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Das Glitzer und Grinsen darf uns nicht täuschen

7. Februar 2020 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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Wenn beim Superbowl Frauen zu Sexsymbolen degradiert und Millionen von Jungs- und Männerherzen dazu ermutigt werden, Frauen zu konsumieren - BeneDicta am Freitag von Inka Hammond


Rom (kath.net)
Der Superbowl. Ich bin eigentlich nicht so sportbegeistert und von Football verstehe ich noch am allerwenigsten, aber wenn man als Familie zu 50% amerikanisch ist, dann kommt man um den Superbowl nicht herum.

Und wenn man um den Superbowl nicht herum kommt, dann kommt man auch nicht um die Halftime Show herum. Und bevor ich jetzt weiter über diese mittlerweile schon berühmt berüchtigte Halftime Show des Jahres 2020 schreibe, sei vorab noch klar gestellt: das musikalische Können stelle ich überhaupt nicht in Frage. Und ich achte die kulturellen Wurzeln von JLo und Shakira, die Stars der Show. Ich mag Latin Pop und ja, ich habe die ganzen Anspielungen auf Trump und illegale Einwanderer und Kinder im Käfig kapiert. Aber darum geht es mir hier gerade gar nicht.

Was mich zutiefst beunruhigt und nachdenklich gestimmt hat, war die sexuelle Botschaft, die diese 2 Frauen wissentlich oder unwissentlich gesendet haben. Frauen in diesem Pop Business leben von ihrer Sinnlichkeit, ihrem schönen Körper, ihrer sexy Ausstrahlung. Und doch hat es mich wieder einmal getroffen, wie leichtfertig Frauen ihren Körper zur Schau stellen. Wie scheinbar ganz unschuldig und ohne Hintergedanken Millionen von Männern mit sexuellen Fantasien gefüttert werden, die dann aber komplett damit überfordert sind und oft nicht wissen wohin mit ihrem Sextrieb. Die dann bei Pornoseiten hängen bleiben, ins Bordell gehen oder sogar missbrauchen und vergewaltigen. Der Menschenhandel floriert übrigens während des Superbowls! In Zeiten von #metoo und neuem Empowerment für Frauen erschließt es sich mir nicht, wie man eine Show hypen kann, die stellenweise zu sehr an pornografisches Material erinnert.


Damit werden Frauen zu Sexsymbolen degradiert und Millionen von Jungs- und Männerherzen werden dazu ermutigt, Frauen zu konsumieren.
Denn wenn das Scheinwerferlicht aus ist, geht das PC Licht in unzähligen Häusern an. Und es wird eine Pornoseite nach der anderen aufgerufen und der Sog der Pornografie wird immer stärker.

Shows wie diese befeuern die Sucht nach Pornografie, davon bin ich überzeugt. Wir sind nicht dafür geschaffen, dass wir ungefiltert sexuelle Bilder gezeigt bekommen. Unser Gehirn kann diese Flut an Eindrücken nicht verarbeiten. Emotionen stumpfen ab, Beziehungsunfähigkeit grassiert.

Das Einstiegsalter für Pornografie sinkt beständig. Jungs haben durchschnittlich mit 11 Jahren das erste Mal Kontakt mit pornografischen Bildern. Sexuelle Darstellungen wie wir sie in der Halftime Show gesehen haben, sind eine typische Einstiegsdroge. Was denkt sich ein Junge, wenn er Frauen wie Shakira halb bekleidet lüstern sich auf dem Boden räkeln sieht? Was macht das mit seinem kleinen Herzen? Welches Frauenbild wird da vermittelt? Wer seine Kinder solche Bilder ansehen lässt und meint, das sei in Ordnung, hat keine Ahnung wie zerstörerisch Pornografie ist und wie gefährlich die scheinbar harmlosen Anfänge.

Egal wie gesellschaftlich akzeptiert dieser Wahnsinn sein mag (‚das machen doch alle Männer…‘), bleibe ich dabei: wir müssen dringend die Seuche Pornografie beim Namen nennen. Denn Pornografie versteckt sich schon längst in der Werbung, in den Kinotrailern und in Halftime Shows. Vielleicht nicht so offensichtlich, aber sie winkt und lächelt und lädt ein. Ganz so wie die Hexe im Märchen, die am Anfang ganz harmlos erscheint, dann aber doch die Kinder verzaubert und tötet. Das Glitzer und Grinsen während der Halftime Shows dieser Welt, darf uns nicht länger täuschen.

In unserer Zeit, wo Frauen sich zurecht nicht länger von Männern ausbeuten lassen wollen, wo sexueller Missbrauch nicht länger ein Tabuthema ist, wo die Grausamkeit des Menschenhandels Schlagzeilen bekommt und wo die Schatten der Pornografie erkannt werden, da sind solche Shows wie die Halftime Show des Superbowls 2020 unzeitgemäß und kontraproduktiv. Denn was wir dort präsentiert bekommen haben, ist der Motor für all das, was wir eigentlich bekämpfen wollen.


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