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Gott macht unruhig

17. Juli 2020 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Die Dynamik des Glaubens eines jungen Mönchs auf dem Hintergrund eines Gebetes von Papst Benedikt XVI. - Ein Buchtipp von Stefan M. Bolli.


Mols (kath.net)

Philipp Meyer ist 38 Jahre alt, Priester und Mönch in Maria Laach. Doch wie kommt es, dass ein junger Mann die Nachfolge Christi antritt in einer Zeit, in der der Glaube vermeintlich schwindet? «Antworten finde ich vor allem bei dem, mit dem ich meinen Weg gemeinsam gehe, um ihn ringe – und mit dem ich ihn auch immer wieder neu suchen kann», schreibt Pater Philipp in seinem Vorwort.

 

Als Papst Benedikt XVI. 2011 sein 60-jähriges Priesterjubiläum feierte, verfasste der deutsche Papst ein Gebet. Dieses Gebet beeindruckt und reflektiert Pater Philipp in seinem Buch auf dem Hintergrund seines Glaubens. Ein Glaube, der sich dynamisch verändert und immer wieder neu herausfordert. «Ich bin beunruhigt.» So beginnt er das Buch über seinen Glauben. «Ich bin beunruhigt über das, was im Fokus steht und was aus dem Fokus herausfällt.»


 

Rainer Maria Kardinal Woelki schreibt in seinem Vorwort zum Buch von Pater Philipp: «Eine […] heilsame Unruhe verordnet uns P. Philipp […]. Freilich will er uns gerade nicht nervös oder besorgt zurücklassen; ihm geht es vielmehr darum zu zeigen, ‘dass Liebe immer Bewegung ist’ […]» Und weiter führt der Erzbischof von Köln aus, dass wir in den Meditationen von Pater Philipp dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs begegnen, der «weniger Gegenstand geruhsamer Spekulationen ist als ‘Feuer’, das brennt und entflammen will».

 

Der Titel, eine Anspielung auf das berühmte Zitat des heiligen Kirchenlehrers Augustinus («Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott.» Confessiones 1,1), will uns aufwecken und in die Dynamik des Glaubens einführen. Die einzelnen Sätze des Gebetes des emeritierten Papstes sind die Leiter, auf deren Stufen Pater Philipp die Leser benediktinisch hineinnimmt. Er möchte nicht den Weg zeigen, sondern im Wissen um die vielen verschiedenen Wege Mut machen, den Weg zu gehen: «Manchmal könnte ich schreien vor Wut über so viel Chaos in der Kirche, […] weil wir alle so sehr an dem vorbeileben, was Christus will.» Dann gibt er eine Ermutigung auf den Weg: «Jeden Sonntag sind wir doch vom Herrn selbst eingeladen, unsere christliche Freude zu feiern, sein Wort zu hören, es in der Eucharistie zu empfangen und dann fruchtbringend umzusetzen im alltäglichen Leben.»

 

«Wenn wir damit wieder anfangen würden, wir, die 10 Prozent derer, die ja angeblich überhaupt nur noch in die Kirche gehen, dann könnten wir es auch schaffen, dass es in zehn Jahren vielleicht schon 20 Prozent werden […]».

 

kath.net-Buchtipp:

Gott macht unruhig

Die Dynamik meines Glaubens

Von Philipp Meyer

Sonstiger Urheber: Rainer Maria Woelki

Hardcover, 160 Seiten

2020 Herder, Freiburg

ISBN 978-3-451-38621-3

Preis Österreich: 18.60 EUR


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