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Lütz: "Der massenhafte Tod wird auch für Atheisten ein Problem"

3. April 2020 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Bekannter Psychiater und Theologe: In einer solchen Krise könne man laut Lütz daher erleben, auf wen man sich wirklich verlassen könne und auf wen nicht, wer menschlich Substanz habe und wer nur oberflächlich überall mitgeschwommen ist.


Köln (kath.net)
"Das Ausmaß dieser Epidemie überschreitet alles, was die Menschheit bisher erlebt hat. Selbst bei der Pest im Mittelalter waren nur bestimmte Gegenden betroffen, jetzt ist es gleichzeitig die ganze Menschheit." Dies meint der bekannte Psychiater und Theologe Manfred Lütz in einem Interview mit der FAZ über das Coronavirus. Er glaube, dass in einem Jahr unsere Welt gewiss eine andere sein werde. Es werde weiterhin auch Spaß und Unterhaltung geben, aber der der grenzenlose Zynismus des 'DieterBohlenHeidiKlumOliverPocher-Kartells", das mit völlig überdrehten Schwachsinnseinfällen auf Kosten schwächerer Menschen hemmungslos Kohle macht, werde es schwerer haben.

Laut Lütz komme man in der Corona-Pandemie mit einem Schön-Wetter-Gott nicht weiter. "Als Christ glaube ich aber an einen mitleidenden Gott, der mir gerade im Leid nahe ist und ich glaube, dass es über den Tod hinaus ein ewiges Leben gibt und einen Sinn des Ganzen." Man konnte jahrzehntelang gut verdrängen, dass das Leben todernst sei, da das Drama des Todes jedes einzelnen Menschen laut Lütz im Schatten unserer Gesellschaft in den diskreten Sterbezimmern der Krankenhäuser und Pflegeheime stattfand. Jetzt dränge sich aber der Tod massenhaft in alle Nachrichten. "Das ist aus meiner Sicht aber auch für Atheisten ein Problem...", betont Lütz.

Der Psychiater erinnert in dem Zusammenhang mit der Epidemie an den Auschwitzüberlebenden Jehuda Bacon, der ihm erzählte, wie dieser in Auschwitz erlebt habe, wie hochgebildete Menschen sich wie moralische Schweine verhalten hätten und ganz einfache Menschen wie Heilige. In einer solchen Krise könne man laut Lütz daher erleben, auf wen man sich wirklich verlassen könne und auf wen nicht, wer menschlich Substanz habe und wer nur oberflächlich überall mitgeschwommen ist.

Corona - Leeres Toilettenpapier-Regal in Supermarkt




Symbolfoto (c) kath.net/Lorleberg


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