorben - Kommt katholische Höchstrichterin?
  12. Die Helden von Berlin - Trotz Corona mehr als 3000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben
  13. 27 deutsche Ärzte ersuchen Bischöfe um Erlaubnis der Mundkommunion
  14. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  15. Erzbischof Gänswein aus Krankenhaus in Rom entlassen

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz