Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  6. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  7. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  8. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  9. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  10. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  11. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  12. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  15. Leere der kirchlichen Lehre

Die Karte, die wir unbedingt ausspielen sollten

21. Februar 2020 in Kommentar, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gott gibt uns manchmal weder Antworten noch Heilung. Aber mitten in unseren Lebensprozessen schenkt er uns Heimat. BeneDicta von Petra Knapp-Biermeier.


Linz (kath.net) „So wie Pommes ohne Ketchup, wie ein Schlauchboot ohne Luft, so wie Sommer ohne Sonne, so wie Joghurt ohne Frucht... So bin ich Jesus ohne dich, so bin ich Jesus ohne dich!“ Vier Buben sind heuer in meiner Erstkommunionsgruppe, und dieses Lied lieben sie. Da wird getrommelt, getanzt, geklatscht, gebrüllt. Da singen wir miteinander eine Wahrheit über unser Leben, die ganz simpel ist: Ohne Gott sind wir nicht vollständig.

Wenn ich vor die Tür gehe, erlebe ich ganz andere Geschichten. Da dulden wir Gott an bestimmten Kreuzungen unseres Lebens, bei Erstkommunionsfeiern, Hochzeiten und Begräbnissen, beim Abendgebet, Tischgebet, vielleicht noch bei der Christmette, am Ostersonntag oder sogar bei der gelegentlichen Sonntagsmesse. Zutritt kurz mal erlaubt. Ja, Gott liefert sich vollkommen unserer Willkür aus, und so benutzen wir ihn gerne für Momente, wo er ganz gut hineinpasst.


Die ganze Story ist das aber längst nicht. Denn Gott ließ sich zwar von Menschen berühren, indem er sich als kleines Baby dieser Welt anvertraute. Aber er ist von seinem Wesen her unantastbar in seiner Souveränität, einer, vor dem Berge schmelzen, der Ursprung allen Seins. Gott ist niemandem Rechenschaft schuldig und trotzdem interessiert er sich für jeden Bereich unseres Lebens, gerade für alles nicht gelungene.

„Ich habe begriffen, dass ich vielleicht keine Antwort darauf bekommen werde, warum bestimmte Dinge in meinem Leben so gelaufen sind“, sagte mir T. gestern. Sie ist bei unserer Gruppe „Lifestyle Jüngerschaft“, und an einem der ersten Abende geht es um das Thema „Identität und Selbstannahme“. Jeder einzelne von uns erzählt von Krisen, Brüchen und Traumata in seinem Leben. Das ernüchtert. Macht auch mal sprachlos.

Und doch. Verkünden wir nicht einen Gott, der auf krummen Zeilen gerade schreibt? Der das zerknickte Rohr nicht einfach abbricht, sondern aufrichtet? Ist das nicht unser Gott, von dem die Bibel erzählt? Einer, der uns rausholt aus allen Determinierungen, die uns unausweichlich scheinen durch eine traumatische Kindheit oder massive Brüche in unserem Leben? Ist Gott nicht einer, der sich nicht eingrenzen lässt? Nicht einmal durch unsere Gebrochenheit?

Er ist definitiv unser Joker. Er ist die Karte, die wir unbedingt ausspielen sollten. Wenn Gott nämlich mit uns ist, dann ändert sich das Spiel. Dann kriegen wir vielleicht keine Erklärung, und heil wird auch nicht alles in unserem Leben. Aber kennst du das Gefühl vom Heimkommen? Du öffnest die Tür, machst Licht, bist endlich daheim, vielleicht verschwitzt vom Laufen, gestresst, angespannt, aber dann lässt du los, regenerierst dich langsam an einem vertrauten und sicheren Ort.

So will Gott für dich da sein: Er ist dein letzter Halt, dein Sicherheitsnetz, dein Versorger, der vertraute Platz, wo dein Herz zur Ruhe kommt und wo du ganz du selber sein darfst. „Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in dir“, betet der heilige Augustinus. Nimm dir heute eine ruhige Minute, wo du Gott dein verwundetes Herz hinhältst und sag nur: „Jesus, du bist meine Sicherheit, ich vertraue mich dir an!“

Gott zögert nicht. Er steht schon hinter dir. Er erspart dir nicht deine Lebensprozesse, aber er wird deine Vision sein, wo du letztlich hingehörst. Du wirst ab und zu schlittern und stolpern, aber du wirst wissen, dass dich im Letzten und in Ewigkeit einer hält. Ja, Gott macht aus deinem Minus ein wunderbares Plus. Alles, was dir fehlt, findest du in ihm.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Technisch brillant, geistig obdachlos
  2. Beschließen ohne zu entscheiden?
  3. Die große Täuschung
  4. Hoffnung schlägt Optimismus
  5. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  6. Freu dich, Gott liebt dich
  7. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  8. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  9. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  10. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  4. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  5. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  6. Aus Finanzgründen vermietet Church of England ihre Kathedralen für moderne Musik- und Discoevents
  7. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  8. Maria, die Mutter des Friedens
  9. Leere der kirchlichen Lehre
  10. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  11. Debatte um (politischen) Islam: Österreichische Ministerin für Verbot von Muslimbruderschaft
  12. Universität Texas A&M: 650 Personen bereiten sich auf Eintritt in die katholische Kirche vor
  13. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  14. Hofer: Mit Franziskus gegen "angepasstes Kulturchristentum"
  15. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz