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Moskauer Patriarch: Gläubige sollen wegen Corona zu Hause beten2. April 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Russisch-orthodoxes Kirchenoberhaupt fordert Menschen auf, in kommenden Tagen keine Kirchen zu besuchen und Anweisungen der Gesundheitsbehörden strikt zu befolgen
Moskau (kath.net/KAP) Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat die Gläubigen dazu aufgerufen, zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus derzeit nicht in Gotteshäusern, sondern daheim zu beten. "Ich fordere Sie auf, in den kommenden Tagen keine Kirchen zu besuchen", sagte das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt laut Agentur "Interfax" nach der Liturgie in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale am vergangenen Sonntag. Dazu erinnerte er an das Beispiel der von der Kirche als Heilige verehrten Maria von Ägypten aus dem 4. Jahrhundert. Wie die Eremitin, die der Erzählung nach lange in der Wüste lebte und fastete, sollten auch die Gläubigen nun zu Hause bleiben und sich die "Heilige Asketin" zum Vorbild nehmen.
Der Patriarch betonte, dass ihm die Entscheidung äußerst schwerfalle. Seit 51 Jahren predige er und rufe die Menschen dazu auf, in die Kirche zu kommen. "Ich habe mein ganzes Leben diesem Ruf gewidmet, und ich hoffe, Sie verstehen, wie schwierig es für mich ist, jetzt zu sagen: Verzichten Sie auf den Besuch von Kirchen", wurde Kyrill zitiert. Ausdrücklich forderte der orthodoxe Patriarch die Gläubigen auf, die Anweisungen der russischen Gesundheitsbehörden strikt zu befolgen.
An der Liturgie in der Christ-Erlöser-Kathedrale nahmen laut "Interfax" nur wenige Menschen teil. Einige von ihnen trugen Masken, hieß es in dem Bericht.
Nach offiziellen Angaben lag die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Russland am Montag bei mehr als 1.800. Am Montag wurde auch in der Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre verhängt. Ausnahmen gelten nur für Einkäufe, den Weg zur Arbeit oder zur Mülltonne. Das russische Parlament stimmte nach Berichten internationaler Nachrichtenagenturen am Dienstag unter anderem auch für härtere Strafen gegen Verstöße bei Quarantäne-Vorschriften. DIe Regierung von Michail Mischustin erhielt zudem Vollmachten für eine Verhängung des Ausnahmezustands.
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