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Kardinal Müller: "Es gibt nur einen Papst, Franziskus"

15. Jänner 2020 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
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Deutscher Kardinal verteidigt Wortmeldung Benedikts XVI. zum Zölibat und bestreitet zugleich einen Sonderstatus als emeritierter Papst


Rom (kath.net/KAP) Der frühere Leiter der Römischen Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat die Wortmeldung Benedikts XVI. zum Zölibat verteidigt und zugleich dessen Sonderstatus als emeritierter Papst bestritten. "Wir haben keine zwei Päpste, es gibt nur einen Papst, Franziskus", sagte Müller der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" (Dienstag). Die Anrede als Papst emeritus sei eine Höflichkeitsform. "In Wirklichkeit ist Benedikt XVI. ein emeritierter Bischof", so der Kardinal.

Müller, von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation, widersprach Deutungen, Benedikt XVI. mische sich durch Briefe und Aufsätze in die Amtsführung von Franziskus ein. Alle Bischöfe, auch emeritierte, hätten teil am Lehramt der Kirche und besäßen gemeinsam die Verantwortung für das katholische Glaubensgut, betonte er.


In der italienischen Tageszeitung "Il Giornale" bezeichnete Müller die Gegenüberstellung von Benedikt XVI. und Franziskus als "antikirchliches Spiel". Es sei "absolut klar", dass alle Kardinäle, Bischof und Katholiken an der Seite von Papst Franziskus stünden, so der frühere Glaubenspräfekt, dessen fünfjähriges Mandat von Franziskus 2017 nicht verlängert worden war und der sich wiederholt kritisch über einige Positionen des amtierenden Papstes geäußert hatte.

Der Kardinal sagte dem "Giornale", Benedikt XVI. habe sich "zu keiner Zeit in die aktuelle Leitung der Kirche einmischen wollen". Das heiße aber nicht, dass er als emeritierter Papst still bleiben müsse. "Benedikt XVI. ist noch nicht tot", und der Auftrag eines Bischofs dauere bis zum Lebensende.

Zur Debatte um verheiratete Priester sagte Müller, innerhalb der katholischen Kirche des lateinischen Ritus seien Ausnahmen aus seiner Sicht nicht möglich, weil eine kirchenferne Öffentlichkeit dies als Abschaffung des Zölibats an sich interpretieren würde.

Eine Buchveröffentlichung von Kurienkardinals Robert Sarah zum Priesteramt hatte die Diskussion um die Rolle des früheren Papstes neu entfacht. Der Band "Des profondeurs de nos coeurs" (Aus den Tiefen unserer Herzen), der im französischen Verlag Fayard erscheint, enthält auch einen Beitrag von Benedikt XVI. und nannte in Vorabveröffentlichungen auch dessen Name auf dem Titel.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 vk 18. Jänner 2020 

weise

Bendikt XVI war ja bekanntlich auch Hochscullehrer. Und wenn ein Hochschullehrer in Pension geht ist er Emeritus. Und wenn ein Papst der Papst ist in Pension geht und sich vorher den titel Emeritus wählt ist er immer noch gewißermassen ein Papst Papa emeritus. An dem kann nicht einmal Benedikt XVI etwas ändern, denn er hat die vollzogen wie er noch amtierender Papst war. Als ein schweigsamer stiller Papst emeritus aber eben Papst.


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 myschkin 15. Jänner 2020 
 

@MaximilianGro.

Ich bin dermaßen katholisch, dass ich Ihnen nur applaudieren kann.


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 Elija-Paul 15. Jänner 2020 
 

Ich weiß nicht ob es nur mir so ergeht.

Ich bin müde immer wieder die Beteuerungen hoher Würdenträger zu hören, daß sie an der Seite von P. Franziskus stehen, wo sie doch eigentlich wissen müßten, daß er die Kirche ins Abseits führt, um es noch sehr milde auszudrücken. Warum stellt sich ihm keiner in den Weg und sagt zu ihn: "Petrus, tritt hinter den Herrn" Das wäre ein Dienst an der Kirche oder ist das dann nicht mehr katholisch? Der Gehorsam ist doch keine Nibelungentreue, sondern bezieht sich auf den Herrn. Man hilft P. Franziskus nicht mit solchen Beteuerungen. Vielmehr sollte man für seine Seele und für seine Umkehr beten, ihm aber ins Angesicht widerstehen, wie es der hl.Paulus tat. Jedenfalls stehe ich nicht an seiner Seite, wenn er die Kirche in den Abgrund führen würde und helfe ihm dabei noch durch mein Schweigen! Stattdessen würde ich meinen Teil versuchen das zu verhindern!


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 berno 15. Jänner 2020 
 

"... weil eine kirchenferne Öffentlichkeit dies als Abschaffung des Zölibats an sich interpretieren würde."

Das wäre ja mal etwas völlig Neues, wenn Rücksicht darauf genommen würde, wie eine kirchliche Entscheidung von einer "kirchenfernen Öffentlichkeit" interpretiert würde. Da fielen mir direkt etliche Bereiche ein, die man mal daraufhin untersuchen könnte.


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 Chris2 15. Jänner 2020 
 

Kardinal Müller sollte noch ergänzen,

dass Bischöfe, Priester und auch wir Laien bei schwerwiegenden Irrtümern der kirchlichen Autoritäten das Recht (und vielleicht sogar die Pflicht) haben, den Glauben richtigzustellen. Ich hoffe, dass niemals ein Papst z.B. die Ehe offiziell für auflöslich erklären wird (inoffiziell hat Franziskus dies ja leider schon, indem er Kardinal Schönborns Interpretation einer Fußnote von AL auf Nachfrage für die offizielle erklärt hat) oder "Priesterinnen" weihen lässt (und sei es auch nur "regional" und "in pastoralen Nptfällen". Ein solcher Papst hätte sich ja automatisch selbst exkommuniziert und wäre dadurch auch mit sofortiger Wirkung nicht mehr Papst, oder? Falls nicht: Wie viele Häresien müsste er wie lange vertreten, um als abgesetzt zu gelten?


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 Stefan Fleischer 15. Jänner 2020 

Ein wichtiger Grund

"Zur Debatte um verheiratete Priester sagte Müller, innerhalb der katholischen Kirche des lateinischen Ritus seien Ausnahmen aus seiner Sicht nicht möglich, weil eine kirchenferne Öffentlichkeit dies als Abschaffung des Zölibats an sich interpretieren würde."
Auch ich sehe hier einen der wichtigsten Gründe, weshalb eine sachliche Diskussion nicht möglich ist. Wenn schon "viri probati", dann müssten es tatsächlich erprobte Männer sein, nicht einfach "formati" d.h. entsprechend ausgebildete Männer, und schon gar nicht solche, welche darin einen Karriereschritt sehen. Solange aber diese Forderung als Schritt zur Aushebelung des Zölibates verstanden und eingesetzt wird, kann die Kirche vernünftigerweise nicht darauf eingehen. Das wäre für das Priestertum als Ganzes und damit die ganze Kirche gefährlich.


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