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Bischof Alois Schwarz weiht zwei neue Ordens-Diakone

6. Juli 2020 in Österreich, keine Lesermeinung
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Diakonenweihe bei den Servi Jesu et Mariae: "Nicht gegen Kontaktbeschränkung verstießen die Kandidaten, als sie sich in das 'Netz des Gebets' fallen ließen, das die Gläubigen knüpften – im geistigen Sinn während Prostratio und Allerheiligenlitanei"


Blindenmarkt (kath.net/pm) Unter Anteilnahme von knapp 200 Gläubigen hat Bischof Dr. Alois Schwarz am Samstag zwei Ordensleute in Blindenmarkt zu Diakonen geweiht. Es war ein ermutigendes Zeichen sowohl für die Pfarre St. Anna, als auch für die Gäste aus dem Bekanntenkreis der Weihekandidaten, dass in Coronazeiten zumindest so viele Mitfeiernde teilnehmen durften. Nach den Einschränkungen der letzten Wochen war wieder spürbar: Die Kirche ist lebendig. Auch heute sind junge Männer bereit, sich mit ihrer ganzen Existenz in den Dienst Gottes und ihrer Mitmenschen zu stellen.

 

Eine Priester- und Diakonenweihe ist immer etwas Besonderes. In Zeiten einer Pandemie noch mehr. Ursprünglich sollte die Weihe von Florian Bauer (29 Jahre) und Stephan Waxenberger (27 Jahre) im März stattfinden, direkt in der Zeit des Ausbruchs der Pandemie. Selbst der 4. Juli als Ersatztermin war lange Zeit ungewiss. Aber dank der Bereitschaft von Bischof Schwarz konnten die beiden Kandidaten, die zur Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens (SJM) gehören, am vergangenen Samstag die Weihe empfangen.

 

Für viele Teilnehmer war es nach monatelangen liturgischen Einschränkungen das erste Mal, wieder eine Messe mit Weihrauch, Weihwasser und Kirchenchor zu erleben. Dass es keinen Friedensgruß gab, war zu verschmerzen – stattdessen schlug Bischof Schwarz einen „Friedensblick“ vor. Blickkontakt geht schließlich coronakonform. Der 1-Meter-Abstand wurde in der Kirche strikt eingehalten, mit Ausnahme bei der herzlichen Umarmung, die der Bischof den beiden neugeweihten Diakonen schenkte, und die sie ihrerseits – ermutigt durch ein Schmunzeln des Bischofs – mit ihrer eigenen Familie teilten.


 

Nicht gegen die Kontaktbeschränkung verstießen die Weihekandidaten, als sie sich in das „Netz des Gebets“ fallen ließen, das die Gläubigen knüpften – im geistigen Sinn, versteht sich: Während die Kandidaten ausgestreckt auf dem Boden lagen, sangen alle Anwesenden die Allerheiligenlitanei. Denn als Diakon – so Bischof Schwarz – muss man getragen sein von der Fürbitte des gläubigen Volkes und aller Heiligen.

 

In seiner Predigt verdeutlichte der Bischof mit verschiedenen Bildern das Wesen der Diakonenweihe. Durch den Empfang des Sakramentes wird das Leben der Diakone selbst zum „Sakrament“, zu einem „heiligen Zeichen“, das in der Welt das Wirken Gottes sichtbar machen soll. Das ganze Leben des Diakons soll Zeugnis sein für die „Lebenshingabe Gottes“ an den Menschen. Diakonsein und Priestersein lässt sich darum nicht auf eine Reihe von Funktionen innerhalb der Gemeinde reduzieren. Funktionen könnte man aufteilen – er macht dieses und sie macht jenes. „Damit kommen wir in der Kirche nicht weiter.“ Denn wie das Muttersein nicht teilbar ist, so ist auch das Diakonsein eine ganzheitliche Lebensform. Nur aus dieser Perspektive wird auch der Zölibat verständlich, der ein Zeugnis ist für eine Lebenshingabe, die im Himmel vollendet wird.

 

P. Paul Schindele, der Generalobere der Ordensgemeinschaft, bekräftigte im Schlusswort seinen Dank an den Bischof, der trotz aller Unwägbarkeiten die Weihe zugesagt hatte. Nach dem gemeinsamen Mittagessen aller Gäste zusammen mit dem Bischof fand am Nachmittag eine Dankandacht in der Blindenmarkter Pfarrkirche statt.

 

Diakon Stephan Waxenberger wird in seiner Zeit als Diakon Dienste in der Pfarre Blindenmarkt übernehmen. Diakon Florian Bauer wird zukünftig im Geistlichen Zentrum “Haus Assen” in Deutschland tätig sein. Beide werden am 7. Mai 2021 im Stift St. Florian für die Gemeinschaft der SJM durch Erzbischof Georg Gänswein zu Priestern geweiht.

 

Wer sind die "Diener Jesu und Mariens"?

 

Die Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens (lat. "Servi Jesu et Mariae" - SJM) ist eine Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Ihr Selbstverständnis: Menschen für Jesus Christus begeistern und auf ihrem Glaubensweg begleiten. Die Gemeinschaft wurde 1988 gegründet und 1994 von der Kirche als Kongregation päpstlichen Rechts anerkannt. Das Kloster Auhof in Blindenmarkt ist der Hauptsitz des Ordens. Vertreten ist die Gemeinschaft in Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien und Kasachstan. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeiten liegt auf der Jugendarbeit.

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