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Bischof Hanke: Die Vatikan-Instruktion für Pfarrgemeinden „ermutigt und unterstützt“

29. Juli 2020 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Eichstätter Bischof: in der Instruktion stehen „viele wertvolle Impulse“ – Menschen zu erreichen gehöre zum missionarischen Auftrag der Kirche. Dabei dürften aber nicht eigene Strategien und Strukturen im Vordergrund stehen


Eichstätt (kath.net/pde) Die römische Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ bietet nach Auffassung von Bischof Gregor Maria Hanke „viele wertvolle Impulse“ für einen missionarischen Aufbruch der Pfarrgemeinden. „Das Dokument ermutigt und unterstützt alle, die bereits solche Wege eingeschlagen haben“, so der Bischof von Eichstätt in einer Stellungnahme zu dem von der Kleruskongregation herausgegebenen Dokument.

Das Anliegen der im deutschsprachigen Raum zum Teil kritisch bewerteten Instruktion sei gerade im zweiten Teil nicht, allein den wichtigen Dienst des Priesters hervorzuheben, das Dokument ziele auf die „konkretisierte Sakramentalität“ der Kirche. „Dazu gehört die Ordnung des Zueinanders von Amt und Charisma, von gemeinsamem Priestertum aus Taufe und Firmung und Priestertum des Dienstamtes.“  

Die Menschen zu erreichen und ihnen nahe zu sein gehöre zum missionarischen Auftrag der Kirche. Dabei dürften aber nicht eigene Strategien und Strukturen im Vordergrund stehen. Erneuerung der Kirche ereigne sich durch Männer und Frauen, die sich vom Geist rufen lassen, in einem Netz zwischenmenschlicher Beziehungen.

Vor der Gliederung in Ämter, Dienste und somit verschiedene Rollen stehe die gemeinsame Berufung in das Volk Gottes: Damit folgt nach Auffassung von Bischof Hanke die Instruktion ganz der Linie von Papst Franziskus, der zu einem Perspektivwechsel einlade. Statt einen Kampf um die Rollen in der Kirche zu sehen oder das Verlierer-Sieger-Schema zu bemühen wäre es lohnend, diesem zentralen Anliegen von Papst Franziskus zu folgen und zunächst das allen Gemeinsame zu suchen.


 

kath.net dokumentiert die Stellungnahme von Bischof Gregor Maria Hanke OSB zur Instruktion „Die Pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche.“, 28. Juli 2020, im Wortlaut:

Das Dokument „Die Pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ dürfte als Instruktion der römischen Kleruskongregation, deren Präfekt zum Kreis der engeren Mitarbeiter von Papst Franziskus zählt, nicht am Papst vorbei entstanden sein. Bereits im Titel klingen wichtige Anliegen des Heiligen Vaters an. Schlüssel zum Verständnis des Dokuments ist eine Hermeneutik, die an zentralen Themen von Papst Franziskus Maß nimmt. Es geht im Dokument um die Sendung des Volkes Gottes in die Evangelisierung, konkretisiert für die Pfarrei.

Pastorale Umkehr als Verlebendigung des missionarischen Geistes soll die Kirche vor Ort, die Pfarrei mit ihren traditionellen Strukturen erneuern. Dieser Erneuerungsprozess geschieht durch Evangelisierung. Er ereignet sich durch Männer und Frauen, die sich vom Geist rufen lassen, in einem Netz zwischenmenschlicher Beziehungen. Es bedarf dazu der Kunst der Nähe und einer Kultur der Begegnung. Deutlich betont das Dokument, dass dem ganzen Volk Gottes diese Sendung aufgetragen ist. Darin folgt die Instruktion der Linie von Papst Franziskus, der uns mit seiner konsequenten Hervorhebung des Volkes Gottes in seiner Verkündigung zu einem Perspektivwechsel einlädt. Vor der Gliederung in Ämter und Dienste und somit in verschiedene Rollen (samt den Rollenkonflikten) verkündet Papst Franziskus das die Vielfalt Verbindende: unsere gemeinsame Berufung in das Volk Gottes, dem die Verschiedenheit dient und dessen Sendung vom Herrn her darin besteht, der Welt zu begegnen, um ihr die Frohe Botschaft zu eröffnen. In diesem Sinn bietet die Instruktion viele wertvolle Impulse für unsere Pfarreien und unsere Pastoralplanungen, zur Transformation der Pastoral als missionarischem Aufbruch. Das Dokument ermutigt und unterstützt alle, die bereits solche Wege eingeschlagen haben.

Im deutschsprachigen Raum erfuhr die Instruktion zum Teil kritische Bewertungen, wohl hauptsächlich wegen der zweiten Hälfte des Dokuments, in der die Formen der Hirtensorge thematisiert und im Blick auf das Kirchenrecht beschrieben werden. Aber hinter der starken Bezugnahme auf das Kirchenrecht steht die sehr ernst zu nehmende Sorge, wie sich der Weg der Transformation der Pastoral zu gestalten hat, damit das vom II. Vatikanum gleich zu Beginn der Kirchenkonstitution Lumen Gentium beschriebene Ziel des Weges aller Pastoral nicht aus dem Blick gerät:

Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit (LG 1).

Die Menschen zu erreichen und ihnen nahe zu sein, gehört zum missionarischen Auftrag der Kirche. Aber nicht eigene Strategien und Strukturen können dabei den Primat einnehmen. Die Kirche wirkt in ihrer Verfasstheit als Sakrament in Christus. Was aber bedeutet Sakramentalität für eine sich wandelnde Kirche heute, die ihre Sendung der Evangelisierung neu ergreifen will? Das Anliegen des zweiten Teils der Instruktion ist nicht allein der sehr wohl wichtige Dienst des Priesters, das Dokument zielt auf die konkretisierte Sakramentalität der Kirche. Dazu gehört die Ordnung des Zueinanders von Amt und Charisma, von gemeinsamem Priestertum aus Taufe und Firmung und Priestertum des Dienstamtes. Das Schreiben der Kleruskongregation beschreibt dieses Verhältnis konkret für die Situation der Pfarrgemeinde, die den Menschen missionarisch begegnen und in die Vereinigung mit Gott und Menschen einladen will.

Es wäre auch im Blick auf diesen Teil der Instruktion lohnend, statt hierin einen Kampf um die Rollen in der Kirche zu sehen oder nun das Verlierer-Sieger-Schema zu bemühen, der von Papst Franziskus eröffneten Hermeneutik zu folgen und zunächst das allen Gemeinsame zu suchen. Die Sakramentalität der Kirche ist das uns in unserer Verschiedenheit der Ämter und Charismen verbindende Wesen der Kirche, weil die Kirche Leib Christi mit vielen Gliedern ist. Vom Verbindenden auszugehen und die Verschiedenheit im Dienst gegenseitiger Ergänzung zu deuten, um gemeinsam Wege der Evangelisierung gehen zu können, die die Kirche vor Ort als Sakrament, als Zeichen und Werkzeug der Vereinigung erfahrbar machen, dazu will die Instruktion die Pfarrgemeinden und uns alle einladen.

Archivfoto Bischof Hanke (c) Bistum Eichstätt/Christian Klenk


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Lesermeinungen

 lesa 30. Juli 2020 

Worte, die dem Licht den Weg bahnen können

Danke für diese kostbaren Hirtenworte! Es stellt die Gestalt des Glaubens dar, in dem die Erlösung und die Einheit begründet liegt: die sakramentale Struktur der Kirche. Hoffentlich kommen viele zur Besinnung und werden sie allen Ernstes mit den Folgen ihres Vorhabens konfrontiert, im Namen der Kirche das Paradigma der "Lebenswirklichkeit" durchsetzen zu wollen.
Das Kirchenrecht gehört auch dazu, denn ohne Regeln kommt keine Gemeinschaft in dieser Welt aus. Ohne Konsequenzen auch nicht.


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 SalvatoreMio 29. Juli 2020 
 

Danke, Bischof Hanke!

Die Erläuterungen von Bischof Hanke OSB finde ich sehr hilfreich, wenngleich es erschreckt, dass Selbstverständlichkeiten unter Gläubigen "verteidigt" werden müssen. - Die Schieflage, in der wir uns befinden, hat für mich seit Jahrzehnten ein konkretes Gesicht: "Da findet eine feierliche Eucharistiefeier statt. 12 Priester sitzen im Altarraum und Laien teilen die hl. Kommunion aus". Als ich dazu einen Priester befragte, meinte er: "Die Kommunionhelfer wollen kein 'Notnagel' sein". - Wir Laien haben in Kirche und Welt riesige Aufgaben. Da müssen wir die Priester nicht noch ersetzen, wenn sie sowieso anwesend sind.(nur 1 Beispiel!).


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 Chris2 29. Juli 2020 
 

Bedauerlich, dass gute Hirten

in Deutschland offensichtlich nicht die Mehrheit bilden, wie der Skandal um das "Schisma mit Ankündigung" beim "Synodalen Weg" gezeigt hat. Beten wir, dass es nicht zum offenen Bruch kommt. Und falls doch, dass möglichst wenige Gläubige, Priester und Bischöfe der neuen Sekte folgen werden und die Trennung zu einer Rückbesinnung auf das Wesentliche führt: Der eigenen Heiligung und der Rettung möglichst vieler Seelen für die unbegreifliche Herrlichkeit der ewigen Anschauung Gottes...


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