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Zeig mir, was ich kann. Führ mich in die Freiheit!

15. Februar 2020 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Gott, stell du mich hin, wo du mich brauchst. Versorge mich. Befähige mich. Hilf mir, deinem Ruf zu folgen und schubs mich, wenn die Zweifel kommen - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Kirchgasser


Salzburg (kath.net)
Ich war vergangenes Wochenende auf einer christlichen Veranstaltung in der Steiermark, weil ich dort einen kleinen Dienst hatte.

An nur einem Tag ist so viel passiert. In mir und um mich herum.
Die größte Erkenntnis war für mich, wie gut es tut, mal rauszukommen.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so von Gott führen und versorgen lassen, aber einmal mehr erfahren, wie treu und gut er ist.

Dieses Wochenende hat mich sehr viel Mut gekostet und nicht alles ist nach Plan gelaufen. Aber ich habe mich auch schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt.

Wie oft habe ich Gott schon mein Ja gegeben, dass er in meinem Leben die Führung übernehmen darf. Am Samstag ist mir aufgefallen, wie wenig Raum ich ihm dafür im Alltag lasse.


Am liebsten nehme ich die Zügel doch selbst in die Hand. Ich sage im einen Moment „DEIN Wille geschehe.“ und dann helfe ich mir doch lieber selbst, damit „endlich was weitergeht“.

Ich habe ganz konkrete Vorstellungen wie die kommenden Monate und Jahre meines Lebens verlaufen sollen und welche Meilensteine ich erreichen will. So will ich leben, das will ich arbeiten, so will ich sein. Das soll passieren. So ist es gut.

Was passiert, wenn ich all diese Vorstellungen loslasse? Was passiert, wenn ich mich wirklich führen lasse? Was passiert, wenn ich es Gott überlasse, meine Grenzen zu stecken? Was passiert, wenn ich vertraue und Gott das Planen überlasse?

Ich merke, dass mir das riesige Angst macht! Ich liebe Sicherheit. Selbst wenn es nur vermeintliche Sicherheit ist, immer noch besser, als Ungewissheit und Risiko.

In einem Vortrag habe ich einmal gehört, dass Freiheit immer außerhalb von Sicherheit und Komfort liegt und man nur durch das Überwinden von Problemen und Ängsten dorthin kommt.

Will ich das dann? Will ich überhaupt frei sein, wenn das bedeutet, dass ich mein bequemes Nest verlassen muss?

Ich liebe mein Nest. Und ich verbringe sehr viel Zeit damit, mich zu fragen, wie ich es mir noch gemütlicher machen kann, nicht so sehr damit, was da draußen noch auf mich wartet und ob ich mal ins Ungewisse springen soll.

Fliegen kostet viel Kraft und Energie. Fliegen ist gefährlich. Fliegen braucht Mut und Übung.
Aber was ist ein Vogel, der nicht fliegt? Dazu sind sie berufen, dafür hat Gott sie geschaffen, genau dazu hat Gott sie befähigt. Im Fliegen liegt ihre Freiheit, nicht im Nest hüten.

Ich will das auch. Lebendig sein, mein Potential ausschöpfen, leben wozu Gott mich geschaffen, berufen und befähigt hat!

Gott, stell du mich hin, wo du mich brauchst. Versorge mich. Befähige mich. Hilf mir, deinem Ruf zu folgen und schubs mich, wenn die Zweifel kommen. Zeig mir, was ich kann. Führ mich in die Freiheit. Ich vertraue dir. Einmal mehr sag ich JA!


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