Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  2. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  3. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. „Warum bin ich Christ“
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  9. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  10. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  11. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  12. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  13. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix
  14. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

Neue Kritik von Kardinal Zen an China-Politik des Vatikan

26. März 2020 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In einem halben Jahr läuft das "vorläufige Abkommen" zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China aus - Hintergrundbericht von Roland Juchem


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Das Thema Vatikan und China war zuletzt weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden - bis sich vor einem Monat Pekings Außenminister Wang Yi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz überraschend mit seinem vatikanischen Kollegen, Erzbischof Paul Gallagher, traf. Seither sind Gegner und Verteidiger des im September 2018 vom Heiligen Stuhl und der kommunistischen Regierung in Peking unterzeichneten und in einem halben Jahr ablaufenden "vorläufigen Abkommens" wieder verstärkt zu vernehmen.

Bemerkenswert ist ein jüngster Schlagabtausch zwischen Hongkongs früherem Bischof, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (88), und dem vatikanischen Kurienkardinal Giovanni Battista Re (86). Zen habe mehrfach behauptet, es wäre besser, kein Abkommen zu haben als ein schlechtes, zitierten Medien Ende Februar aus einem Schreiben Res an andere Kardinäle. "Die letzten drei Päpste teilten diese Sicht nicht", wird Re weiter zitiert, "sondern unterstützen und begleiteten den Entwurf des Abkommens, das im Moment das einzig mögliche scheint." Die umgehende Reaktion von Zen: Re möge ihm den Text des Abkommens zeigen und aus den Archiven des Pontifikats von Benedikt XVI. die erwähnten Vorbereitungen.

Trotz seiner 88 Jahre ist Kardinal Zen der wohl schärfste Kritiker des Abkommens. Re hingegen ist seit Jänner Dekan des Kardinalskollegiums - und war von 1987 bis 2010 in der vatikanischen Bischofskongregation tätig, davon die letzten zehn Jahre als Präfekt. Beides ist relevant: Als Dekan kann Re den lautstark kritisierenden Mitbruder aus Hongkong am ehesten ermahnen. Als früherer Chef der Bischofskongregation kennt er die Probleme um Bischofsernennungen in China. Und allein diese regelt das "vorläufige Abkommen" - auch wenn dessen genauen Text bislang nur die an Abfassung und Unterzeichnung Beteiligten kennen.

Zen legt nach

Anders als der medienaffine Kardinal Zen können oder wollen sich die vatikanischen Protagonisten nicht öffentlich äußern. Allen voran sind das der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem Zen "Verrat" der chinesischen Katholiken vorwirft, und sein Chef-Unterhändler, Erzbischof Claudio Maria Celli. Also musste jetzt, da hinter den Kulissen die Verhandlungen um eine neue Auflage "des Abkommens" laufen, der Dekan der Kardinäle versuchen, für etwas Ruhe zu sorgen.

Am vergangenen Wochenende legte Zen aber noch einmal nach. Nicht mit Kardinal Re habe er ein Problem, sondern mit dem Kardinalstaatssekretär, schrieb er in seinem Blog. Parolin manipuliere Papst Franziskus, "zumindest was die Angelegenheiten der Kirche in China angeht". Seine Politik führe zur "Legitimierung einer schismatischen Kirche".

China-Kenner: Streitereien gefährlich

Der langjährige Chef des vatikanischen Informationsdienstes "AsiaNews" und China-Kenner Bernardo Cervellera hält die ständigen Streitereien pro und contra Abkommen für gefährlich. Die beiden Seiten müssten dringend eine gemeinsame Position finden, schrieb er. Er habe einmal ein Mitglied der KP Chinas gefragt, warum man so viel Aufwand betreibe, um eine Minderheit wie die Katholiken - weniger als ein Prozent der Bevölkerung - so stark zu kontrollieren. Die Antwort: "Wir fürchten eure Einigkeit." So lange sich katholische Spitzenvertreter öffentlich streiten und zu den Diskriminierungen und Verfolgungen von Christen schweigen, betrieben sie das "divide et impera" (teile und herrsche) der Partei, warnte der Experte.

"Wenn das Abkommen denn erneuert werden muss", so Cervellera, müsse es erheblich verbessert werden. So sei bislang zwar vorgesehen, dass "das letzte Wort bei Bischofsernennungen der Papst hat". Was dies aber genau bedeutet, sei unklar: Sollte der Papst kein wirkliches Veto-Recht haben, wäre die Ernennung durch ihn nur ein Absegnen einer Behördenentscheidung. Zudem erinnert Cervellera daran, dass es bislang auf Basis dieses Abkommens noch keine einzige Ernennung eines neuen Bischofs gegeben habe.

Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass die Zugehörigkeit zur offiziellen Katholischen Patriotischen Vereinigung Chinas es Bischöfen und Priestern verbiete, Kontakte "zu ausländischen Mächten" - sprich: dem Vatikan - zu pflegen oder Gäste und Delegationen religiöser Organisationen aus dem Ausland zu empfangen. Von dem Verbot religiöser Tätigkeiten außerhalb des Kirchengrundstücks oder dem Zutrittsverbot für Unter-18-Jährige in Kirchen ganz zu schweigen.

Rom und die "Patriotische Kirche"

Diese jüngsten Verschärfungen im chinesischen Religionsrecht, so ist zu vernehmen, bereiten auch im vatikanischen Staatssekretariat Sorgen. Es sei ja nicht so, dass man dort hoch erfreut sei über die Bilanz seit Unterzeichnung des Abkommens, auch wenn dessen Ziel nicht Religionsfreiheit, sondern die Verhinderung eines sich abzeichnenden Schismas war. Aber nicht nur deshalb muss der Heilige Stuhl zur "Patriotischen Kirche" eine bessere Beziehung aufbauen.

Ein zweiter Grund, den Experten nennen: Die sogenannte Untergrundkirche ist traditionell eher auf dem Land präsent, die patriotische in den Städten. Die urbanen Ballungsräume wiederum sind in den vergangenen Jahrzehnten ungemein gewachsen - mit Folgen für die religiöse Soziografie. Und auch wenn es in der Volksrepublik ein anhaltendes Interesse an Religion gibt, führt dieses noch lange nicht zu höheren Bewerberzahlen für das Priesteramt. Auch in China herrscht Priestermangel. Beobachter gehen daher davon aus, dass beide Seiten ein Interesse an der Fortsetzung des Abkommens haben, da es auch für Peking eine "gewisse Zertifizierung" sei, ein Abkommen mit dem Papst zu haben.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 stephanus2 30. März 2020 
 

Sehr richtig, @girsberg74...

..ich gebe zu, dass ich bis vorhin immer über diesen Artikel und das Thema hinweggesehen habe. Sogar etwas unwillig, ich weiß nicht warum, ...vielleicht weil China so ganz weit weg ist. Gerade habe ich mich aber zur Ordnung gerufen und wollte mich zumindest wieder auf den neusten Stand bringen und auch den Artikelverfassern meinen Respekt bekunden.Die Lage ist nicht gut. Und doch sagt Maria, die Gottesmutter, in Offenbarungen, es breche die Gnadenzeit an,gleich wie der äußere Anschein sein, der Schlange sei der Kopf schon zertreten, es gehe noch um den Kampf um die Seelen. Jede einzelne Seele würde von Gott geliebt.Ich habe riesengroßen Respekt vor Kardinal Zen, er kämpft mit aller Kraft mit seinen 88 Jahren für seine Kirche und seine Gläubigen in diesem kommunistischen Riesenreich !Der Herr segne und beschütze ihn ! Gab China nicht neulich bekannt,aus dem Neuen Testament Stellen streichen lassen zu wollen ??? Nun ja, auch das römische Weltreich ist untergegangen...


0
 
 girsberg74 27. März 2020 
 

Das Bewusstsein wachhalten für den Skandal!

Der darf nicht durch Corona verschüttet werden und ins Vergessen geraten!


1
 
 girsberg74 27. März 2020 
 

Das Bewusstsein wachhalten für den Skandal,


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  3. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  4. 'Jeden Tag sprach ich mit Gott und mit meiner Mutter'
  5. Erkrankter Papst ruft Familien zu Mitarbeit in den Gemeinden auf
  6. 3,5 Millionen Ave Maria für den Papst
  7. Genesung des Papstes verläuft laut Ärzteteam nach Plan
  8. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt
  9. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  10. Die Familie als Schule der Liebe - Eine Kirche aus Familien
  11. Vatikan: Papst verbrachte nach Krebs-OP eine ruhige Nacht
  12. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  13. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  14. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  15. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz