Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  5. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  6. Der entschärfte Gott
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Realitätsverlust im Bistum Chur
  11. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  12. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  13. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  14. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  15. „Gesellschaftliche Zeitbombe“: BKA-Studie warnt vor Radikalisierung junger Muslime in Deutschland

„Fahrer hat Stoppschild als Bestätigung der Fahrtrichtung empfunden“

17. Februar 2020 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit humorigen Worten kommentiert Gebetshausleiter Hartl die Reaktion des Pan-Amazonas-Netzwerkes Repam auf Querida Amazonia – Prantl in „Süddeutscher Zeitung“ versteht das Stoppschild allerdings richtig: Traum ist aus - Kommentar von Petra Lorleberg


Vatikan (kath.net/pl) „Der Polizei gegenüber erklärte der Autofahrer, er habe das Stoppschild als Bestätigung seiner Fahrtrichtung und Ermutigung zum ergebnisoffenen Diskurs darüber empfunden, was Geschwindigkeit heute bedeuten kann.“ Mit diesen Worten nimmt der Augsburger Theologe und Buchautor Johannes Hartl die Reaktion des Pan-Amazonas-Netzwerkes Repam auf das postsynodale Schreiben „Querida Amazonia“ aufs Korn. Hartl äußerte sich auf Twitter in Reaktion auf einen Tweet des „offiziell nicht offiziellen“ Internetauftritts der Deutschen Bischofskonferenz.

Demgegenüber hat Heribert Prantl in seinem Kommentar „Katholische Kirche? Es reicht!“ in der „Süddeutschen Zeitung“ deutlich gemacht, dass er das vatikanisch-synodale Stoppschild tatsächlich als das verstanden hat, was es ist: Ein Stoppschild. „Der Traum ist aus“, kommentiert er und hält das für „zum Verzweifeln: Papst Franziskus hatte nicht die Kraft, vielleicht auch nicht den Willen, den Zölibat zu lockern“. Nach unehrlichen Uminterpretationsversuchen (nicht nur von Repam) ist die Ehrlichkeit von Prantl fast schon angenehm. Prantl greift ehrlicherkeitshalber sogar auf, dass eine Freistellung des priesterlichen Zölibats vermutlich keine nachhaltige Lösung für den Priestermangel bringen würde. Er verweist darauf, dass immerhin „auch die evangelische Kirche, die den Zölibat nicht kennt, massive Probleme [hat], Nachwuchs zu finden“. Dadurch fällt allerdings seine Begründung für seine Forderung der Zölibatslockerung merklich dünn aus: „Die Lockerung des Zölibats [wäre] ein wichtiges Zeichen, dass die katholische Kirche die Probleme überhaupt ernst nimmt und dass sie das, was möglich ist, versucht“.


Dann prophezeite Prantl, der 2019 den Katholischen Medienpreis verliehen bekommen hatte, dass trotz „Roma locuta, causa finita“ die Diskussion zu diesen Themenkreisen weitergehen werde. Damit dürfte er recht behalten, denn die reformorientierten Katholiken aus der deutschen Kirche verfahren nach dem Geheimmotto „Steter Tropfen höhlt den Stein“, was Prantl allerdings nicht so direkt erwähnt.

Prantl versteigt sich in seinem Kommentar in theologische Grundirrtümer: „Bisher ist nur der Mann das Ebenbild Christi“ – er meint vermutlich das sakramentale Handeln „in persona Christi“. Offenbar hat er die eigentlich breit bekannte Bibelstelle vergessen: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Als Mann und Frau erschuf er sie.“ (Gen 1,27) – ein Blick in seine Bibel hätte ihn diese Stelle übrigens gleich im ersten Kapitel finden lassen. Seine Beschreibung des angeblichen vatikanischen Frauenbildes passt derart wenig selbst zu konservativen Katholikinnen, dass Prantl eigentlich etwas hätte auffallen müssen. Vielleicht sollte er diese angeblich so unterdrückten Frauen, die sündig sind und kontrolliert werden müssen, mit ihrer strukturellen Minderwertigkeit besser in anderen Religionen suchen… gibt es dazu eigentlich auch kritische Kommentare von Prantl?

Humorvoll wird es bei Prantl ebenfalls, leider nur versehentlich. Heute würden ja auch „die Treuesten der Treuen“ den „Zwang zur Ehelosigkeit“ in Frage stellen, notiert er. Und dann listet er auf, wen er zu den „Treuesten der Treuen“ zählt: „Die Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz“, „die Präsidenten des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken“, „bekannte Christdemokraten“. Wer die Nachrichtenlage allerdings aufmerksam verfolgt, für den ist Prantls Bemerkung zumindest ein Insiderwitz … möglicherweise sogar bewusstes Uminterpretieren von Realitäten.

Prantls Kommentar ist ein Spitzenbeispiel dafür, was Papst Franziskus vor US-amerikanischen Bischöfen kritisiert hat: Den Reaktionen auf „Querida Amazonia“ sei zu entnehmen, dass „dass es manchen Leuten nur um den Zölibat und nicht um Amazonien“ gegangen war, so Franziskus. Enttäuscht dürfen jene Katholiken in Deutschland und darüber hinaus sein, die die Anliegen von Papst Franziskus für eigene Kirchenpolitik missbraucht haben.

Papst Franziskus scheint gerade zu lernen, dass nicht der Claqueur der echte Freund ist, sondern jener und jene, die in kritisch-konstruktiver Loyalität ihre Fragen einbringen. So dürfte auch das Lob zu verstehen sein, das Papst Franziskus an den emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation gespendet hat. Nach Angaben der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ hat Franziskus sich in einem handschriftlichen Brief an Kardinal Gerhard Ludwig Müller für dessen Worte über das postsynodale Schreiben bedankt (siehe zu den Müller-Äußerungen u.a. das kath.net-Interview: „Hoffe, dass man jetzt in Deutschland eine religiöse Kehre vollzieht“).

Petra Lorleberg auf Twitter folgen!

Symbolbild: Stopschild




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  6. Vom Elend der Fürbitten
  7. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  8. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  9. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  10. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  11. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  12. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Der entschärfte Gott
  15. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz