17 Januar 2020, 11:05
Der verwüstete Weinberg
 
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Der Weinberg Benedikts XVI. in Castel Gandolfo wurde dem Erdboden gleichgemacht. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) 19. April 2005: wer könnte die ersten Worte des Pontifikats Benedikts XVI. vor dem Segen „Urbi et Orbi“ auf der Benediktions-Loggia der Petersbasilika vergessen? „Nach einem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn. Mich tröstet die Tatsache, dass der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen zu arbeiten und zu wirken weiß...“.

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Der Weinberg – ein Papst Benedikt XVI. besonders teures Bild aus dem Evangelium (vgl. Mt 20,1-16). Gerade aufgrund der ersten Worte des neuen Papstes hatte der italienische Bauernverband dann beschlossen, Benedikt XVI. einen Weinberg zu schenken. Dies geschah anlässlich des damaligen Welttages zur Bewahrung der Schöpfung. Die Reben wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt.

Der zu Ehren Benedikts XVI. angelegte kleine Weinberg nahm etwa 1000 Quadratmeter ein. Er bestand aus den Rebsorten „Trebbiano“ (weiß) und „Cesanese di Affile“ (rot), einem sehr alten einheimischen Wein. „Ein wunderbarer Weinberg von nur wenigen Reihen, poetisch und symbolisch zugleich. In einer Ecke des Gartens, die Papst Benedikt XVI. sehr liebte, wo er während seiner Aufenthalte in der päpstlichen Villa von Castel Gandolfo an schwülen Sommerabenden auf der Suche nach frischer Luft gerne zwischen den Pflanzen spazieren ging und betete“, so die Vatikan-Journalistin der römischen Zeitung „Il Messaggero“, Franca Giansoldati.

Aber: gerade in diesen Wochen wurde jener Bereich des Gartens radikal verändert, Arbeiten, denen vor allem der Weinberg Benedikts XVI. zum Opfer fiel: er wurde verwüstet, die Pflanzen ausgerissen, der kleine Meditationsgarten wurde zerstört und dem Erdboden gleichgemacht.

Warum? Nun denn... Einige geben an, dass Platz für eine Straße genutzt werden soll, deren Bau angeblich unmittelbar bevorsteht. Die Entscheidung zu den Veränderungen wurde von der neuen Verwaltung der päpstlichen Villen getroffen, die den Auftrag zum Abriss eines der symbolträchtigsten Orte des Pontifikats Benedikts XVI. gab. Als der Bauernverband Benedikt XVI. sein Geschenk machte, wollte der Papst die Anlage an genau jener Stelle, parallel zur Marmorstatue des Guten Hirten, um die symbolische Bedeutung zu unterstreichen. Jetzt: halt „nichts mehr“.

„Die Verwüstung des Weinbergs“: so lautet der Titel eines Buches des deutschen Philosophen und Theologen Dietrich von Hildebrand (2.10.1889 Florenz +26.1.1977 New York) aus dem Jahr 1973. In diesem Werk setzt sich Hildebrand mit den „Irrtümern der Moderne“ auseinander und dabei auch mit dem Zustand des modernen Christentums, dies insbesondere mit dem Blick auf die nachkonziliare Glaubensverwüstung.

Nun hat diese Glaubensverwüstung in einer von besonderen und diabolischen Wirrungen durchzogenen Zeit ein weiteres symbolhaftes Bild bekommen.

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Archivfoto des inzwischen zerstörten Weinbergs von Benedikt XVI. in Castel Gandolfo


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