Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  9. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  13. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  14. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  15. Wir machen da was mit Medien

Das Geschäft mit dem Tod

4. September 2020 in Prolife, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die Legalisierung der Euthanasie ist für manche Interessensgruppen nicht nur von weltanschaulicher Bedeutung, sondern schlichtweg auch ein profitabler Geschäftszweig.“ Gastbeitrag von "Österreich will Leben".


Wien (kath.net/Österreich will Leben) Die Legalisierung der Euthanasie ist für manche Interessensgruppen nicht nur von weltanschaulicher Bedeutung, sondern schlichtweg auch ein profitabler Geschäftszweig. Ein Beispiel ist der Verein „Dignitas“ und sein Gründer, der schweizerische Anwalt Ludwig Minelli, welcher sich nicht zufällig im Beirat jener Organisation befindet, die in Österreich die bestehenden Paragraphen 77 und 78 des Strafgesetzbuches zu Fall bringen will1. Dignitas führt für seine Mitglieder auf Anfrage Planung und Beihilfe zum Suizid durch. Für diese „Dienstleistung“ werden einem Mitglied neben der obligatorischen Eintrittsgebühr von 200 CHF und dem jährlichen Mitgliederbeitrag von 80 CHF noch 4000 CHF für die „Vorbereitung einer Freitod-Begleitung“, 1000 CHF für einen mit Dignitas zusammenarbeitenden Arzt und 2500 CHF für die „Durchführung einer Freitod-Begleitung“ in Rechnung gestellt2. Medienberichten zufolge sollen die Testamente seiner Mitglieder für Minelli eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen und aufgrund entsprechender Vorwürfe musste er sich schon mehrmals vor Gericht verantworten.3 Bekanntheit erlangte in Österreich der tragische Fall eines 34- jährigen Kärntners und Millionärs, der, körperlich vollkommen gesund aber unter schweren Depressionen leidend, 2013 eine Suizid-Begleitung von Dignitas in Anspruch nahm und Minelli in seinem ersten Testament mit einer hohen Summe bedachte4.

 

Minelli und Dignitas beschränken ihren Wirkungsbereich keineswegs auf die Schweiz sondern agieren innerhalb eines internationalen Netzwerks, das gezielt Lobbyismus für Euthanasie und Beihilfe zur Selbsttötung betreibt. So besitzt der Verein Dignitas mittlerweile eine deutsche Zweigstelle und ist Mitglied der 45 Organisationen umfassenden „World Federation of Right to Die Societies“ 5, genauso wie die „Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende“, in deren Beirat Minelli sitzt und auch Wolfram Proksch, jener Anwalt, der das Mandat für den beim österreichischen Verfassungsgericht eingereichten Individualantrag gegen §77 und 78 übernommen hat1 . In einem Interview mit Addendum gibt Minelli sogar selbst an, in den vergangenen Jahren mehrere Gerichtsentscheide durch Lobbyarbeit mitbeeinflusst zu haben, etwa die Abschaffung des Verbots für Euthanasie und Beihilfe zur Selbsttötung in Kanada durch einen Gerichtsentscheid im Jahr 2015 6 und ebenso die jüngste Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichtes, das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ in Deutschland aufzuheben 7 . „Natürlich wollen wir auch den politischen Weg gehen, Lobbying-Arbeit machen in der Politik“, erklärt der Jurist Silvan Luley von Dignitas in demselben Interview. Und nun ist mit Hilfe von Minelli Österreich an der Reihe: „Wir sind bereit, derartige Verfahren zu finanzieren, denn es ist unsere Aufgabe und unser Auftrag, auch in Österreich das Licht der Freiheit anzuzünden.“ 6 Neben dem humanistischen Deckmantel, in welchen sich solche Organisationen hüllen, fällt auf, dass sie Gesetzesänderungen selten durch offene politische Debatten mit Einbindung der Bevölkerung herbeizuführen trachten, sondern – mit Hilfe von internationaler Lobbyarbeit – still und heimlich durch die Hintertüre.


 

Dass durch eine Legalisierung allmählich ein Markt für neue Produkte geschaffen würde, zeigt der Gründer von Exit International Philip Nitschke. Der Australier und mehrfacher Buchautor zum Thema Euthanasie und Selbstmord („The Peaceful Pill Handbook“), träumt von einem Online-Handelsportal („buyers’ club“) für Suiziddrogen8 und ist Erfinder mehrerer Euthanasie- und Suizidvorrichtungen9


.
Schließlich sind da noch manche „fortschrittsorientierte“ Bioethiker und Ökonomen, die in der Euthanasie eine Teillösung für das Problem der Überbevölkerung sehen oder schlicht und ergreifend vorrechnen, dass eine Legalisierung derselben für das Gesundheitswesen billiger und daher für die Gesellschaft besser wäre. In dem Artikel „Counting the Cost of Denying Assisted Dying” im Journal “Clinical Ethics” verteidigen die Autoren die Euthanasie mit folgenden Argumenten: Eine Legalisierung würde die „Ressourcenverschwendung“ an unheilbar Kranke beenden („For each such patient, legalising assisted dying would avoid this waste of resources.“) und die zu euthanasierenden Patienten ließen sich als Organspender verwenden („Allowing patients to access assisted dying enables many of them to become organ donors.”) 10,11. Von der Würde des menschlichen Lebens fehlt bei diesen Argumentationsweisen jegliche Spur, stattdessen folgen sie einem Utilitarismus, dessen Konsequenzen in den Ideologien des 20. Jahrhunderts in grausamster Weise ersichtlich geworden sind.

 

Man kann nur hoffen, dass solche Denkweisen in der nationalen und internationalen Politik nicht zum Zuge kommen, sondern die Regierungen und Gerichtshöfe menschenwürdige Entscheidungen treffen. Die steigenden Fallzahlen im Zeitraum 2005-2015 von Euthanasie in Belgien12 (Verdreifachung) und in den Niederlanden13 (Verfünffachung) und von assistiertem Suizid in der Schweiz14 (Verdreifachung) lassen jedoch vermuten, dass das Geschäft mit dem Tod bei weiteren gesetzlichen Lockerungen auch in Zukunft wachsen wird.

 

"Um zu verhindern, dass es auch in Österreich zu solchen Zuständen kommt, hat sich vor einigen Wochen die Initiative Österreich will Leben formiert. Auf www.oesterreichwillleben.at werden Unterschriften für ein Verfassungsgesetz gegen Euthanasie und eine Verbesserung des Hospiz- und Palliativwesens gesammelt."

 

[1] https://www.oeghl.at/expertise/beirat/
[2] Kosten, S.14 http://www.dignitas.ch/images/stories/pdf/informations-broschuere-dignitas-d.pdf
[3] https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/minelli-soll-sich-bereichert-haben/story/10749464
[4] https://www.addendum.org/sterbehilfe/der-fall-struck/
[5] https://www.worldrtd.net/member-organizations
[6] https://www.addendum.org/sterbehilfe/interview-minelli-luley/
[7]https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/02/rs20200226_2bvr234715.html
[8] https://www.theguardian.com/australia-news/2016/dec/04/philip-nitschke-launches-militantcampaign-for-unrestricted-adult-access-to-peaceful-death
[9] https://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Nitschke#Euthanasia_techniques
[10] https://www.nationalreview.com/corner/bioethicists-euthanasia-will-save-money-andfacilitate-organ-donations/
[11] Shaw, D., Morton, A., Counting the cost of denying assisted dying. Clinical Ethics, 2020
https://strathprints.strath.ac.uk/71186/1/Shaw_Morton_CE_2020_Counting_the_cost_of_denying_assisted.pdf
[12] https://www.statista.com/statistics/1098051/number-of-euthanasia-instances-registered-inbelgium/
[13] https://www.statista.com/statistics/523047/total-number-of-end-of-life-decisions-in-thenetherlands-by-medical-decision/
[14] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/306929/umfrage/anzahl-assistierter-suizide-inder-schweiz-nach-geschlecht/

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  2. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  3. Im Licht der Liebe
  4. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  5. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  6. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  7. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  8. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  9. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  10. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  11. Filmstar Evangeline Lilly verließ Hollywood vor sechs Jahren: ‚Gott hat einen Plan‘
  12. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  13. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  14. Papst Leo lädt zum Weltjugendtag ein: „Ich freue mich darauf, euch in Seoul zu sehen!“
  15. USA: Kontenschließungen von Banken bei Lebensschutz- und konservativen Gruppen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz