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Muslimische Theologen gegen Umwidmung der Hagia Sophia

23. Juli 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Erklärung liberaler muslimischer Theologen in der Türkei kritisiert Nutzung der Hagia Sophia als Moschee als Beleidigung für Nuchtmuslime


Rom (kath.net/KAP) Liberale muslimische Theologen in der Türkei haben sich öffentlich gegen die erneute Nutzung der Hagia Sophia als Moschee gewandt. Dies sei ein "schwerer und irreparabler Fehler", heißt es in der Erklärung, die von der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" (Onlineausgabe Mittwoch) verbreitet wurde. Der Schritt werde Nichtmuslime beleidigen und der Islamophobie Auftrieb geben. Während "aufrichtige Gläubige" sich an der politischen Demonstration störten, die mit der Umwidmung verbunden sei, könne diese eine falsche Botschaft an radikale Islamisten senden.


Autoren des Appells sind Nazif Ay, Mehmet Ali Öz und Yusuf Dülger, die in Anlehnung an den laizistischen Gründer der modernen Türkei als "kemalistische" Theologen bezeichnet werden. Kommenden Freitag soll gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erstmals seit 86 Jahren wieder ein muslimisches Freitagsgebet in der Hagia Sophia stattfinden.

Die erneute Umwidmung der früheren byzantinischen Reichskirche, die bereits 1453 Moschee wurde und seit 1934 Museum war, widerspreche den Werten der Toleranz und des Friedens im Islam. Die Autoren verweisen beispielhaft auf die Entscheidung des Kalifen Omar (634-644), im eroberten Jerusalem nicht in der christlichen Grabeskirche zu beten, damit nicht Muslime Anspruch auf diese Stätte erheben könnten.

Ausdrücklich wenden die Theologen sich auch dagegen, die Umwidmung der Hagia Sophia mit Verweis auf die Umayyaden-Moschee im spanischen Cordoba zu legitimieren. Der kunsthistorisch einzigartige Bau, der 784 an der Stelle der früheren Kathedrale begonnen wurde, wurde im Rahmen der Wiedereroberung Spaniens 1236 in ein christliches Gotteshaus umgewandelt und später durch einen Kircheneinbau ergänzt.


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