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„Normalerweise geht er nicht raus aus dem Vatikan zum Spaziergang“

17. März 2020 in Aktuelles, 40 Lesermeinungen
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Corona-Pandemie: Zwei Stilblüten der Presse beim Bericht über den einsamen Pilgergang von Papst Franziskus. Von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) Einen „Spaziergang“. So bezeichnet die ARD die bewegenden Bilder vom Pilgergang des Papstes durch menschenleere Straßen Roms. Der öffentlich-rechtliche Sender berichtet wörtlich: „Normalerweise geht er nicht raus aus dem Vatikan zum Spaziergang: Doch in der Corona-Krise müssen alle anderen zu Hause bleiben – und Papst Franziskus kann nahezu alleine durch die menschenleeren Straßen von Rom gehen. In der Kirche Santa Maria Maggiore und vor dem Pestkreuz in der Kirche San Marcello al Corso flehte der Pontifex Gott um das Ende der Corona-Pandemie an.“ Die Frage stellt sich: Will die ARD damit „subkutan“ sagen, der Papst habe sich den „Spaziergang“ als Privileg genommen, das normalen Italienern aktuell nicht offensteht? Oder vertritt man, dass der Papst wegen seiner Popularität nicht einfach auf die Straßen kann? BEIDES hat Papst Franziskus durch sein Leben und seine konkreten Handlungen allerdings mehr als genug widerlegt. Entsprechend scharf fällt die Kritik eines Journalistenkollegen auf Twitter aus: „Liebe KollegInnen von @tagesschau, der Papst ist nicht spazieren gegangen! Keine Fakenews bitte!“ Dies schrieb Tomasz Kycia, der Theologe und Journalist ist und für WDR, RBB und den polnischen Zweig von „Vatican News“ arbeitet. Auch die „Welt“ griff zu einer verunglückten Wortwahl und titelte über einem Video: „Trotz Ausgangssperre: Papst Franziskus flaniert durch die leeren Straßen Roms.“ „Flanieren“ bedeutet üblicherweise bummeln, schlendern, ohne bestimmtes Ziel unterwegs sein, sich treiben lassen.

Papst Franziskus war in einem einsamen Pilgergang durch die römischen Straßen gegangen. Nur einige wenige Personenschützer begleiteten ihn. Man sieht den 83-Jährigen hinken, der sogenannte „Spaziergang“ scheint ihm körperlich zuzusetzen. Wer obendrein weiß, dass er schon seit jungen Jahren nur noch eine halbe Lunge hat, könnte bei wohlwollender Berichterstattung auf die Idee kommen, dass dies kein Genussspaziergang war, sondern pure Anstrengung.

Papst Franziskus pilgert einsam durch die leeren Straßen Roms und betet für die Betroffenen der #Corona-Krise 15.3.2020





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