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Die Kirche, der Christ "missioniert oder demissioniert"

4. März 2020 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
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Erzbischof Schick greift in Predigt bei Frühmesse bei DBK-Vollversammlung den Ruf zur Evangelisierung auf, den Papst Franziskus angemahnt und an den der Apostolische Nuntius erinnert hat.


Mainz (kath.net/DBK) kath.net dokumentiert die Predigt des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick in der Eucharistiefeier zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 4. März 2020 in Mainz in voller Länge. Les.: Jona 3,1–10 Ev.: Lk 11,29–33

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst!

1. „Die Kirche missioniert oder sie demissioniert“. Entweder sie erfüllt den Auftrag des Auferstandenen „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19 f.) oder sie dankt ab. Dabei ist mit Kirche die Gemeinschaft aller Gläubigen gemeint und nicht nur die Bischöfe, Priester, Diakone, Ordenschristen und hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Alle Getauften bilden die Kirche und sind berufen und gesandt, das Evangelium zu verkünden. Dabei kommt es auf das persönliche Leben sowie alle Worte und Taten an. „Ich bin eine Mission“, soll jeder Christ sagen können, fordert Papst Franziskus.

2. Wozu Mission? Aufgabe und Ziel der Mission ist: Jesus Christus und seine Botschaft den Menschen nahezubringen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben (vgl. Joh 10,10).

Missionieren hat immer zwei Aspekte. Das betonte auch erneut das Zweite Vatikanische Konzil. • Erstens hat die Mission die Aufgabe, sowohl das Leben jedes Einzelnen als auch die Kulturen zu reinigen von allem, was dem
Leben schädlich ist. „Kehrt um“, ruft Gott den Menschen im Alten Bund zu und Jesus wiederholt diesen Ruf am Beginn seines öffentlichen Lebens. Lebensschädlich sind im Leben der Einzelnen Lügen und Stehlen, Respektlosigkeit und Mobbing, der ungesunde übertriebene Genuss von Essen und Trinken, von Rausch- und Suchtmitteln, Habgier und Neid. Davon befreit das Wort Gottes. Es reinigt auch die Kulturen von Ungerechtigkeit, Streitigkeiten und Kriegen, von Korruption und sozialem Gefälle, von Ausgrenzung und Ausbeutung, auch der Naturressourcen und der Schöpfung. • Die zweite Aufgabe der Missionierung ist, die Weisheit Gottes zu verkünden, die den Einzelnen und den Kulturen gutes Leben bringt. Weisheit Gottes für den Einzelnen sind Wahrhaftigkeit, Treue, Achtung, Maß halten, Bescheidenheit, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. Für die Kulturen besteht die Weisheit Gottes im sozialen und internationalen Frieden, in „Einigkeit und Recht und Freiheit“, in Sicherheit und Menschlichkeit. In Jesus Christus ist die Weisheit Gottes Mensch geworden. Seine Weisheit ist größer als die Weisheit des Salomon, so hat es uns eben das Evangelium verkündet.

3. Wie ernst und wichtig Gott diese Mission bei allen Menschen ist, wird im Alten Testament am Propheten Jona deutlich. Die ganze Welt soll an den einzigen guten Gott glauben und aus dem Glauben an IHN in der Liebe zu allen Menschen leben.

Jona ist ein Israelit, nahe dem heutigen Jaffa geboren. Er soll Ninive die Weisheit Gottes bringen, die zur Umkehr vom sündigen Leben ruft und das gute Leben Gottes bringt. Jona will dem Auftrag Gottes entfliehen. Er steigt auf ein Schiff, um nach Tarschisch in Spanien zu fliehen. Spanien wurde damals als das Ende der Welt betrachtet und befindet sich genau in der entgegengesetzten Richtung von Ninive. Gott bekehrt Jona, indem er ihn drei Tage im Bauch des Fisches zur Besinnung bringt. Danach spuckt der Fisch ihn aus und dann geht Jona die 3.000 Kilometer von Israel nach Ninive, das im heutigen Irak liegt und jetzt Mossul heißt. Er bekehrt dort die Menschen, damit sie nicht untergehen. Denn Gott ist der Gott des Lebens, der die Zukunft aller Menschen will. Er will den Untergang und den Tod verhindern. Deshalb sollen die Menschen ihre Schlechtigkeit aufgeben und sich von ihren Sünden bekehren, die immer lebensfeindlich und zerstörerisch sind. Sie sollen aus der Weisheit Gottes das Leben gestalten.

4. Die Fastenzeit ist Vorbereitung auf die Auferstehung Jesu Christi an Ostern. Sie will aber auch bewirken, dass wir Christen und alle Menschen auferstehen zum neuen Leben. Fastenzeit soll uns in unserem Christsein stärken. Dazu gehört auch die Erneuerung unseres missionarischen Auftrags. Papst Franziskus hat uns in seinem Brief zum Synodalen Weg dazu verpflichtet. Die Evangelisierung soll Weg und Ziel der Erneuerung durch den Synodalen Weg sein. Diesen Auftrag müssen wir ernst nehmen.

5. Zum Christsein gehört, den Glauben zu verkünden. Wie Jona im Bauch des Fisches, brauchen wir auch zuerst selbst Bekehrung. Dann muss gelten: Die Kirche missioniert oder demissioniert. Der Christ missioniert oder dankt ab. Indem wir mit unserem Glauben das Leben unserer Kinder in den Familien, unserer Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, unserer Freunde und Kameraden, aller Menschen und Kulturen bereichern.

Das Wort gilt: Nur wer überzeugt ist, kann Zeuge sein. Umgekehrt gilt aber auch, wer bezeugt, der wird überzeugt! Die Weitergabe und Verkündigung des Glaubens stärkt uns selbst im Glauben.

6. Der Christ missioniert oder demissioniert. Lasst uns missionieren, unseren Glauben verkünden, der kostbar ist, wie Gold, lebensspendend, wie frisches Wasser, heilsam, wie Wundsalbe, notwendig, wie die Luft zum Atmen.

Herr, Jesus Christus mache uns zu Missionarinnen und Missionaren, die das Evangelium zu den Menschen bringen, damit alle gerettet werden. Lass uns unseren Glauben als Weisheit erkennen.

Du bist die Weisheit, uns von Gott gegeben. Sei uns und allen Menschen Weg, Wahrheit und Leben in Fülle. Amen.



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Lesermeinungen

 lesa 5. März 2020 

Reinigung von ideologischer Demissionierung

Eine aufbauende, weise Predigt. "In Jesus Christus ist die Weisheit Gottes Mensch geworden." "Erstens hat die Mission die Aufgabe, sowohl das Leben jedes Einzelnen als auch die Kulturen zu reinigen von allem, was dem Leben schädlich ist."
Der Heilige Geist möge allen deutschen Bischöfen und Hirten auch helfen, die Gemeinschaft vom Gift verdrehter Ideologien zu reinigen, beginnend mit der Sprache, denn es wirkt demissionierend, da es dem fleischgewordenen göttlichen Logos, Jesus Christus und seiner Offenbarung über den Menschen entgegengesetzt ist.


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 Pellegrina 4. März 2020 
 

Mission

Wie macht Erzbischof Schick Mission in seinem Bistum?


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 carolus romanus 4. März 2020 

Erzbischof Schick

wäre eine hervorragende Wahl gewesen.
Ein besonnener Hirte, der sein Bistum ruhig und mit Übersicht durch die Stürme führt. Ein Mann des Ausgleichs mit festem Glauben und Frömmigkeit. Sein Priesterseminar hat gute Seminaristen.
Übrigens: Italienisch (und Latein) kann er auch gut.


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 Chris2 4. März 2020 
 

"Einigkeit und Recht und Freiheit"?

Da war doch mal was. Lang, lang ist's her. Und die, die alle drei Ebenen zerschlagen hat (lassen), sitzt jetzt bei der Nationalhymne, damit ihr schlechtes Gewissen nicht vor aller Welt sichtbar wird...
Zur Predigt selbst: Nach der Lektüre kann man den Bischöfen nur zurufen: "Verwählt!". Bei wie vielen es wohl volle Absicht war?


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 Chris2 4. März 2020 
 

@Lilia

Genau deswegen...


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 Lilia 4. März 2020 
 

Ich meinte natürlich: Warum EB Schick nicht der neue Vorsitzende der DBK geworden ist..

Er hat jedenfalls noch vernünftige Ansichten, im Gegensatz zu vielen seiner Amtskollegen.


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 Lilia 4. März 2020 
 

Jetzt wissen wir auch, warum EB nicht der neue Vorsitzende der DBK geworden ist...

...und damit auch, was der Großteil der deutschen Bischöfe vom Missionsauftrag der Kirche hält.
(Bei der Neuwahl des Vorsitzenden standen Ackermann, Bätzing und Schick zur engeren Auswahl).


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 wedlerg 4. März 2020 
 

Lichtblick

Ich hoffe inständig, dass die Bischöfe in D diese Predigt verstanden und verinnerlicht haben.


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 SalvatoreMio 4. März 2020 
 

Danke, Herr Erzbischof Schick!

In Ihren Worten findet sich eine Menge Nahrung für unseren christlichen Alltag.
„Ich bin eine Mission“, soll jeder Christ sagen können, fordert Papst Franziskus. JEDER! Die Lesung vom heutigen 4. März passt dazu: Jona, der Jude, zieht predigend durch Ninive. Die heidnischen Einwohner glauben Gott und beginnen zu fasten. Nicht ihr König rief sie dazu auf, sondern der König nahm davon Notiz und begann selber mit dem Fasten!- Auch wir heute müssen nicht auf Gebetsaufrufe unserer Priester warten, auch wir können in unseren Gemeinschaften die Hände falten und um Bekehrung, um Erleuchtung, um Frieden, um ... beten - auch in Pfarrgemeinderats- und Kirchenvorstandssitzungen. Tun wir es also! Ohne den Hl. Geist wird nichts gut!


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