Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  4. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  5. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  6. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

Ein Leben für die Kirche in Not

10. Mai 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Langjährige Generalsekretärin und Vorstandsvorsitzende Antonia Willemsen wird 80


Wien-München (KIN)
„Es war nicht geplant, es war nicht vorgesehen, es ist mir passiert.“ Antonia Willemsen fasst ihren Einsatz für die bedrängte und verfolgte Kirche so zusammen, wie es auch Pater Werenfried van Straaten häufig tat. Der Gründer von „Kirche in Not“ war ihr Nennonkel (er war ein Cousin von Willemsens Mutter), Förderer und Motivator, sie seine rechte Hand, Vertraute und Mitkämpferin über fast ein halbes Jahrhundert.

Geboren wurde Willemsen am 11. Mai 1940 in Eindhoven – einen Tag nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande. Ein wuchtiges Vorzeichen für ihre spätere Lebensaufgabe in einem Werk, das sich in seiner Entstehungsphase der Aussöhnung mit den Feinden von einst widmen sollte. Pater Werenfried trat zu Weihnachten 1945 mit einem Artikel in der Hauszeitschrift seiner Prämonstratenser-Abtei Tongerlo/Belgien eine Lawine der Hilfsbereitschaft für die heimatvertriebenen Deutschen los – die junge Antonia war von Anfang an in ihrem Sog.

Freiheit, die sich in Dienst nehmen ließ

Nicht nur die Besuche des „großen, weißgekleideten Ordensmannes“ bei der Familie beeindruckten sie, sondern auch die Tatkraft ihres Verwandten, der eines Tages mit einem mächtigen Kapellenwagen zur Seelsorge an den Heimatvertriebenen vorgefahren kam. 1960 trat Willemsen selbst ihren Dienst bei der „Ostpriesterhilfe“ an, so der damalige Name des Hilfswerks. Es war mittlerweile nach Rom übergesiedelt und begann seine Hilfe für bedrängte Christen in anderen Erdteilen auszuweiten. Südamerika wurde eines ihrer ersten Aufgabenfelder – und eine Passion ein Leben lang.


„Freiheit war mir immer wichtig“: Nach zehn Jahren ging Willemsen zurück in die Heimat, eine neu Aufgabe lockte. Doch der Sog von „Kirche in Not“ war stärker. Als eine Stelle als rechte Hand Pater Werenfrieds nicht besetzt werden konnte, kam sie 1972 zurück, „zähneknirschend“, aber eine Berufung spürend, die sich auf Ehe und Familie verzichten ließ – „obwohl es viele Angebote gab“, wie sie wissen ließ.

30 Jahre diente sie „Kirche in Not“ als Generalsekretärin, knüpfte Kontakte, wo die Kirche zum Schweigen verdammt worden war und erschloss Hilfsmöglichkeiten, wo Diktaturen und Kriege Wege verschlossen. Und wenn es nötig war, betätigte sie sich auch als Schwimmlehrerin für junge Ordensfrauen am Bukavu-See im Kongo.

Neben dieser Hilfsarbeit waren auch Willemsens Managerqualitäten gefragt: Sie organisierte den personellen Ausbaus des Werks ebenso wie den Umzug der Zentrale nach Königstein im Taunus und den Aufbau der ersten Nationalbüros von „Kirche in Not“, von denen es heute weltweit 23 gibt.

Früher Einsatz für katholische Medienarbeit

Da sich selbst die härtesten Diktaturen schwertun, gegen Radio- und Fernsehwellen vorzugehen, entwickelte „Kirche in Not“ unter Federführung von Antonia Willemsen eine rege Medienarbeit. Lange war sie Vorsitzende des „Catholic Radio und Television Network“ (CRTN), das bis heute Zeugnisse der bedrängten Kirche und Hilfen zum geistlichen Leben weltweit zugänglich macht.

Nach der politischen Wende in Osteuropa wurde aus der diskreten Hilfe für die Kirche hinter dem Eisernen Vorhang eine mühsame, aber erfolgreiche Aufbauarbeit. Hinzukam die Aussöhnung mit der russisch-orthodoxen Kirche, auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Johannes Paul II. – und gegen viele Widerstände, von innerhalb wie außerhalb des Werks. Willemsen packte auch diese Aufgabe mutig und entschlossen an.

Im neu errichteten griechisch-katholischen Priesterseminar von Lemberg/Ukraine, einem der größten Hilfsprojekte von „Kirche in Not“, gibt es eine regelrechte „Willemsen“-Galerie. Fotos, die sie bei Besuchen, Eröffnungen oder Einweihungen zeigen. Der Dank der Projektpartner, unzähliger Bischöfe, Priester und Ordensleute ist bis heute lebendig – weit über Osteuropa hinaus. Weltliche wie kirchliche Auszeichnungen zeugen davon.

Pastorale Hilfe als Lebensaufgabe

2005, zwei Jahre nach dem Tod Pater Werenfrieds, ging Antonia Willemsens Zeit als Generalsekretärin zu Ende, nicht jedoch ihr Einsatz für das Werk: Von 2006 bis 2014 war sie ehrenamtliche Vorsitzende von „Kirche in Not“ Deutschland. Der Bau eines Fernsehstudios für die Evangelisierungsarbeit fiel ebenso in diese Amtszeit wie auch die historische Begegnung zwischen Kurt Kardinal Koch und dem russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion Alfejew beim Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ 2011, der von „Kirche in Not“ veranstaltet wurde.

Im Ruhestand in die alte Heimat Eindhoven zurückgekehrt, gehört ein Termin fest zu ihrem Jahreslauf: Das Jahresgedächtnis an Pater Werenfried van Straaten in Köln, dem „großen, weißgekleideten Mann“, der ihr Leben und Arbeiten geprägt hat.

„Wir müssen den Leuten helfen, wo es um mehr geht als um Entwicklungshilfe“: Dieses Credo lebt in Willemsens Lebenswerk „Kirche in Not“ weiter. Die heute Päpstliche Stiftung hat sich der nach wie vor der pastoralen Hilfe verschrieben, dem „Hunger der Seele“, der heute so brennend ist wie in den Anfangsjahren. Dabei gilt, was die Jubilarin so auf den Punkt bringt: „Die Kirche darf keine Insel sein. Sie muss strahlen.“

Ein dreiteiliges Fernsehinterview und weitere Beiträge von und über Antonia Willemsen sind auf der Mediathek von „Kirche in Not“ zu finden: www.katholisch.tv (Suchbegriff „Willemsen“).

Foto: Antonia Willemsen im Januar 2020 beim Pater-Werenfried-Jahresgedächtnis in Köln. © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 15. Mai 2020 
 

Danke sehr!

Sehr geehrte Frau Willemsen!Ihnen ein gesegnetes neues Lebensjahr und vielen Dank für Ihren wunderbaren Einsatz für "Kirche in Not".


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. Kardinal Kurt Koch zum Präsidenten von "Kirche in Not“ ernannt
  2. Seine Freilassung war eine Gebetserhörung
  3. Informationen über Freud und Leid in Afrikas Kirche
  4. Tragisches Schicksal der verfolgten Christen
  5. «Ich komme nicht, um zu weinen!»
  6. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  7. Weltweite Aktion lädt Kinder zum Rosenkranzgebet für den Frieden
  8. "Kirche in Not": Mord an Priestern auch in "katholischen Ländern"
  9. Kirchliche Schule in Karakosch (Nordirak) wiedereröffnet
  10. Größte katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel wird geweiht







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  3. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  4. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  5. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  6. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  7. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  8. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  9. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  10. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  11. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  12. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  13. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  14. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  15. „Du trägst Gottes Bild“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz