Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  10. „Wir werden erwartet“
  11. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  12. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um

"Es gibt einen guten Tod, aber kein gutes Töten"

28. August 2020 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Autonomie“ und „Würde“ sind die großen Schlagwörter, mit denen seit vielen Jahren der Zugriff auf den Tod argumentiert wird - BeneDicta am Freitag von Gudrun Trausmuth


Wien (kath.net)

„Autonomie“ und „Würde“ sind die großen Schlagwörter, mit denen seit vielen Jahren der Zugriff auf den Tod argumentiert wird.

 

Weniger denn je kommen wir mit dem Tod zurecht, und deshalb wollen wir ihn – wenn er schon unausweichlich ist - wenigstens bestimmen, wollen einen letzten Trumpf in der zitternden Hand haben. Wollen für uns und für andere, bei denen wir ein Leiden sehen, das unzumutbar erscheint, festlegen, wann es Zeit ist zu gehen.

 

Die letzte Empörung ist also eingeläutet, und so gebiert die Verzweiflung den „selbstbestimmten“ Tod. Die Motivation ist ebenso elend wie die euphemistischen Namen, „Euthanasie“ (historisch untrennbar verbunden mit dem Nationalsozialismus), „Tötung auf Verlangen“ oder „assistierter Suizid“. – Hinter diesen Begriffen bleibt die Realität: hier wird ein Mensch getötet, weil die ungeheuerliche Schlussfolgerung gezogen wurde, der medikamentös herbeizuführende Tod sei die beste Lösung.


 

Ja, natürlich, es gibt furchtbare Krankheitsschicksale, Elend und Leiden, das über den eigentlich Betroffenen hinauswächst und die ihm Nahestehenden hilflos macht vor Mitleid und Schmerz. ABER -  und dieser Einspruch ist laut hinauszurufen - aber, die tödliche Infusion ist die falsche „Lösung“. Denn sie maßt dem Menschen Macht an, die ihm nicht zusteht und die ihn in fataler Weise überfordern wird. Wo – wenn die Schranke des Tötungsverbots, das sich auch auf „assistierten Suizid“ erstrecken muss erst einmal gefallen ist – wo wird die Grenze sein? Was ist das Kriterium? - Physische Leiden oder nicht doch auch psychische? Nur Erwachsene oder doch auch Kinder?

 

Und was ist mit dem Druck, der auf Kranke entsteht, wenn es erst einmal die „andere Option“ gibt, die finanziellem und pflegerischem Einsatz gegenübersteht ….? Darf ich mich der Sorge der anderen dann überhaupt noch zumuten? – Das geringste Aufweichen der bestehenden österreichischen Rechtslage stieße eine fatale, unumkehrbare Dynamik an …

 

Nein, es gibt kein gutes Töten, aber es gibt einen guten Tod: Den vollen Einsatz der Palliativmedizin, die durch einen Mantel („pallium“) der Schmerzstillung Unerträgliches lindern kann. Die unersetzlich wertvolle Hospizbewegung, die Todkranke in ihrem Leib und ihrer Seele würdigt, begleitet Abschied nehmen lässt, Weichen stellt für Versöhnung und Ordnung … Solche Art der Sterbebegleitung ermöglicht ein Gehen in Würde und nimmt den Menschen in all seinen Bedürfnissen bis zuletzt ernst.

 

Es geht um die Hand, die da ist, haltend, tröstend, helfend, wohlwollend. Weil die Würde des Menschen in jedem Moment seines Lebens zu wahren ist. Jene des Schwachen und Kranken an erster Stelle. Die volle menschliche Zuwendung, das Mit-Tragen des Abschieds und des Schmerzes, das tapfere Ertragen unserer eigenen Endlichkeit und der Endlichkeit jener, die wir lieben, dem sollte unser Kampf gelten. Nicht dem Inszenieren eines „guten Tötens“. - Ein gutes Töten gibt es nämlich nicht, es gibt nur den guten Tod.

 

Und dann müssen wir immer wieder erzählen, dass Einer unseren Tod bereits besiegt hat.  Unsere Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod wurde von IHM selbst im Zeichen des Kreuzes besiegelt. Seitdem ist das Kreuz das Zeichen unserer Auferstehungshoffnung.

 

Dennoch, durch das dunkle Tor müssen wir alle gehen. Aber nicht, wenn wir selbst oder ein andere Menschen den Moment dafür gekommen sehen. Sondern dann, wenn ER, der Herr über Leben und Tod, uns zu sich ruft. Ins Licht.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  3. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  4. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  5. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  6. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  7. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  8. Waffenruhe für Oleschky: Papst-Appell für besetzte Stadt greift
  9. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  10. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  11. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  12. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  13. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  14. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  15. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz