Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. „Warum bin ich Christ“
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Was auch immer Synodalität sein soll
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was eine Messe wiegt
  11. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  12. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  13. Papst ab Dienstag im Gemelli-Krankenhaus
  14. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix
  15. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt

Christen in Syrien verlangen Aufhebung der westlichen Sanktionen

14. Juni 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Lateinischer Bischof von Aleppo: "Bei uns verhungern die Leute, es gibt keine Medikamente, es gibt keine Arbeit".


Damaskus (kath.net/ KAP)

Der katholische Bischof Georges Abou Khazen fordert die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Syrien. Diese seien "inhuman, weil sie die ganze Bevölkerung bestrafen" und die Syrer "jeden Tag ärmer machen", betonte der lateinische Apostolische Vikar von Aleppo im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. "Bei uns verhungern die Leute. Es gibt keine Medikamente. Es gibt keine Arbeit", fügte der Bischof hinzu.

 

De EU hat bereits Ende Mai die "restriktiven Maßnahmen" gegen die Regierung in Damaskus um ein Jahr - bis zum 1. Juni 2021 - verlängert. Am 17. Juni treten auch jene Maßnahmen in Kraft, die US-Präsident Donald Trump im sogenannten "Caesar"-Akt über den Schutz der syrischen Zivilbevölkerung angeordnet hat. Die bereits 2011 erstmals in Kraft gesetzten US-Sanktionen betreffen Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen mit Damaskus haben. Es geht u.a. um den Import von Treibstoff, Technologie usw.

 

"Die internationale Gemeinschaft sollte eine Gewissenserforschung durchführen", so Bischof Abou Khazen: "Für uns sind die Sanktionen ein Verbrechen. Wir sind sehr enttäuscht von der Europäischen Union. Wer weiß, was nach dem Inkrafttreten des neuen 'Caesar'-Akts geschieht."


 

Laut Bericht der Nachrichtenagentur betonten Gesprächspartner vor allem aus den christlichen Gemeinschaften des Landes vor Ort immer wieder, dass die wahre Angst der Menschen in Syrien nicht etwa die Coronavirus-Pandemie betreffe, sondern die Armut infolge des seit 2011 dauernden Krieges, der Sanktionen und der Wirtschaftskrise. Dazu komme die permanente Abwertung der syrischen Währung, die zugleich eine ständige Preissteigerung bei allen Gütern einschließlich von Nahrungsmitteln und Medikamenten bewirke. Dabei spiele die libanesische Finanzkrise eine zentrale Rolle. Für Syrien sei der Libanon immer ein "Tor zur Welt" gewesen, viele Syrer hätten in der Zedernrepublik ihre Konten und Ersparnisse deponiert.

 

In dem SIR-Bericht wird auch auf die Krise der früher florierenden syrischen pharmazeutischen Industrie verwiesen. Die Produktion sei vielfach eingestellt worden, weil der Produktionspreis wegen der hohen Importkosten für Grundstoffe höher sei als der regierungsamtlich erlaubte Verkaufspreis. In der Folge hätten auch viele Apotheken geschlossen. Einen Lichtblick stellten die drei katholischen Krankenhäuser des Projekts "Offene Spitäler" dar, das vom Apostolischen Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, ins Leben gerufen wurde. Dank der Hilfe der italienischen katholischen Organisation AVSI ist in Syrien der Betrieb des Hospital Saint Louis in Aleppo sowie des Französischen und des Italienischen Spitals in Damaskus weiter gesichert. AVSI sorgt dafür, dass in diesen Spitälern Menschen aller Konfessionen - auch völlig mittellose - gute medizinische Versorgung erhalten.

 

Mittlerweile haben sich in Italien mehrere von der Fokolar-Bewegung inspirierte NGOs zusammengetan, um eine Aufhebung der Sanktionen zu erreichen, die auch den medizinischen Bereich betreffen. In einer Erklärung der NGOs heißt es: "Die westlichen Sanktionen blockieren Investitionen und finanzielle Transaktionen und machen damit Import und Export schwierig. Im Ausland lebende Syrer können ihren Verwandten in der Heimat keine Zuwendungen zukommen lassen." Darüberhinaus machen die NGOs auf die Doppelbödigkeit der Sanktionen aufmerksam: "Die selben Regierungen, die etwa den Einkauf von Eisenwaren untersagen, weil das kriegerischen Zwecken dienen könnte, verkaufen ihrerseits an die ihnen genehmen Milizen in Syrien große Mengen von Waffen."

 

Die Bewegung gegen die westlichen Sanktionen wird von zahlreichen kirchlichen Institutionen unterstützt, so von der Bewegung "Terra Sancta" und von den syrischen Trappistinnen. Die Nonnen verlangen die Aufhebung der Sanktionen, erinnern aber zugleich daran, dass es in Syrien Maßnahmen des politisch-ökonomischen Systems zur Bekämpfung der Korruption und zur Förderung eines vernünftigen Wirtschaftswachstums geben müsse.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. Syrien: katholische Melkiten sagen aus Sicherheitsgründen alle Kar- und Osterliturgien ab
  2. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  3. „Syrien darf nicht islamistisch werden“ – Missio-Nationaldirektor Wallner im Krisenland
  4. Syrien: Evangelikaler Pastor mit gesamter Familie ermordet
  5. Massaker in Syrien: Dramatischer Appell der Kirchenführer
  6. Vatikan fordert wichtige Rolle für Christen in Syrien
  7. Syriens neuer Machthaber äußert Hochachtung für Papst Franziskus
  8. Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
  9. Neuer Bischof von Aleppo ernannt - 2014 von Milizen entführt
  10. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Mexiko startet Jubeljahr der Guadalupe-Basilika mit Friedensappell
  3. Polen – ein Beispiel des christlichen Humanismus
  4. Papst ab Dienstag im Gemelli-Krankenhaus
  5. Müller kritisiert geplante öffentliche Hinrichtung in den USA scharf
  6. Was auch immer Synodalität sein soll
  7. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  8. Europa „entseuchen“?
  9. Gerettet durch ein Pro-Life-Schild: Die Geschichte der kleinen Sawyer
  10. Papst an Russland: Getreide der Ukraine muss exportiert werden
  11. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  12. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  13. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  14. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz