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Vatikan veröffentlicht Theologen-Papier zu Glaube und Sakrament

4. März 2020 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Internationalen Theologenkommission befasst sich in neuem Text mit dem nach katholischem Verständnis notwendigen Glauben des Einzelnen beim Empfang der Sakramente wie Taufe, Firmung, Eucharistie und Ehe


Vatikanstadt (kat.net/KAP) Der Vatikan hat eine Erklärung seiner Internationalen Theologenkommission zu Glaube und Sakramenten veröffentlicht. Ihre Arbeit hatten die Mitglieder der Gruppe bereits im November dem Papst übergeben; seit Wochenbeginn ist der Text in spanischer Sprache online abrufbar. In einem Interview mit dem Portal "Vatican News" (Mittwoch) erläuterte der spanische Theologe Gabino Urribari das Anliegen des Textes.

In diesem geht es um den nach katholischem Verständnis notwendigen Glauben des Einzelnen beim Empfang der Sakramente. Behandelt werden vor allem Taufe, Firmung, Eucharistie und Ehe. Besonders problematisch sind nach Aussage des Kommissionsmitglieds Urribaris katholische Eheschließungen, die von den Partnern nur als Zeremonie verstanden werden. Dies hat nach katholischer Lehre auch Folgen für die Unauflöslichkeit der Ehe und deren mögliche spätere Annullierung.


Bereits bei der Familiensynode 1980 sowie erneut 2014 und 2015 hätten die Bischöfe gefordert zu klären, wie eine "Ehe ohne Glauben" zu verstehen sei, erläuterte Urribari. Daher sei die Kommission diese Frage zunächst dogmatisch angegangen. In einem zweiten Schritt sei es Aufgabe von Kirchenrechtlern, die Form der Eheschließung und die Gültigkeit des Sakraments zu regeln.

Angesichts der Tatsache, dass vielfach "nicht glaubende Getaufte" heiraten, müsse man davon ausgehen, dass in solchen Fällen keine sakramentale Ehe zustande komme, so der Theologe weiter. Andererseits könne man von Brautleuten nicht verlangen, dass sie die katholische Lehre hundertprozentig kennen und teilen. Zudem gebe es in kirchlichen Texten teils widersprüchliche Aussagen zur Rolle und Wirkung des persönlichen Glaubens bei der Sakramentenspendung.

Der Erklärung der Theologenkommission zufolge ist es daher Aufgabe der jeweiligen Seelsorger, im individuellen Gespräch mit den Brautleuten die Situation und das Bewusstsein zu klären. Im Extremfall, wenn das Paar den kirchlichen Glauben ganz ablehnt, müsse man von einer katholischen Eheschließung abraten. Dabei räumt Urribari ein, dass sich Glaube nicht messen lasse. Dies gelte auch für den Prozess einer Eheannullierung.

Des weiteren betont die Kommission, dass auch die Initiationssakramente Taufe, Firmung und Eucharistie keine Privatangelegenheit sind. Alle Sakramente der Kirche hätten eine soziale und missionarische Dimension, die den Einzelnen in die Pflicht nimmt, zum Aufbau der Gemeinschaft beizutragen.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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