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Das Ende der Gespensteraudienzen - aber...

27. August 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Wieder im Haus des Papstes, was hoffentlich respektiert werden wird. Von Armin Schwibach


 

 

Rom (kath.net/as) Überraschend teilte die Präfektur des Päpstlichen Hauses am 26. August mit: am 2. September wird Papst Franziskus die Generalaudienzen wieder in Anwesenheit von Pilgern und Besuchern aufnehmen. Der erste Gedanke war: endlich ein Zeichen der (von nicht wenigen) behinderten Normalisierung einer Situation in der sogenannten Corona-Zeit (Franziskus hatte diese bis zum 18. Mai 2020 mit insgesamt 65 Predigten bei den morgendlichen „Corona-Messen“ in Santa Marta begleitet, Messen, die dann auch vom italienischen Staatsfernsehen übertragen wurden).

 

Die letzte öffentliche Generalaudienz hatte am 26. Februar auf dem Petersplatz stattgefunden. Am 6. März schlossen in Italien Schulen und Universitäten (wo bis heute nicht klar ist, wie und wann diese wieder geöffnet werden). Ab dem 11. März, als bereits ein allgemeines Versammlungsverbot in Italien in Kraft war und der totale Lockdown des Landes in Aussicht stand (rund 60 Millionen Bürger mit ehemals von der Verfassung garantierten Rechten wurden unter Drohungen in ihre Wohnungen gesperrt), traten wöchentliche Videoansprachen aus der päpstlichen Bibliothek an die Stelle von Begegnungen mit Pilgern und Besuchern. Dem Angelus, dem zweiten pastoralen Großereignis mit dem Papst in der Woche, wurde dasselbe Schicksal zuteil: in der Einsamkeit der Bibliothek wurden die Ansprachen verlesen und gestreamt. Der Angelus endete dann mit einem surrealen Segen am Fenster über dem leeren Platz, dessen Schließung von den italienischen Behörden aus unerfindlichen Gründen erzwungen worden war.


 

Nun, das ist also jetzt in dieser Form vorbei. Der Petersplatz ist offen und die Pilger können mit ihren Masken und bei Einhaltung des „sozialen Abstandes“ beim Angelus dabei sein - natürlich hat sich bisher nur ein geringer Bruchteil derer eingefunden, die früher einmal gekommen waren, was sich wohl so schnell nicht mehr ändern wird).

 

Und nun die Generalaudienz, eigentlich schön, oder nicht? Wird es nicht wieder „wie früher“, oder wie Franziskus so gerne sagt: wird es nicht wieder alles gut, wenn es „besser“ als früher wird?

 

Es kommen Fragen auf, denn: erstaunlicherweise sollen die Generalaudienzen natürlich gemäß den Gesundheitsanweisungen der italienischen Behörden stattfinden. Dazu gehören verpflichtend die omnipräsenten Gesichtsmasken und das obligatorische „social distancing“ zusammen mit an allen Ecken positioniertem Desinfektionsgel und Aufsichtspersonal. Und wo sollen sie stattfinden? Im Hof des Päpstlichen Palastes „San Damaso“.

 

Nun, wer sich im Zeitalter von GoogelMaps den Hof von oben anschaut, wird entdecken: er bildet das Herz des Apostolischen Palastes. Alle kennen den Hof unter den drei Loggen, ist es doch der Ort, an dem Gäste wie Staats- und Regierungschefs vom Präfekten des Päpstlichen Hauses und den anderen Beteiligten am vatikanischem Protokoll in Empfang genommen werden, um dann durch die kostbaren Gänge und historischen Säle in die Gemächer des Papstes geführt zu werden.

 

Und wer wird jenen geschichtlichen 28. Februar 2013 vergessen können, als Papst Benedikt XVI. unter einem Tränenausbruch seines Sekretärs die Schwelle des Palastes ein letztes Mal überschritt und in den Hof trat, in dem sich die engsten Mitarbeiter und Vertrauten von ihm verabschiedeten, bevor er zum Hubschrauberlandeplatz des Vatikans gebracht wurde?

 

Und jetzt, mitten im Vatikan, steht die Teilnahme an einem Papst-Event allen offen, die dies wünschen, ohne dass Eintrittskarten benötigt werden, das heißt: ohne zu wissen, wie viele präsent sein werden und wer das ist. Es wird zu sehen sein, wie derartiges logistisch und sicherheitstechnisch zu lösen sein wird. Die Schweizer Garde, unter deren Jurisdiktion der Palast steht, wird einiges an Vorbereitung zu erarbeiten haben und dabei wohl nicht auf die Zusammenarbeit mit der Gendarmerie verzichten können. Wenn Hunderte von Menschen sich plötzlich im Apostolischen Palast aufhalten, ein Ereignis, zu dem es in der Vergangenheit nur bei den „Visite di Cortesia“ der neu kreierten Kardinäle kam, dann stellt dies unter vielen Gesichtspunkten, von denen die Corona-Bedenken die letzten sein dürften, ein Problem dar. Wie viele Personen definitiv in den etwa 40 mal 60 Meter großen Hof zugelassen sei werden, teilte die Präfektur des Päpstlichen Hauses nämlich nicht mit.

 

Doch ein weiterer Aspekt drängt sich einem zur Erwägung auf. Wie mitgeteilt wurde, erfolgt der  Eintritt  ab 7.30 Uhr vom Bronzetor (Kolonnade rechts vom Petersplatz) aus, von jenemTor, aus dem zum Beispiel die Päpste Paul VI. und Johannes Paul II. nach ihrem Tod zum letzten Mal den Palast zu ihrem Requiem auf dem Petersplatz verlassen hatten. Das Bronzetore - es ist nicht einfach irgendeine Tür, sondern es markiert, wie dies Papst Benedikt XVI. am 12. Oktober 2007 anlässlich dessen Einweihung nach zweijährigen Restaurierungsarbeiten sagte, „den Zugang zum Haus dessen, den der Herr dazu berufen hat, als Vater und Hirt das gesamte Volk Gottes zu führen“. So nehme dieses Tor „einen symbolischen und geistlichen Wert an“:

 

„Es durchschreiten diejenigen, die kommen, um dem Nachfolger Petri zu begegnen. Durch dieses Tor gehen Pilger und Besucher, die sich in die verschiedenen Ämter des Apostolischen Palastes begeben. Ich wünsche von Herzen, daß sich all diejenigen, die durch das Bronzetor eintreten, von diesem Moment an durch die Umarmung des Papstes empfangen fühlen. Das Haus des Papstes ist offen für alle“.

 

Ja, das Haus des Papstes war und ist offen für alle (auch wenn dies heute weniger der Fall ist als in früheren Zeiten). Diejenigen, die es betreten, müssen sich bewusst sein, was sie betreten: nicht irgendeinen Ort, nicht irgendein Hotel, sondern eine Dimension der Geschichte. Es bleibt zu hoffen, das dies - nach der traurigen Musealisierung des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo - respektiert werden wird.


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