Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  4. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  5. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“
  6. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  7. Das Priestertum in Deutschland leidet an kranken Strukturen
  8. Keine Solidarität der Muslime in Deutschland
  9. Papst: Schmerz wegen der Geschehnisse in Istanbul um die Hagia Sophia
  10. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  11. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  12. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  13. Entbehrliches Christentum?
  14. Johannes Hartl: „Männer und Frauen sind verschieden“
  15. Der Glaube ist „verdunstet, verdampft, verflüchtigt“, auch an den katholischen Schulen

15. Todestag des hl. Papstes Johannes Paul II.

2. April 2020 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vielen noch gut in Erinnerung ist die Nachricht am 2.4.2005, dass der schwerkranke polnische Papst nicht mehr lebt.


Vatikan (kath.net/kathpedia/pl) Kindheit und Jugendzeit

Karol Jozef Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren und am 20. Juni durch P. Franicszek Zak getauft. Wadowice befindet sich etwa 50 Kilometer von Krakau entfernt. Karol war das jüngste von drei Kindern des Ehepaares Karol Wojtyla und Emilia, geborene Kaczorowska. 1929 starb seine Mutter, 1932 sein Bruder Edmund und schließlich 1941 auch sein Vater. Olga, seine Schwester, starb bereits vor seiner Geburt.

Im Alter von 9 Jahren empfing der junge Karol zum ersten Mal die Hl. Eucharistie. Die Firmung folgte im 18. Lebensjahr. In seiner Kindheit diente er außerdem als Ministrant.

1930 kam er auf das Gymnasium, wo er als strebsam galt und bald auch an Theateraufführungen teilnahm. Das Theater blieb über seine gesamten Jugend- und Jungerwachsenenzeit seine große Leidenschaft. Karol war der Mädchenschwarm der Klasse.
Studentenzeit

1938 begann Wojtyla ein Studium der Philosophie und Literatur an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Nach Ausbruch des II. Weltkrieges wurde die Universität offiziell geschlossen, existierte aber teilweise im Untergrund weiter, so dass Wojtyla seine Studien fortsetzen konnte. 1942 trat er ins Untergrundpriesterseminar der Erzdiözese Krakau ein. Zwischen diesem Jahr 1942 und 1944 war er allerdings als Zwangsarbeiter in einem Steinbruch und einem Chemiewerk eingesetzt.

Priester und akademische Karriere

Kardinalserhebung (1967)

Am 1. November 1946 wurde Wojtyla von Kardinal Adam Stefan Sapieha im Geheimen zum Priester geweiht. In Rom promovierte er anschließend bei dem Dominikanergelehrten Garrigou-Lagrange über die Theologie und Mystik des hl. Johannes vom Kreuz; 1948 war er Doktor der Philosophie. Anschließend kam er als Kaplan nach Niegowice und später an die Studentenkirche in Krakau, wo er überaus beliebt war. Im Jahr 1949 promovierte er auch in Theologie. Ab 1953 lehrte er als Professor für Moraltheologie in Krakau. 1954 wechselte er nach Lublin, wo er einen Lehrstuhl für Philosophie und Moralethik bekam. 1955 habilitierte er sich mit einer Arbeit über den Philosophen Max Scheler, dessen Denken für seinen eigenen theologischen Weg prägend werden sollte.

Weihbischof, Erzbischof und Kardinal

Am 28. September 1958 wurde er, noch durch Papst Pius XII., zum Weihbischof in Krakau ernannt und zum Bischof geweiht (Motto: Totus tuus). Karol Wojtyla nahm in dieser Funktion auch an dem von Papst Johannes XXIII. einberufenen Zweiten Vatikanum teil. Er arbeitete an der Abfassung der endgültigen Textversionen von Dignitatis humanae und Gaudium et spes mit.

Am 13. Januar 1964 wurde er Nachfolger Kardinal Sapiehas als Erzbischof von Krakau. Auf dem Konzil trat er als Befürworter der Religionsfreiheit hervor. Das kommunistische Regime Polens hielt ihn für den politisch ungefährlichsten Kandidaten und billigte seine Ernennung. Dies sollte sich später als historischer Irrtum der polnischen Kommunisten herausstellen. Am 26. Juni 1967 wurde Wojtyla von Papst Paul VI. in den Kardinalsstand mit der Titelkirche S. Cesareo in Palatio erhoben. Er erwarb sich das besondere Vertrauen des Papstes insbesondere durch seine moraltheologische Begutachtung der ehelichen Weitergabe des Lebens. Sein die bisherige Lehre der Kirche stützendes Votum floss dementsprechend in die Enzyklika Humanae Vitae vom 25. Juli 1968 ein.

In der Fastenzeit 1976 hielt Kardinal Wojtyla die Exerzitien für Papst und Kurie, die später auf Deutsch unter dem Titel "Zeichen des Widerspruchs" publiziert wurden. Nach Aussagen des Bischofs John Magee war Papst Johannes Paul I. fest davon überzeugt, dass eigentlich Karol Wojtyla der Favorit Pauls VI. als Nachfolger war. Aus nichtgeistlicher Sicht des ersten Konklaves 1978 wird behauptet, es sei Kardinal Giovanni Benelli gelungen, wieder eine italienische Wahl zu organisieren.

Papst Johannes Paul II.

Nach dem plötzlichen Tode Papst Johannes Pauls I. wurde Karol Wojtyla am 16. Oktober 1978 im Konklave von 111 Wählern im 8. Wahlgang (mit 99 Stimmen, meint Giulio Andreotti zu wissen) zum ersten nicht-italienischen Papst seit Hadrian VI. gewählt. Er nannte sich Johannes Paul II., die Amtseinführung mit Übergabe des Palliums (ohne Krönung) fand am 22. Oktober 1978 statt. Der Papst rief der Welt zu: Non abbiate paura! ("Habt keine Angst!") Getreu diesem Leitmotiv absolvierte er während seines Pontifikates 104 Auslandreisen, von denen die spektakulärsten seine ersten Besuche in seinem Heimatland Polen waren. Er stellte sich mit ihnen an die Spitze der Bewegung, die Reformen im kommunistischen Land forderten. Am anschließenden Zusammenbruch des Regimes hatte er somit maßgeblichen Anteil.

Am 13. Mai 1981 verübte Ali Agca ein Attentat auf Johannes Paul II. auf dem Petersplatz. Der Papst wurde umgehend zur Gemelli-Klinik gefahren. Nach einer Notoperation stellte der Chefarzt fest, dass die Kugeln auf wundersame Weise alle lebenswichtigen Organe um Haaresbreite verfehlt haben, was Johannes Paul II. der heiligen Maria zuschrieb, unter deren Schutz er sein Pontifikat stellte (siehe Totus tuus). Er kam zu dieser Annahme, da das Attentat mit einem Jahrestag einer Erscheinung Mariens in Fatima zusammenfiel. Dort verkündete sie unter anderem dass auf einen Mann in weißer Kleidung geschossen wird und er tot umfällt. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus besuchte er den Wallfahrtsort Fatima in Portugal, wo er eine der Kugeln in die Krone der dortigen Marienstatue "einbauen" ließ. Außerdem traf er sich mit Ali Agca im Gefängnis, wo er seinem Attentäter vergab.

Papst Johannes Paul II. in Lourdes 2004

Johannes Paul II. rief in den 1980-ern auch die Weltjugendtage (und die Weltfamilientage; seit 1994 mit internationalen Treffen) ins Leben. Beim Weltjugendtag 1995 in Manila zelebrierte der Papst die Abschlussmesse in Anwesenheit von 4 Millionen Gläubigen; damit war diese Messe die größte Versammlung in der Geschichte der Menschheit. Auch an den Weltfamilientagen haben mehr als eine Million Menschen teilgenommen. Der letzte internationale Weltjugendtag, an dem er teilnahm, war 2002 in Toronto.

Kritisiert von verschiedener Seite wurden die zahlreichen interreligiösen Aktivitäten dieses Papstes. Manche sehen dies als Beweis für einen fortschreitenden Neo-Modernismus in der katholischen Kirche an, dessen sinnfälliger Ausdruck die von Johannes Paul II. initiierten Weltgebetstreffen für den Frieden in Assisi 1986 und 2002 gewesen seien. Hier zeige sich, dass auch das päpstliche Lehramt den Paradigmenwechsel hin zum Subjektivismus und Naturalismus mitvollzogen habe. Die gemeinsame Aktion verschiedener Religionen sei dazu geeignet, die Wahrheit (und auch die Wahrnehmung von Wahrheit in der Öffentlichkeit) zu relativieren.

Der letzte Segen des Papstes (2005)

Der Nachfolger Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. hingegen hat in einer Grußadresse zum 20. Jahrestag von Assisi im September 2006 sorgfältig unterschieden zwischen der Notwendigkeit eines authentischen Dialogs und den abirrenden Tendenzen, ohne damit eine Vermischung der Kulte zu billigen. Auch in Neapel hat sich der Papst am 21. Oktober 2007 für die Fortsetzung interreligiöser Bemühungen ausgesprochen und wieder vor amerikanischen Vertretern des Judentums am 12. Februar 2009.

Johannes Paul II. nahm in seiner Amtszeit 1340 Selig- und 483 Heiligsprechungen vor, mehr als alle seine Vorgänger zusammen. Ab den neunziger Jahren war der Papst öfter durch Krankheiten geschwächt. Dennoch wollte er sein Amt bis zur letzten Sekunde ausüben. Nach längerer Krankheit und Schwäche starb Johannes Paul II. am 2. April 2005 in seinen Privatgemächern. Zu seiner Totenmesse pilgerten 3,5 Millionen Menschen, darunter 200 Staatsgäste, nach Rom.

Johannes Paul II. sprach fließend neun Sprachen: Er konnte Polnisch, Latein, Altgriechisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch. In seiner Jugend hatte er sich mit etwa 12 Sprachen vertraut gemacht.
Grab Johannes Pauls II.

Schon während dieser Totenmesse kamen Forderungen auf, den verstorbenen Papst alsbald seligzusprechen. Johannes Pauls Nachfolger, Benedikt XVI. leitete den Seligsprechungsprozess am 28. Juni 2005 ein. Am 19. Dezember 2009 erkannte er den heroischen Tugendgrad Johannes Pauls II. an.

Johannes Paul der Große

Schon bald nach der Wahl seines Nachfolgers gab es erste öffentliche Stimmen, die Papa Wojtyla - analog zu Leo I. und Gregor I. - "Johannes Paul den Großen" nannten. Diese Stimmen mehren sich in der veröffentlichten Meinung. (So zuletzt wiederholt der führende "Vaticanisti" Heinz Joachim Fischer von der FAZ). Angesichts der überragenden historischen, kirchenpolitischen, geistlichen und nicht zuletzt menschlichen Größe dieses Ausnahme-Papstes, der weltweit verehrt und geliebt wurde wie vielleicht nur Johannes XXIII. vor ihm, erscheint es möglich, dass er als Johannes Paul der Große in die Geschichte eingehen wird.

Vor 15 Jahren starb der hl. Papst Johannes Paul II. !



Ein Lied für Johannes Paul II. ! - Song For Karol - By Mark Mallett with Raylene Scarrott






Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 elisabetta 2. April 2020 
 

Heiliger Johannes Paul II., bitte für uns!


9

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. Polens Bischöfe feiern Messe im Geburtsort von Johannes Paul II.
  2. Ein Heiliger für unsere Zeiten
  3. Papst Franziskus: Johannes Paul II. war 'Geschenk Gottes'
  4. Oberrabbiner von Polen: Niemand hat mehr gegen Antisemitismus getan
  5. Begegnung mit einem Heiligen
  6. Grazie, Santo!
  7. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  8. In Johannes Paul II. wurde die Macht und Güte Gottes uns allen sichtbar
  9. "Beim Tod Johannes Pauls II. ist alles anders"
  10. „Johannes Paul der Große und die Kunst des Sterbens“








Top-15

meist-gelesen

  1. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  4. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  5. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  6. Das Priestertum in Deutschland leidet an kranken Strukturen
  7. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  8. Wir knien nur vor dem allmächtigen Gott nieder!
  9. Entbehrliches Christentum?
  10. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  11. „Unser aller aufrichtige Anteilnahme gilt dem Papa emerito Benedikt XVI.“
  12. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie
  13. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  14. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia
  15. Johannes Hartl: „Männer und Frauen sind verschieden“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz