Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  6. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  7. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  8. Beschließen ohne zu entscheiden?
  9. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  10. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  11. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Keine Ruhe nach dem Sturm

17. Februar 2020 in Kommentar, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Sturm geht unvermindert weiter. Der synodale Irrweg geht weiter. Doch auch der Kampf und das Ringen um die Wahrheit wird weitergehen - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Es war ein Sturm mit zwei Höhepunkten, der vergangene Woche über die Kirche in Deutschland hinweg zog. Am Dienstag erklärte der Vorsitzende der DBK, er wolle bei der Vollversammlung im März nicht für eine Wiederwahl kandidieren. Das Faktum an sich ist hinreichend diskutiert worden. Das Personalkarussell der Nachfolge wird in den kommenden Tagen noch einmal Fahrt aufnehmen. Mangels heißer Favoriten und einem schweren Erbe ist von einer Überraschung auszugehen.
Das Erstaunliche am Rückzug des Vorsitzenden war die Art, wie diese kommuniziert wurde. Es verwundert nicht wenig, dass eine solche Meldung auf den ganz leisen Sohlen einer gewöhnlichen Pressemeldung ins Mailpostfach schlich. Zwischen einer Meldung über Pressetermine bei der Vollversammlung der DBK im März und einer Meldung über den Besuch von Weihbischof Benz im Libanon kam eine Meldung mit dem Titel „Wahl des Vorsitzenden bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz“ an. Man hätte es überlesen können, besonders dann, wenn man ohnehin wusste, dass die turnusmäßige Neuwahl des Vorsitzenden ansteht. Und in der Tat platzte die Bombe in den Medien mit einer für solche Krachermeldungen ungewöhnlichen Zeitverzögerung von fast 10 Minuten. Es gab ganz offensichtlich niemanden, der es vorab wusste. Coup geglückt.


Erwartet worden war der Sturm erst am Mittwoch, vom Amazonas zog ein Sturmtief über Deutschland auf. Jeder konnte es erahnen, dennoch irrten die Auguren hinsichtlich der Richtung, die der Sturm nahm. Keine viri probati und keine Frauenweihe, das war eine Überraschung. Im Gegenteil zu allen Erwartungen wurde im Schreiben, wenn auch in blumigen Worten, ein recht klassisch katholisches Frauenbild kommuniziert. Gleichermaßen ist von alternativen Zugängen zum Priestertum keine Rede.

Ja mehr noch fordert der Papst die Bischöfe auf, Missionare nach Amazonien zu senden. Deutsche Diözesen haben bislang noch nicht signalisiert, dem Aufruf des Papstes folgen zu wollen. Sowas macht man in Deutschland traditionell und aus Prinzip nicht.

Man könnte nun eigentlich den synodalen Weg überdenken. Wenn man ihn schon nicht ganz einstampfen will, dann wäre zumindest die Trassenführung zu überdenken. Der Umweg über den Amazonas hat sich als Sackgasse erwiesen. Da geht es nicht weiter. Entsprechend groß war die mediale Empörungswelle. Selbst das im Auftrag der Bischöfe von der Fa. apg betriebene Nachrichtenportal sah sich enttäuscht, da sich nicht einmal eine, so wörtlich, „hoffnungsvolle Fußnote“ in dem Schreiben finde.

Der Blätterwald rauschte ob der reformunwilligen Kirche. Gar mancher wünschte sich einen Satz Flügel, um den Abflug machen zu können. Fakt ist, man hatte in Rom bestellt und der Papst hatte nicht geliefert. Böser Papst aber auch!

Ein kleiner Ausläufer des Amazonassturms über Deutschland zog von Rom aus übers Land und wehte die Enttäuschung des Pontifex über die Reduktion seines Schreibens auf Zölibat und Frauenweihe zu uns herüber. So ist das nun einmal. Hier wird selektiv gelesen. Und auch die, die keine Enttäuschung über das Schreiben verspüren, müssen vielleicht eingestehen, dass die Amazonaspoesie des Papstes im rational verkopften Westeuropa nur schwer ein Echo finden kann. Das muss aber auch nicht sein, mögen es die rezipieren, die es angeht.

Nun sollte man denken, es kehre vielleicht eine kleine Ruhe ein.

Doch weit gefehlt. Der gemeine deutsche Reformkatholik lässt sich seine Agenda nicht vom Papst aus der Hand nehmen. Allein die Schreiben aus dem Pontifikat Johannes Paul II. aufzuzählen, die sämtliche Ideenwelten des synodalen Weges ins Reich der Phantasie verweisen, sprengte den Rahmen. Hat es genützt? Nein, nichts hat es genützt. Auch die blasphemische Bewegung, die dem Namen der Gottesmutter ein Upgrade verpassen möchte, macht munter weiter. Im Grunde sogar noch munterer als je zuvor. In einem Interview deutete eine der Protagonistinnen dieser kirchenfeindlichen Bewegung an, die Eroberung des Frauenpriestertums diene am Ende nur der Abschaffung des Klerus. Da wird der Dialog dem Grunde nach schon zum interreligiösen Gespräch.

Ruhe nach dem Sturm? Fehlanzeige. Der Sturm geht unvermindert weiter. Der synodale Irrweg geht weiter. Doch auch der Kampf und das Ringen um die Wahrheit wird weitergehen. Der Kirche ist schließlich auch dann Bestand verheißen, wenn einige ihrer Glieder zentrifugal davon zu driften drohen. Dieses Vertrauen sollten wir haben und treu bleiben. Und weil wir gerade bei der Treue sind, am Vormittag des 3. März findet in Mainz die Wahl eines neuen Vorsitzenden der DBK statt.

In aller Treue sollten wir den Heiligen Geist bestürmen (zur Not auch nerven!), unseren Hirten bitte einen guten neuen Moderator ihrer Versammlung zu schenken. Dieser möge keine Neigung haben, Oberbischof sein zu wollen. Das hatten wir schon viel zu lange.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  2. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  5. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  6. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  7. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  8. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  9. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  10. Bischof sein in Opferperspektive







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  6. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  11. Die Nazi-Projektion
  12. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  13. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  14. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz