SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: 



Top-15meist-diskutiert- Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
- Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
- Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
- "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
- „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
- Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
- „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
- 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
- Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
- Hostienmangel in Kuba: Kirche in Panama und Puerto Rico senden Hilfe
- Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
- „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
- Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
- Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
- Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘
| 
Kuba: Die Familien brechen auseinander9. März 2020 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Interview mit einem Priester über die Lage auf der Karibikinsel
München-Wien (kath.net/KIN) Kuba ist seit einem halben Jahrhundert von einer kommunistischen Herrschaft geprägt. Die wirtschaftliche Lage in dem Karibikstaat ist herausfordernd; vor allem junge Menschen verlassen das Land. Das hat auch Folgen für das traditionelle Familienbild auf der Insel. Pater Jean Pichon aus der Gemeinschaft Sankt Martin stammt aus Frankreich und ist Pfarrer in der Diözese Santa Clara im Zentrum Kubas. Das internationale Hilfswerk Kirche in Not unterstützt ihn bei Evangelisierungsprojekten. Die Fragen an den Priester stellte Thomas Oswald aus dem französischen Büro von Kirche in Not. KIRCHE IN NOT: Wie sehen Sie heute die kubanische Gesellschaft? PFARRER JEAN PICHON: Die Kubaner sind in der Klemme zwischen steigenden Lebenshaltungskosten und sinkenden Löhnen und Gehältern. Diese liegen gegenwärtig bei 20 bis 30 US-Dollar pro Monat. Viele Kubaner sind ins Ausland gezogen, insbesondere nach Spanien. Das trägt dazu bei, dass die Familien und die gesellschaftliche Bindung im Land auseinanderfallen. Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen liegt das Hauptproblem in Kuba in den auseinandergebrochenen Familien. Es gibt keine Vaterfigur mehr. Wie erklären Sie sich das? Als ich hier auf die Insel kam, sagte mir ein betagter Priester, dass es hier zwar Erzeuger gäbe, jedoch keine Väter. Ich glaube, dass die kommunistische Ideologie die Gesellschaft grundlegend verändert hat. Ein halbes Jahrhundert lang war es Fidel Castro, der beschützte und nährte, nicht die Vaterfigur. In Kuba gibt es dagegen eine starke Bindung zwischen den Müttern und den Kindern, die Väter jedoch sind abwesend. Ich denke auch, dass der Druck des Regimes die jungen Leute dazu gebracht hat, Sexualität als Freiraum zu sehen. Es gibt hier viele ledige Mütter und ein gigantisches Prostitutionsproblem. Hochzeiten sind selten, und die viele junge Leute wechseln häufig ihre Partnerinnen und Partner. Wie sieht Ihre Arbeit in einem solch zerrissenen Umfeld aus? Wenn ich mit den jungen Leuten rede, kann ich ihnen nicht vorschreiben, erst die Hochzeit abzuwarten, bevor sie eine sexuelle Beziehung eingehen. Das wäre zu weit weg von der Lebensrealität, die sie hier erleben. Wir haben hier trotzdem einige Paare, die heiraten. Ein weiteres Problem ist, dass wir praktisch kaum Priesterberufungen haben. Das ist ein altbekanntes Problem in Kuba. 2009, als ich in ein entlegenes Dorf fuhr, sagte mir eine alte Dame, dass sie seit über 50 Jahren keinen Priester mehr gesehen hätte. Aber sind die Kubaner nicht nach wie vor auch sehr religiös? Sie sind ein liebenswertes Volk, voller Paradoxe. Unter den Katholiken gibt es viele Anhänger der Santeria. Eine Besonderheit dieser vom Animismus inspirierten Religion ist es, ihre Anhänger unter den katholisch getauften Menschen zu rekrutieren. Der Einfluss der marxistischen materialistischen Ideologie ist ebenfalls spürbar. Doch dieselben Kubaner, die sich als Atheisten oder Agnostiker definieren, empfinden häufig eine tiefe Verehrung für die Barmherzige Jungfrau. Diese kleine Muttergottesstatue wurde an einem Strand von Sklaven gefunden, die Salz sammelten, und zu einer Bezugsgröße für Kubaner aller Glaubensrichtungen. Eine Anekdote: Eines Tages klopfe ich an die Tür eines Kubaners, der sich anfangs weigerte, mir zu öffnen, weil ich Priester bin. Das ist in Kuba selten, denn hier herrscht normalerweise das Prinzip der Gastfreundschaft. Ich sagte ihm, dass wir eine Prozession zu Ehren der Barmherzige Jungfrau organisieren. Da leuchteten seine Augen auf. Die Barmherzige Jungfrau öffnet uns häufig die Tür zu den Herzen der Kubaner. Um der Kirche auf Kuba weiter helfen zu können, bittet Kirche in Not um Spenden online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto: Empfänger: KIRCHE IN NOT LIGA Bank München IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02 BIC: GENODEF1M05 Verwendungszweck: Kuba 
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten: Kirche in Not Österreich Kirche in Not Deutschland Kirche in Not Schweiz Foto: Pater Jean Pichon. (Foto: Kirche in Not)
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. | 
Mehr zuPriester- Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
- Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben
- Papst Leo XIV. schreibt Seminaristen: Priestersein ist „die vollkommene Hingabe des eigenen Lebens“
- Asien: Zahl der Priester stieg 2023 um 1.145
- Polen ist 2025 das Land mit den meisten Priesterweihen in Europa
- Hoffnungszeichen in Lugano
- Zwei Brüder im Abstand von einer Woche zu Priestern geweiht
- Interview mit einem Exorzisten bricht Rekorde
- New York Times: Neu geweihte Priester sind selbstbewusst und konservativ
- US-Nuntius attackiert Priester und Seminaristen, die sich an der Tradition orientieren
| 





Top-15meist-gelesen- EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - MONTAG ANMELDESCHLUSS!!!
- Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
- "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
- Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
- Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
- „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
- Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
- Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
- Theologe Hartl: „Bei Christen laut aufschreien, beim Islam(ismus) jedoch milde lächeln, ist…“
- „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
- Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
- „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
- Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
- 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
- Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
|